ABT

Formel E: Di Grassi siegt in Malaysia

— 07.11.2015

Deutsches Team ABT triumphiert

ABT-Pilot Lucas di Grassi gewinnt chaotischen ePrix von Putrajaya: Drama gibt es nicht nur um Renault e.dams, sondern an allen Ecken und Enden.

Verrückter ePrix in Putrajaya: An allen Ecken gab es beim zweiten Formel-E-Rennen der Saison dramatische Szenen. Folglich gewann am Ende mit Lucas di Grassi der Pilot, der die wenigsten Probleme hatte. Für den Brasilianer in Diensten des deutschen Teams ABT Schaeffler Audi Sport war es der erste Sieg des Jahres und nach dem Debüt der Serie in Peking im vergangenen Jahr der zweite Erfolg in seiner Formel-E-Karriere. Auf Rang zwei kam Sam Bird (DS Virgin) ins Ziel. Wie chaotisch der ePrix war, zeigt der dritte Platz von Robin Frijns (Andretti), der nach einem Mauerkuss drei Runden lang mit komplett krummer Lenkung um den Kurs rollte. Und auch Stephane Sarrazin (Venturi) kam noch auf Rang vier, obwohl er als Zweiter einen Startabbruch verursachte und dem Feld hinterfahren musste.

Buemi von Technik gestoppt

Strahlender Sieger: Lucas di Grassi durfte sich nach seinem Sieg im zweiten Saisonrennen feiern lassen

Zunächst hatte der dominierende Pole-Sitter Sebastien Buemi (Renault e.dams) die besten Karten, denn der Platz neben ihm blieb beim Start somit frei. Loic Duval (Dragon) und Antonio Felix da Costa (Aguri) folgten dem Schweizer in die erste Kurve, in der es bereits eng wurde. Jacques Villeneuve (Venturi) und Nick Heidfeld (Mahindra) nahmen Jean-Eric Vergne (DS Virgin) in die Zange. Der Franzose schied mit gebrochener Aufhängung aus, während Heidfeld sich drehte und ans Ende des Feldes fiel. In Runde fünf musste das Safety Car dann zum ersten Mal auf die Strecke, weil NextEV-Pilot Oliver Turvey in der Leitplanke hing. Der Brite hatte sich darüber beschwert, dass sein Gas schon die ganze Zeit steckengeblieben war - es sollte erst der Anfang aller technischen Probleme sein.

Bis zur 15. Runde verlief das Rennen normal, doch dann begann das Chaos: Der Führende Sebastien Buemi blieb plötzlich stehen. Der Schweizer bekam Software-Probleme an seinem Boliden und verlor die Führung. Nach kurzer Zeit konnte Buemi sein Fahrzeug allerdings erneut starten und fuhr sofort in die Box, wo schon Teamkollege Nicolas Prost war, der wegen Temperaturproblemen frühzeitig zum Wagenwechsel gerufen wurde. Kurze Zeit später kamen auch die anderen Sieganwärter in die Box und schöpften nach Buemis Problem neue Hoffnung. Als Führender ging Loic Duval zum Service, doch sein Stopp dauerte viel zu lange und er fiel hinter di Grassi und Felix da Costa zurück.

Chaos in Putrajaya

Di Grassi hielt sich am Samstag aus allem heraus: Am Ende der Schlüssel zum Erfolg in Malaysia

Doch nicht nur beim Franzosen ging etwas schief: Auch einige andere Piloten wie Jacques Villeneuve und Daniel Abt (ABT) hatten Probleme, überzogen die Mindestzeit massiv - und verloren viel Zeit. Nick Heidfeld hingegen unterschritt die Marke klar und wurde zur Durchfahrtsstrafe gezwungen. Zunächst hatte sich die Rennsituation anschließend gesetzt. Prost lag nach den Stopps in Führung, doch weil er schon nach 15 von 33 Runden gestoppt hatte, musste er an der Spitze Energie sparen. Die Probleme an seinem Auto aber wurden größer und er musste in Runde 24 erst di Grassi die Führung überlassen und kurze Zeit später auch Da Costa und Duval ziehen lassen. Da Costa schnupperte für Aguri an einem Podestrang, doch in Runde 26 war er das nächste Opfer der Technik.

Der Portugiese rollte aus, bekam sein Auto aber wie Buemi wieder zum Laufen - und blieb noch einmal stehen. Doch auch ein zweites Mal sprang sein Bolide wieder an und der DTM-Pilot konnte sogar noch auf Rang sechs ins Ziel fahren. In Runde 30 kam schließlich das Aus für Duval, der mit gebrochener Aufhängung langsamer wurde und nach der Haarnadelkurve ganz stehen blieb. Zuvor überholte Frijns den langsamen Boliden im Linksknick außen - und fuhr dabei gegen die Wand. Der Niederländer hatte somit scheinbar einen sicheren Podestplatz weggeworfen, weil seine Lenkung auf der Geraden komplett schief stand und er kaum noch um Linkskurven herumkam. Doch das Schicksal sollte sich erneut wenden. Di Grassi ging als Führender in die letzte Runde und hatte einen guten Vorsprung auf Jerome D'Ambrosio (Dragon), der aber noch weitaus mehr Energie zur Verfügung hatte.

Deutsche Fahrer in den Punkten

Rauchende Köpfe: Die Bosse von Renault e.dams hatten nach dem Pannen-Rennen viel zu bereden

D'Ambrosio pushte, doch wenige Kurven vor dem Ziel brach seine Aufhängung und er knallte auf Rang zwei liegend in die Mauer. Auch der Belgier war damit ausgeschieden, wovon Bird profitieren konnte, der sich aus allen Problemen heraushielt und schließlich mit fast 14 Sekunden Rückstand auf Sieger Di Grassi das Ziel erreichte. Dahinter schleppte sich Frijns trotz seines waidwunden Autos zu seinem ersten Podium mit gut einer halben Minute Rückstand. Sarrazin hatte auf Rang vier trotz seines Startproblems das Podium noch im Visier. Ihm fehlten am Ende drei Sekunden auf Frijns, die er mit einer weiteren Runde wohl locker gutgemacht hätte. Auf Rang fünf kam Mahindra-Pilot Bruno Senna vor Da Costa ins Ziel. Daniel Abt holte nach seinem missglückten Stopp immerhin noch Rang sieben vor Meister Nelson Piquet jun. (NextEV), Heidfeld und Prost. (mst)
Fotos: Picture-Alliance / e.dams

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