Fahrbericht Mazda3 MPS

Fahrbericht Mazda3 MPS

— 03.09.2009

Mit 260 PS gegen den GTI

Mazda hat den 3er in seiner stärksten Version geschärft. Im Vergleich zum Vorgänger darf er jetzt auch optisch auf die Pauke hauen. Die Trinksitten bleiben (leider) die alten.

Als Mazda vor drei Jahren der ersten 3 MPS vorstellte, war er ein echter Wolf im Schafspelz. Die 260 PS waren so diskret verpackt, dass nur Kenner den Nippon-GTI identifizieren konnten. Aus, vorbei, MPS Nummer zwei macht richtig dicke Backen. Ein großer Lufteinlass auf der Haube, Seitenschweller, spezielle 18-Zoll-Felgen und ein fetter Dachspoiler am Heck zeigen gleich, wo's lang geht: Stürmisch voran. Das Grinsen des Serienbruders im Fünf-Punkt-Grill trägt auch der MPS, aufgepeppt mit entsprechenden Schriftzügen. Nur das Herz des GTI-Jägers blieb das alte: Der 2,3-Liter-Direkteinspritzer leistet wie bisher 260 PS, erfüllt jetzt aber die Euro-5-Norm. Die unteren Gänge hat Mazda sogar etwas länger übersetzt, das soll Sprit sparen. Der Erfolg gerät übersichtlich. Ein Zehntel Liter weniger von teuren Super plus gönnt sich der Über-3er, in der Theorie sind es 9,6 Liter. Wer die Pferdchen laufen lässt, kommt auf 13 Liter.

Der MPS zerrt heftig an der Lenkung

Der Spaßfaktor des Mazda3 MPS ist gewaltig. Der Direkteinspritzer röhrt herrlich aus jetzt zwei Auspuffrohren, selbst bei Tempo 200 schiebt er noch mit Nachdruck. Größter Nachteil des Frontrieblers sind Traktionsprobleme beim anfahren, da helfen auch keine Traktionskontrollen und elektronische Sperren, bei Mazda Limited Slip Differenzial genannt. Japans Antwort auf den GTI zerrt brachial an der Lenkung und lässt die Pneus heulen. Und er lässt die meisten Konkurrenten locker stehen. 6,1 Sekunden (GTI 6,9) braucht er bis Tempo 100, bei 250 km/h (GTI 240) regelt die Elektronik ab. Im Vergleich zum eher hart abgestimmten Vorgänger ist der neue MPS eher auf Komfort getrimmt. Zwar liegt er zehn Millimeter tiefer als ein normaler 3er, federt aber dennoch kommod. So ist er wunderbar geeignet fürs schnelle (und erfreulich leise) Gleiten auf der Autobahn, überzeugt aber auch in schnell gefahrenen Kurvenpassagen. Die Lenkung fällt etwas direkter aus als bei der Serie, zusätzlich wurde der MPS versteift und mit neuen Stoßdämpfern versehen, das schafft zusätzlich Stabilität.

Nur im Komplettpaket

Der Innenraum ist in Rot und Schwarz gehalten, unabhängig von der Lackierung.

Mit 380 Newtonmetern ist der MPS auch der Drehmomentkönig unter den kompakten Sportlern mit Benzinmotor. Das erlaubt schaltfaules Fahren, aber auch ausgesprochen kurze Überholvorgänge, zudem punktet der Japaner mit einer knackig-Kurzen Sechsgang-Schaltung. Auf ein DSG müssen wir leider noch warten. Ansonsten fällt der Verzicht im MPS ausgesprochen gering aus: Mazda liefert seine Top-Sortler im Komplettpaket aus. Ein Sound-System, Teilleder-Sportsitze, ein rotes Grafik-Design für Sitze und Ziereinlagen, rote Ziernähte oder der Tote-Winkel-Assistent RVW (Rear View Monitoring), alles schon drin. Eine Ladedruckanzeige zwischen Tacho und Drehzahmesser ist als Zusatzinstrument untergebracht. Das Ganze gibt es ab Mitte Oktober für 27.400 Euro. Laut Mazda ist der 3 MPS damit 2000 Euro günstiger als der Vorgänger. Zum Vergleich: Ein Golf GTI steht ab 26.650 Euro in der Preisliste, dann aber mit übersichtlicher Ausstattung und 50 PS weniger.

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