Balu, der Bär, der aus dem "Dschungelbuch" – den kennt jedes Kind. Und auch die meisten Erwachsenen. Ein lässiger Lebenskünstler ist Balu, dessen automobile Blaupause ab sofort Ford Edge heißt. Auch der ist groß, gemütlich – und am Ende ein guter Kerl.
Raumschiff: Der Ford Edge macht sich 1,93 Meter breit – das ergibt viel Platz für alle Passagiere.
Bild: Thomas Starck
Platz hält der US-Boy jedenfalls genug bereit. Die enorme Breite von 1,93 Metern stört zwar beim Rangieren und im deutschen Großstadtdschungel, dafür sitzen alle Gäste entspannt, und der Kofferraum reicht mit bis zu 1847 Litern für den Jahresurlaub. Einzig die nur auf 1,86 Meter aufschwingende, weit überstehende Heckklappe nervt beim großen Ford-Frachter. Hinterm Steuer kehrt aber sofort die Gelassenheit zurück. Der 180-PS-Diesel gönnt sich beim Anfahren eine kurze Verschnaufpause, dann schieben 400 Newtonmeter Drehmoment den fast zwei Tonnen schweren Edge lässig nach vorn. Auf der Autobahn schafft der Dicke 200 km/h. Und selbst dann bleibt der 2,0-Liter-TDCi angenehm leise.
Sehr gelungen abgestimmt: Der Edge ist weder zu straff, noch gibt er das schaukelige Ami-SUV.
Bild: Thomas Starck
Allein die Handschaltung passt nicht so recht zum Charakter des SUV. Wer mit Bedacht die Gänge wechselt, wird mit der Sechsgang-Box zwar keine Probleme bekommen – eine Automatik wie beim 210-PS-Edge wäre aber deutlich angenehmer. Kleiner Trost am Rande: Mit 7,6 l/100 km bleibt der Edge überraschend bescheiden. Gleiches lässt sich über die Verarbeitung sagen, die mit ungleichmäßigen Spaltmaßen und einfachen Kunststoffen nicht ganz europäischen Standards genügt. Positive Überraschung dafür: das Fahrwerk des Allradlers. Es vermeidet zwar jeden Anflug von Dynamik, ist aber auch weit von einem schaukeligen Ami-Schiff entfernt. Auch mit der Lenkung lässt es sich gut leben – du darfst den Edge halt nicht mit einem Sportwagen verwechseln.
Beim Preis beweist Ford dann Selbstbewusstsein: 42.900 Euro kostet der günstigste Edge. Ein Kia Sorento mit 200 PS und Allradantrieb ist sehr gemütliche 4000 Euro günstiger – Koreaner kennen Balu eben auch.
Man muss den Edge zu nehmen wissen - dann wird man mit ihm glücklich. Er bietet viel Platz, ausreichend Kraft und reitet auf der gemütlichen Welle. Für ein SUV ein durchaus passender Charakter. Nur billig ist der Edge eben nicht.