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Formel E: Venturi mit Partner

— 23.08.2016

ZF Friedrichshafen steigt ein

ZF Friedrichshafen steigt bei Venturi ein und will ab Saison fünf einen Formel-E-Motor entwickeln. ABMS im Gespräch mit Vorstand Dr. Stefan Sommer.

Das Venturi-Team wird immer deutscher: Neben Maro Engel als Fahrer spannt der monegassische Automobilhersteller auch mit der ZF Friedrichshafen zusammen. Schon ab der im Oktober beginnenden Saison drei wird ZF Race Engineering das Venturi-Formel-E-Team mit Aufhängungskomponenten und Ressourcen für Simulationen und Tests unterstützen. Ab Saison fünf soll gemeinsam ein eigener Antriebsstrang entwickelt werden. AUTO BILD MOTORSPORT sprach mit Dr. Stefan Sommer, dem Vorstandsvorsitzenden der ZF Friedrichshafen AG über die Zusammenarbeit mit Venturi und den Einstieg in die Elektroserie Formel E:

Welche Rolle spielt der Motorsport für Ihr Unternehmen?

Ab Oktober fährt mit Maro Engel ein Deutscher für Venturi

Der Motorsport spielt historisch eine bedeutende Rolle bei ZF. Wir blicken stolz auf viele Erfolge unserer Partner zurück, angefangen von den ersten Mercedes-Silberpfeilen, die bereits mit Stoßdämpfern und Kupplungen unserer Produktmarke Sachs unterwegs waren, über die Erfolge von Lotus in der Formel 1 der 60er Jahre mit ZF-Getrieben bis zur heutigen Zeit, in der beispielsweise alle Fahrzeuge in der DTM mit ZF-Produkten am Start sind.

Wie wichtig ist er als Marketinginstrument?

Motorsport vermittelt Begeisterung für herausragende Technik und pure Emotionen. Das nutzen wir beispielsweise gezielt, um die Marke ZF emotional aufzuladen und unser Unternehmen auch als Arbeitgeber für junge Ingenieure noch attraktiver zu machen.

Und wie wichtig um Innovationen zu schaffen?

Natürlich hilft uns das Engagement im Spitzenrennsport, nicht nur die Qualität unserer Produkte unter härtesten Einsatzbedingungen zu beweisen, sondern auch für zukünftige Entwicklungen für den Serienbereich zu lernen. Auch wenn manche Technologien aus dem Motorsport nicht eins zu eins in Serienanwendungen übertragbar sind, lernen wir viel aus unseren Erfahrungen im Rennsport, insbesondere was beispielsweise Prozesse und Materialien angeht.

Welche Rennserien sind für Sie am wichtigsten und warum?

Dr. Stefan Sommer sprach mit ABMS über das Formel-E-Projekt

Wir haben unser Engagement im weltweiten Spitzenmotorsport bewusst sehr breit aufgestellt. Wir engagieren uns beispielsweise im Tourenwagensport als Serienpartner und Ausrüster in der DTM in Europa, in der IMSA Championship in USA und der Super GT in Japan. Außerdem unterstützen wir Teams in der Rallye-WM, der Langstreckenweltmeisterschaft WEC, der Formel 1 und vielen internationalen Markenpokalen mit Hightech-Produkten von ZF Race Engineering.

Sie engagieren sich nun auch in der Formel E: Inwiefern?

ZF ist ab sofort offizieller Technologiepartner des Venturi Formula E-Teams und unterstützt das Team mit Komponenten und Know-How. Ziel der Partnerschaft ist die mittelfristige Entwicklung eines komplett neuen Antriebsstrangs, der sowohl einen leistungsstarken Elektromotor mit Leistungselektronik als auch ein neues Getriebe umfasst. Dieser neue Antriebsstrang soll als Herzstück der Venturi-Boliden in der übernächsten Saison getestet werden und ab Herbst 2018 in der dann fünften Saison der Formel E mit seiner Leistung für gemeinsame Rennerfolge sorgen.

Warum ist die Formel E für Sie eine attraktive Plattform?

Unsere Technologiepartnerschaft mit Venturi in der Formel E ist für uns ein Inkubator für neue Technologien, die ihren Weg nach der Erprobung im Spitzenrennsport auch auf die Straße finden sollen. Die Elektrifizierung ist der Schlüssel zur individuellen Mobilität von morgen, und in der Formel E stellen wir unsere hohe Kompetenz als Entwicklungspartner und Technologieführer so auch im Motorsport mit E-Rennwagen nachhaltig unter Beweis. Die Formel E mit ihrem zukunfts- und nachhaltigkeitsorientiertem Konzept, die gezielt auch neue, jüngere Zielgruppen anspricht, ist dafür eine ideale Bühne.

Wo sehen Sie die Zukunft des Motorsports?

Ich persönlich bin der Meinung, dass wir auch zukünftig eine Koexistenz zwischen etablierten, traditionellen Rennserien mit Verbrennungsmotoren, wie z.B. der Formel 1 oder DTM, und neuen, innovativen Formaten wie der Formel E sehen werden. Wichtig ist dabei aus meiner Sicht, dass die Rennserien in ihren Formaten und Reglements für alte und neue Fans zugänglich und verständlich bleiben und so die Begeisterung für den Motorsport und neue Technologien erhalten. Themen wie Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit, die die Automobilindustrie derzeit prägen, werden sicherlich auch im Motorsport noch an Bedeutung zunehmen.

Autoren: Michael Zeitler, Bianca Garloff

Fotos: picture-alliance; Hersteller

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