Honda NSX (2016): Fahrbericht

Honda NSX (2016): Fahrbericht

— 14.03.2016

Erste Fahrt im neuen Honda NSX

Der Honda NSX ist zurück – mit vier Motoren und insgesamt 581 PS. Ist er noch so umgänglich wie die erste Generation? Fahrbericht!

Der neue Honda NSX ist da! Dass wir so lange auf die Neuauflage des Sportlers warten mussten, hat einen einfachen Grund: Die Japaner hatten richtig Ehrfurcht vor dieser Aufgabe, wohl wissend, dass bei der zweiten Generation einer solchen Ikone der erste Schuss sitzen muss. Schon von Beginn an war klar: Retro kommt nicht infrage. Der neue NSX sollte so modern sein, wie es die erste Generation zu ihrer Zeit war.
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Video: Honda NSX (2016)

Der neue NSX ist da!

Und so entschied man sich zu einem fast schon futuristischen Antriebskonzept. Gleich vier Motoren sollen den Sportwagen in Schwung bringen, ein V6-Biturbo als Mittelmotor sowie drei Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse. Weniger, um aus dem NSX einen verkappten Öko zu machen, sondern um dem Sportwagen fahrdynamisch Vorteile zu sichern – ganz in der Tradition des ersten NSX. Im sonnigen Kalifornien auf einer privaten Rennstrecke in Thermal bei Palm Springs konnten wir uns jetzt erstmals davon überzeugen, wie gut die Abstimmung der Motoren gelungen ist – oder auch nicht. Unterm Strich leistet das Quartett 581 PS, er fährt in der Liga eines Porsche 911 Turbo also.

Der Honda will alles, nur nicht spielen

Gut geformte Sportsitze halten den Fahrer auch bei rasanten Kurvenfahrten an seinem Platz.

Schon beim Entern des NSX fällt auf, wie viel Platz der Sportwagen selbst für große Fahrer bietet. Von der klaustrophbischen Enge eines Ferrari oder Lamborghini ist der Honda weit entfernt, auch wenn seine futuristisch gestylte Karosserie denen deutlich näher ist als ein doch ziemlich alltagstauglicher Porsche 911. Die Gestaltung des Cockpits passt zum Äußeren, wirkt hochwertig und modern. Das eckige Lenkrad hüllt sich in feines Leder und Carbon, die Sitzposition passt wie angegossen. Den Startknopf gedrückt, den Regler der Fahrdynamikregelung auf "Track" – und schon erwacht der Sechszylinder im Nacken des Fahrers. Und macht mit seinem heiseren Bellen sofort klar: Dieser Honda will alles, nur nicht spielen. Noch schnell "D" in der Mittelkonsole gerückt und damit die erste Fahrstufe des Neungang-Doppelkupplungsgetriebes eingelegt, und los geht's.

Der NSX klebt wie ein Kaugummi auf der Straße

Mit 581 PS rangiert der NSX in der Liga eines Porsche 911 Turbo.

Ohne das kleinste Loch oder eine Verzögerung nimmt der Honda Fahrt auf, beamt sich in weniger als drei Sekunden aus dem Stand auf 100 und posaunt derart rotzig mit seinen sechs Zylindern, dass die kleinen Härchen auf den Armen strammstehen! Dass das Ganze nicht viel schneller geht als etwa in einem 911 Turbo? Egal, dafür bietet der Honda viel mehr Lametta. Doch nicht nur die Beschleunigung ist nicht von dieser Welt, es ist das Fahrverhalten des Honda. Egal ob enge Kurve oder sauschnell gefahrene Abbiegung, der NSX klebt auf der Straße wie ein Kaugummi unterm Schuh. Untersteuern? Keine Spur. Nervöses Heck? Nicht mal im Ansatz. Der mechanische Grip ist allzeit präsent, ein fetter Spoiler wie etwa bei einem 911 GT3 RS ist völlig unnötig.

Die beiden E-Motoren an der Vorderachse zementieren jedes noch so kleine Turboloch einfach zu.

Dazu kommt, dass der Fahrer diesen Sportwagen ganz anders bewegen kann als jeden anderen Konkurrenten. Man kann nämlich wegen des neutralen Fahrverhaltens extrem früh wieder aufs Gas, die beiden E-Motoren an der Vorderachse ziehen den NSX förmlich aus der Kurve, zementieren jedes noch so kleine Turboloch einfach zu. Honda verspricht, dass der neue NSX auf der Rennstrecke schneller ist als ein Ferrari 458 Italia und ein Porsche 911 Turbo. Ohne es nachgemessen zu haben, scheint die Aussage nicht übertrieben optimistisch zu sein. Ein Honda als fahrdynamisches Vorbild in der Klasse bis 600 PS? Vor dieser ersten Testfahrt hätten wir abgewunken, jetzt scheint es glaubhaft!

Rund 1600 Autos werden jährlich gebaut

Schalter in der Mittelkonsole steuern das Neungang-Doppelkupplungsgetriebe.

Klar, dass Honda dieses Paket selbstbewusst macht. So selbstbewusst, dass der NSX, wenn er im Herbst 2016 auf den deutschen Markt kommt, garantiert kein Schnäppchen wird. Rund 180.000 Euro sollten seine Käufer einkalkulieren. Und ein wenig Geduld, denn noch steht nicht fest, wie viele NSX aus der Jahresproduktion von rund 1600 Autos ihren Weg aus dem Werk in Ohio über den großen Teich finden werden. So oder so, die Legende vom NSX lebt weiter.

Honda NSX (2015): Fahrbericht

Autor:

Stefan Voswinkel

Fazit

25 Jahre nach dem ersten NSX bringt Honda wieder "The next big thing" an den Start. Einen intellektuellen Sportwagen, der fahrdynamisch das Potenzial hat, Porsche und Ferrari hinter sich zu lassen. Und ganz nebenbei mit seinem Hybridantrieb fasziniert. Schon jetzt ist der NSX einer der begehrenswertesten Sportwagen unserer Zeit, sauteuer und selten. Das ist der Stoff, aus dem Legenden gestrickt werden!

Stichworte:

Supersportwagen

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