Fiat Tipo im Crashtest

Fiat Tipo Fünftürer: Euro NCAP-Crashtest 2016

— 26.10.2016

Gefährliches Sparpaket

Der neue Fiat Tipo ist günstig – aber auch sicher? Beim Crashtest entdeckte Euro NCAP gravierende Schwächen, vor allem in der Kindersicherheit.

Beim Frontalcrash drohen Kindern auf der Rückbank schwere Verletzungen.

Mit dem neuen Tipo will Fiat die Kompaktklasse aufmischen – zu einem vergleichsweise günstigen Einstiegspreis von 14.250 Euro. Jetzt hat Euro NCAP den Tipo einem Crashtest unterzogen und gravierende Schwächen festgestellt: Vor allem für Kinder auf der Rückbank sei das Verletzungsrisiko bei einem Unfall erschreckend hoch, berichtet Euro NCAP. Der Tipo schaffte in der Disziplin "Insassenschutz Kinder" gerade mal 60 Prozent der möglichen Punktzahl – das ist der mit Abstand schlechteste Wert, der bei allen Tests in 2016 (und auch im Vorjahr) erreicht wurde. Verletzungen drohten Kindern vor allem beim Frontalcrash: Der Schutz sei hier gerade für kleinere Kinder "schlecht", monieren die Experten von Euro NCAP. Grund: Der Gurt konnte die Rückenlehne des Kindersitzes nicht halten.

Fiat Tipo (2016): Fahrbericht und Preise

Notbremsassistent bringt unter 20 km/h nichts

Erwachsene auf den Vordersitzen seien grundsätzlich gut geschützt, beim Seitenaufpralltest gab es sogar die volle Punktzahl. Verletzungen drohten auch vorne eher beim Frontalcrash, hier seien Brust- und Nackenverletzungen möglich. Der Notbremsassistent, der zusammen mit dem bei Euro NCAP geforderten Geschwindigkeitsregler für 250 Euro im optionalen Sicherheitspaket orderbar ist, wurde mit null Punkten bewertet, da er im Test bei weniger als 20 km/h nach Meinung der Experten nichts bringe. Immerhin: Bei Autobahngeschwindigkeit arbeite der Notbremsassistent gut.

Kritik auch am Fußgängerschutz

Video: Fiat Tipo (2016)

Günstig, aber schick

Nicht mit Ruhm bekleckert hat sich Fiat auch beim Fußgängerschutz: 62 Prozent der möglichen Punkte sind bei Euro NCAP ebenfalls der schlechteste Wert des bisherigen Jahres 2016. Das liegt aber weniger an der Gefahr von schweren Kopfverletzungen beim Aufprall rund um die Windschutzscheibe, sondern vor allem daran, dass es für den Tipo keine Fußgänger-Erkennung mit einer entsprechenden Notbremsfunktion gibt.

Womit wir beim vierten Testkapitel, den Assistenzsystemen, sind. Ohne das optionale, also aufpreispflichtige Sicherheitspaket (250 Euro) sieht's ganz übel aus: Außer einem Gurtwarner ist hier nichts an Bord, dafür gibt es bei Euro NCAP in dieser Disziplin nur 25 Prozentpunkte – was dem Tipo unterm Strich nur drei von fünf erreichbaren Crash-Sternen bringt. Hier schrammt der Tipo nur haarscharf an einer weiteren Abwertung vorbei – mit 24 Prozent hätte es insgesamt nur zwei Sterne gegeben. Mit Sicherheitspaket reicht es für 57 Prozent, insgesamt erreicht der teurere Wagen damit im Endergebnis vier von fünf Sternen. Das allerdings auch nur knapp.

Fiat Tipo im Crashtest

Autor: Maike Schade

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