Fahrbericht Lotus Evora 2+2
Der hat den Teufel an Bord

Ein Lotus mit Servolenkung – geht gar nicht. Geht doch! Denn der neue Evora will als Reise-Sportler glänzen. So rückt der Engländer dem Porsche Cayman näher – mit dem Bonus zusätzlicher Exotik und Exklusivität.
Lotus-Puristen, ihr müsst jetzt sehr stark sein. Nach elektrischen Fensterhebern und Klimaanlage ist im neuen Evora der Teufel persönlich an Bord. Er heißt: Servolenkung. Kein Grund, die Briten gleich zur Hölle zu wünschen. Denn als reisetauglicher 2+2-Sitzer gehört der Evora in die Ahnenreihe der Elan+2, Elite, Eclat bis zum glücklosen Excel. Immerhin sind 20 Prozent aller je gebauten Lotus 2+2-Sitzer. Optisch ist der Evora ein hinreißender Sportwagen. Lotus-typisch fehlt ihm jeder Anflug von Aggression, sehr schnell und sportlich wirkt er trotzdem. Aufbauend auf einem neuen, nur 206+ Kilo leichten und extrem verwindungssteifen Chassis, bietet der Engländer den vorn Sitzenden viel Platz – ohne Tuchfühlung zum Beifahrer. Ein- und Ausstieg fallen dank der breiteren Türen leichter als in der Elise, die Vordersitze sind 65 Millimeter höher. Selbst der Kofferraum verdient mit 160 Liter Volumen seinen Namen. Doch ist das noch ein Lotus? Aber sicher! Die hervorragenden Recaro-Schalensitze sind leicht gepolstert, statt extremen Purismus zeigt das Cockpit sehr schöne Metalltasten und ansprechend vernähtes Leder. Das ist der erwachsene Lotus unter den begehrten Spielzeugen. Zwar ist auch der Evora ein sehr straffes Teil und weckt sofort den Sportgeist im Fahrer, bietet aber akzeptablen Restkomfort und neigt auch bei üblen Pisten nicht zum Poltern oder Klappern.
Ist das noch ein Lotus ? Sicher, nur erwachsener

Bild: Werk
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