Fiat 500L/Ford B-Max/Kia Venga: Vergleich

— 28.11.2012

Micro-Vans kommen groß in Fahrt

Mehr Platz als im Kleinwagen, variabel wie ein Van – Typen wie der neue Ford B-Max, Fiat 500L und Kia Venga könnten Familien gefallen. Ein Vergleich.

Geht es um die Vorteile der hinteren Schiebetüren am neuen B-Max, spricht Ford selbstbewusst von einem "unerreicht komfortablen Einstieg". Wir bei AUTO BILD sagen dagegen: Quatsch! Ein eher unbequemer Einstieg ist das. Denn die vermeintlich praktische Seitenluke hat handfeste Nachteile im Alltag. Zur Ehrenrettung des B-Max sei gesagt: Ansonsten macht der kleine Van seine Sache sehr ordentlich. Die hinteren Schiebetüren sind zwar das herausragende Merkmal des B-Max – doch nicht testentscheidend. Denn er ist nach moderner Minivan-Rezeptur zubereitet.

Überblick: Alle News und Tests zum Ford B-Max

Minivan-Rezeptur: Kleine Abmessungen versprechen gute Handlichkeit, ein hohes Dach viel Platz.

Kleine Abmessungen versprechen gute Handlichkeit, ein hohes Dach viel Platz, die variable Fondsitzbank Verwandlungskunst, und der sparsame Antrieb hält die Kosten gering. In Summe ein brauchbarer Familienvan im Schrumpfformat. Der Ford steht in dieser vielversprechenden Klasse nicht allein da. Konzeptionell ähnliche Typen kommen von Kia und Fiat. Der Venga verzichtet zwar auf Schiebetüren, nutzt aber den gleichen Hochdach-Ansatz. Und seit einigen Wochen meistert der Fiat 500 – als Großraum-Variante mit vier Türen schlicht "L" genannt – größere Alltagsaufgaben. Diese drei treten gegeneinander an: der neue Ford B-Max als 95 PS starker 1.6 TDCi, der Fiat 500L 1.3 Multijet mit 75 PS und der Kia Venga 1.4 CRDi, 90 PS. Dabei ragt der Fiat heraus. Deutlich länger, höher, breiter – so aufgeplustert bietet er viel Raum für Passagiere und Fracht. Hinten können Mitfahrer gemütlich lümmeln. Angenehm, dass der Raumschiff-Effekt sogar aus der Fahrersitzposition heraus wahrnehmbar ist.

Überblick: Alle News und Tests zum Fiat 500L

Das Paradies für Baumarktfans: Der Fiat 500L zeigt sich variabel, punktet mit großem Laderaum.

Die Aussicht durch die große Scheibe und die daran anliegenden Eckfenster ist toll, das Platzgefühl außergewöhnlich luftig. Vor allem wenn das große Panoramadach zusätzlich Sonnenlicht ins Auto dringen lässt, wirkt es wie in einem Wintergarten. Auch gestaltete Fiat den Kofferraum besonders variabel. So lässt sich die Fondbank verschieben und asymmetrisch geteilt umlegen. Ein in der Höhe verstellbarer Ladeboden hilft, eine ebene Fläche herzustellen. In der Rückenlehne öffnet sich zudem eine Durchreiche für lange Gegenstände. Und der Beifahrersitz klappt bei Bedarf flach zusammen. Das Paradies für Baumarktfans. Kürzer, schmaler, schräger gebaut – so bleibt im Kia viel weniger Raum für Mann und Material. Dennoch sitzen alle Passagiere ordentlich. Die Lehne der Fondbank lässt sich in der Neigung verstellen, das erlaubt auch erwachsenen Mitfahrern eine bequeme Haltung. Der Ford ist ebenfalls kürzer als der Fiat, entsprechend enger sein Innenraum. Hinzu kommt die Schiebetür-Mechanik. Sie raubt Platz neben den Schultern der Fondpassagiere. Gleichzeitig erfordern die breiten Schweller einen unnötig weiten Ausfallschritt – das Ein- und Aussteigen ist unbequem.

So deutlich wie das Platz-Kapitel an den Fiat geht, so eindeutig hinkt der 500L in Sachen Komfort hinterher. Die Federung des Italieners ist zwar weich ausgelegt, spricht allerdings auf geflickten Fahrbahnoberflächen bockig an. Zudem läuft der Fiat lauter, ständig knurrt der Diesel die Insassen an. Der Kia Venga federt deutlich geschmeidiger als der Fiat, und sein CRDi-Diesel brummt, besser gedämpft, deutlich angenehmer. Schade: Zusätzlichen Luxus verpackt Kia in teure Pakete, ein Temporegler kostet so beispielsweise fast 1500 Euro. Den Ford krönen wir zum Komfortkönig in diesem Vergleich. Die Federung des B-Max arbeitet sensibel genug, das Laufgeräusch des Motors ist gering. Auch hält man lange Strecken lässig durch. Denn die gut gepolsterten Sitze stützen tadellos, die Ergonomie im Cockpit stimmt.

Weitere Details zu den drei Minivans gibt es in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen lesen Sie in AUTO BILD 48/2012 – ab Freitag, 30. November, im Handel.
Jan Horn

Jan Horn

Fazit

Der B-Max fällt auf, sein originelles Türkonzept gibt es sonst nirgends. Allerdings beschert die ganz spezielle Tür-Schließung keine Vorteile – im Gegenteil. Dennoch ist der Ford die beste Wahl in der Klasse der vielseitigen kleinen Freunde. Sparsam und flink ist er, komfortabel ebenfalls. Wer einen Raumriesen sucht, wird beim Fiat 500L fündig. Der Kia ist ein unauffälliger Allrounder – mit der typisch langen Garantie. So etwas zählt auch.

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Kommentare zum Artikel (5)

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Ahli123
05.12.2012, 15:59Uhr

Ich frage mich, wie dicht Herr Berg an eine Wand zum Parken heran fährt, dass die Schiebetür nicht mehr aufgeht, oder stört...
Die Tür schwingt 25cm auf! Wenn Sie es schaffen, bei einer normalen Autotür, mit einer Öffnung von 25 cm auszusteigen, melde ich Sie sofort bei Wetten Dass an! Der B-Max hat ein tolles Konzept und ist als Kleinwagen in der Stadt ideal. Fragen Sie mal ältere Leute, wie bequem sie über den "extrem" breiten Schweller einsteigen können. Ich habe kein Verständnis für unnötige Kritik... Freuen Sie sich, dass es noch Hersteller mit neuen Ideen gibt. Vergessen Sie nicht, dass wir schon lange nicht mehr um`s Feuer herum tanzen, weil es Leute mit Ideen gibt...

velocity
05.12.2012, 00:59Uhr

Ist doch völlig egal, ob 5- oder 6-Gang, die Bilder stimmen ja ohnehin kaum mal mit den genannten Modellen überein.

Viel wichtiger ist es da doch, dass ein VAN, zwar Micro, aber dennoch VAN, kein sanftes Fahrwerk haben darf. Dieses muss sportlich sein, und wie. Egal, ob das zu den 90PSlern passt, od zu den Vans, od zum Anwendungsbereich dieser Fahrzeuge. ES MUSS SPORTLICH SEIN.

Auch Schiebetüren sind nicht die Lösung, ja, sogar generell ein Nachteil in engen Tiefgaragen. AUSSER, sie sind in einem Sharan verbaut, dann sind die DAS KRITERIUM schlechthin. Aber in einem Ford, ich bitte dich. Da ist das natürlich ein Nachteil.

Kürzlich war in der BILD zu lesen, dass bei Punktegleichstand zw. Vettel und Alonso BEIDE Weltmeister wären. Was soll man zu diesem Blatt noch sagen...

atheskostas
04.12.2012, 11:42Uhr

seit wann hat der fiat 500L diesel 6 gang ?????? bild 28

Capoholgi
03.12.2012, 15:32Uhr

Man sieht, dass die Redakteure von Autobild nur subjektiv an diesen Test heran gegangen sind. Ford präsentiert mit dem B-MAX ein tolles Konzept. Einen so großen und variablen Zugang wie ihn der Ford bietet, hat kein anderer Hersteller am Markt, dass sollte auch der Redaktion von Autobild aufgefallen sein. Dinge einfach nur schwarz reden und fadenscheinige Gründe suchen um das Türkonzept schlecht zureden, ist schwachsinn. Das Beispiel mit der Tiefgarage ist an den Haaren herbei gezogen. Heutige Tiefgaragen sind so schmal, dass eine Schiebetür IMMER Vorteile bringt. Ein herkömliche Türe schlägt am benachbarten Fhrzeug oder an der Wand an. Das ist das Niveau von Autobild - verdummung der Leserschaft! Der Redakteur würde mit einem solchen Beitrag bei jeder anderen Redaktion seinen Hut nehmen.

Taschentuch
03.12.2012, 14:41Uhr

Also der einzige den ich mr von denen kaufen würde, ist der Fiat 500L.

Die anderen beiden sind keine ernst zu nehmenden Autos und hässlich oben drein.

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