Ford Ranger Wildtrak 3.2 TDCi

Ford Ranger Wildtrak 3.2 TDCi: Fahrbericht

— 30.03.2012

Kölner Welt-Pick-up

Endlich sieht man dem neuen Ford Ranger die Verwandtschaft mit F-150 und Co, den Cousins aus den USA, an. Mit welchen Eigenschaften der Welt-Pick-up der Kölner sonst noch glänzen kann, klärt der erste Fahrbericht.   

Warum? Diese Frage musste sich bisher jeder stellen, der beim deutschen Ford-Partner einen Pick-up kaufen wollte. Warum sehen die US-Pick-ups der Marke mit dem blauen Oval so gut aus und der Ranger nicht? Geschichte. Denn der neue Ranger ist ein echter Hingucker. Bullig aber nicht zu fett, groß aber nicht enorm, auffällig aber nicht peinlich. Der Wagen wirkt, als wäre er mit einem Federstrich von vorne nach hinten durchgezeichnet worden. Im Gesicht sieht man die Anleihen bei F-150 und Co, den großen Cousins aus den USA. Der Rest wirkt muskulös und kraftvoll und trotzdem dynamisch. Highlights sind ganz klar der energische Blick und die von der Haube bis zum Ende der Ladefläche durchgehende, leicht ansteigende Linie, die der Karosse Form verleiht.

Preise: Das kostet der Ford Ranger

Ganz so imposant wie der F-150 (links) ist der neue Ranger zwar nicht. Aber man sieht endlich, dass sie miteinander verwandt sind.

Steigen wir ein! Erster Eindruck: In der Version Wildtrak herrscht wohltuende Hochwertigkeit. Alles fasst sich angenehm an, verschiedene Farben und unterschiedliche Kunststoffoberflächen beschäftigen Augen und Hände. Solide verarbeitet wirkt der Innenraum allemal, positiv fallen die Bedienbarkeit und die Zugänglichkeit von Instrumenten, Ablagefächern etc. auf. Die Sitze vorne sind straff und bieten guten Halt. Sie sind aber trotzdem bequem, sprich weich genug, und die Sitzfläche ist so breit, dass man auch als etwas kräftiger gebauter Zeitgenosse längere Strecken hinter dem Steuer gut aushalten kann. Ähnliches gilt beim Doppelkabiner für die zweite Sitzreihe. Hier wird es nur für Leute eng, die weit mehr als 1,90 Meter messen. Schön: Die Rumdumsicht vom Fahrersitz aus ist trotz der relativ gedrungenen Form der Karosserie gut. Nur ein bisschen mehr Platz vorne für die Knie wäre toll, speziell links bzw. rechts zur Tür hin.

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Auch in der zweiten Reihe sitzt es sich bequem. Hier wird es nur für Personen eng, die deutlich größer als 1,90 Meter sind.

Am Schlüssel gedreht, und der 3,2-Liter-Turbodiesel (200 PS/470 Nm) des Ranger Wildtrak erwacht zum Leben. Dumpf brummelt er im Leerlauf vor sich hin. Fuß aufs Gas und der Ton wird energischer. Gang eingelegt – das manuelle Getriebe könnte weniger hakelig sein – und los. Unter uns, eigentlich ist der Ranger mit der großen Maschine übermotorisiert, der "kleine" 2,2-Liter-TDCi mit 150 PS reicht völlig aus. Den Spaß beim Fahren mindert das nicht. Aus jeder Lebenslage zieht der Fünfzylinder vehement an, selbst beim Zwischenspurt auf der Autobahn muss er vor Audi A4 TDI und BMW 3er Touring nicht panisch die Spur räumen. Unbeladen, mit nur zwei Personen besetzt und ohne Anhänger, klar. Die sollten den bis zu 470 Nm starken Selbstzünder aber auch nicht schrecken. Schließlich gibt Ford für den Ranger bis zu 3,35 Tonnen Anhängelast an (VW Amarok 2.0 TDI: 3,2 Tonnen).

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170 km/h ist er schnell, der Welt-Pick-up der Kölner. Und fährt dabei sehr solide, auf der langen Geraden genauso wie in der Kurve. Kein Tänzeln, kein Wanken, nichts. Nicht mal, wenn man auf einer engen Landstraße mit eindeutig zu viel Geschwindigkeit in die Kurve geht. Die Hinterachse federt zwar staksiger als bei dem einen oder anderen Konkurrenten und der Ranger neigt bei hohen Tempi hinten zu leichtem Schwimmen. Viel davon machen aber die wunderbar direkte Lenkung und die wirklich gelungene Vorderachse wieder wett. Fast so leicht wie ein Pkw lässt sich der Ranger dirigieren, und das bei 5,30 Metern Länge. Letzte Herausforderung: Fahren im harten Gelände. Behände wie eine Gämse meistert der Ranger diese Aufgabe und klettert durch einen eng gesteckten Kurs in einem oberbayrischen Steinbruch, als ob es sein täglich Brot wäre.
Lars Hänsch-Petersen

Fazit

Gutaussehend und gut. Der neue Ford Ranger kann nicht nur optisch was, sondern auch praktisch. Hier und da gibt es ein paar Punkte Abzug, aber insgesamt ist der erste Eindruck mehr als positiv. Vor allem zwei Dinge kann der Welt-Pick-up besonders gut: ziehen wie ein Ochse und klettern wie eine Gämse.

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