Gefälschter Smart aus China — AUTO BILD 41/2006 — 12.10.2006
Wer stoppt die Chinesen?
Der China-Klon von CMEC sieht seinem Vorbild äußerlich verblüffend ähnlich.
Dreister geht es nicht: 2007 soll ein gefälschter Elektro-Smart auf den Markt kommen. Nach Deutschland wird es es aber kaum schaffen.
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Im Innenraum unterscheidet sich das Plagiat deutlich vom Original: Billigere Optik ist kaum möglich.
Die Kopie ist dermaßen frech, dass sie es sogar schon zum Politikum geschafft hat. "Es kann nicht sein, dass die Chinesen dreist deutsche Technik kopieren. So werden Innovationen ausgebremst", sagt der FDP-Wirtschaftsexperte im Bundestag, Rainer Brüderle, "ohne Achtung des Eigentums kann es keinen freien Welthandel geben." Die Chancen, dass der Billigsmart tatsächlich in Deutschland verkauft wird, gehen gegen null. Denn die Smart GmbH hat sich den fortwo am 15. Dezember 1999 beim Harmonisierungsamt für Marken, Muster und Modelle in Alicante (Spanien) europaweit als dreidimensionale Marke schützen lassen (Aktenzeichen 142 3482). Prof. Volker Jänich, Markenrechtler an der Uni Jena, sagt: "Smart kann die Plagiate an der Grenze beschlagnahmen lassen und von CMEC Unterlassung verlangen."
Doch das interessiert im fernen China, dem größten Copyshop der Welt, erst mal keinen. Denn die Gründe für die Kopierwut sind fest verwurzelt in der chinesischen Tradition, dem Konfuzianismus. "Das Imitieren von Vorbildern hat in China eine lange Tradition und ist fester Bestandteil des Bildungswesens", sagt Sinologe Jari Grosse-Ruyken von der Uni Bonn. Die Europäische Kommission will jetzt mit einem strengen Kopierschutz gegensteuern. Eine entsprechende Richtlinie wird von den EU-Mitgliedsstaaten gerade in nationales Recht umgesetzt. Außerdem sollen Fälscher hohe Haft- und Geldstrafen kassieren – wenn man sie erwischt.
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