Fahrbericht Irmscher GT i40

Irmscher GT i40 Irmscher GT i40

Fahrbericht Irmscher GT i40

— 10.03.2008

Die kleine Corvette

Ein offener Zweisitzer mit einem Boller-V8 und 480 PS? Klingt nach Corvette. Oder nach einem Roadster aus Schwaben – dem Irmscher GT i40 auf Basis des Opel GT.

Ein Opel GT, na klar. Netter Roadster mit bravem Vierzylinder-Motor, man kennt ihn ja. Aber halt, wie klingt denn der? Das Blubbern untenrum und der brüllende Heavy Metal obenraus – eine solche Musik spielt nur ein V8, ein richtiger, großer, fetter Ami-V8. Die Antwort heißt GT i40 und ist der Hammer von Irmscher – der endgültige Opel GT. Deutschlands großer Opel-Tuner hat seinen Betrieb in Remshalden bei Stuttgart 1968 eröffnet. Im selben Jahr stellte Opel den Ur-GT vor – die Westentaschen-Corvette. Auch der Opel GT von heute, der ohnehin in den USA gebaut wird, ähnelt der Corvette, nur nicht beim Motor. Irmscher ändert das. Die Schwaben bauen den V8 aus der Corvette ein. Das klappt mit einigen Umbauten im Motorraum. Mit fein bearbeiteten Zylinderköpfen und scharfer Nockenwelle leistet der Sechsliter 480 PS. 16 Ventile, Stößelstangen und Kipphebel – das klingt wie Lowtech, dreht aber fast bis 7000 Touren und geht ab wie der Vesuv beim Ausbruch.

Der brachiale Achtzylinder ist so leicht wie die Serienmaschine

Kräftiges Leichtgewicht: Der V8 wiegt ungefähr so viel wie die Serienmaschine des GT.

Für die Null-100-Eruption nennt Irmscher 4,2 Sekunden, als Topspeed 275 km/h. Der GT i40 wiegt keine 1,5 Tonnen, der Motor reißt ihn mit sich – ansatzlos, laut, brutal, ein Suchtmittel, ein Glücksmittel. Das Kurbelgehäuse besteht aus Alu, der simple V8 wiegt nur gut 200 Kilo, kaum mehr als der Vierzylinder samt Turbo. Er sitzt hinter der Vorderachse, deshalb wird die Gewichtsbalance von 52:48 auch nur geringfügig schlechter. Der Bulle von Irmscher lenkt willig in Kurven ein, dort wird’s unterhaltsam. Leichtes Eindrehen beim Lastwechsel, fröhliches Übersteuern beim Gasgeben und ein stillgelegtes ESP – der Hecktriebler mit seinem Sperrdifferenzial lebt und driftet, bleibt aber brav. Wie bei der Corvette gehören auch beim GT i40 kleine Schwächen dazu. Sitze und Bedienung sind nicht perfekt. Man sitzt schön offen und frei im Wind, aber Platz ist knapp, Ablagen fehlen ganz. Und der Kofferraum ist ein Witz – wenn das Verdeck darin liegt, passt nur noch eine Aktentasche daneben.

Beim Preis bewegt sich der GT i40 auf Corvette-Niveau

Mit Corvette-Motor auf deren Preis-Niveau: Der Irmscher GT i40 soll rund 65.000 Euro kosten.

Das Sechsganggetriebe vom US-Hersteller Tremec schaltet auf kurzen Wegen, aber ähnlich eckig wie die Fünfgangbox des GT. Irmscher wird seinen Ballermann noch fein schleifen, etwa bei den Bremsen und Stoßdämpfern, und denkt über eine neue Hinterachse nach. Ach ja, und der Siebenliter- V8 aus der Corvette Z06 wäre auch noch ganz nett. Bei den Amis hat er 512 PS ... Im Juni will Irmscher den Bau des GT i40 in kleiner Serie starten. Der Preis von etwa 65.000 Euro liegt auf Corvette-Niveau. Bullig, kraftvoll, kantig – der GT sah schon immer wie eine kleine Corvette aus. Bei Irmscher fährt er auch so. Das Fazit: 480 brüllende PS, der Hintern knapp über der Straße und kein Dach überm Kopf – der Irmscher GT i40 ist die pure Lust an der Power. Er ist kein präzises, fein geschliffenes Sportgerät, sondern etwas ganz Besonderes: ein bärenstarker Roadster zum leider ebenfalls starken Preis.
Fahrzeugdaten Irmscher GT i40
Motor/Hubraum V8-Sauger/5967 cm³
Leistung 353 kW (480 PS)
Drehmoment bei 1/min 580 Nm/4900
0–100 km/h 4,2 s
Vmax circa 275 km/h
Testverbrauch (l/100 km) keine Angabe
Umbau Antriebstrang circa 33.000 Euro
Länge/Breite/Höhe 4100/1813/1245 mm
Preis ab circa 65.000 Euro



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