Hyundai/Kia: Streit um Verbrauchsangaben

— 08.11.2012

US-Kunden reichen Klage ein

Wegen falscher Verbrauchsangaben in Prospekten haben Kia und Hyundai in den USA mächtig Ärger am Hals. Jetzt haben auch noch Kunden Klagen eingereicht. Für die Autobauer kann das teuer werden.



(dpa) Kia und Hyundai müssen sich wegen eines zu hohen Verbrauchs zahlreicher Modelle vor Gericht verantworteten. In den vergangenen Tagen gingen mindestens zwei Klagen betroffener Käufer vor einem Bezirksgericht in Kalifornien ein. Die beteiligte Anwaltskanzlei Hagens Berman bezifferte den Schaden für die Kunden auf etwa 775 Millionen Dollar (605 Mio Euro). Die beiden zusammenhängenden südkoreanischen Autobauer hatten in der vergangenen Woche eingeräumt, dass bei rund 900 000 in Amerika verkauften Wagen der angegebene Verbrauch nicht stimmt. Die US-Umweltbehörde EPA hatte bei Tests herausgefunden, dass einzelne Modelle im Extremfall bis zu 1,5 Liter auf 100 Kilometer mehr schlucken als versprochen.

Zoff um Verbrauchswerte: Durstiger als versprochen 

Kia und Hyundai hatten sich bei den Kunden entschuldigt, die Verbrauchsangaben nachträglich korrigiert und den geprellten Käufern versprochen, für den Mehrverbrauch aufzukommen. Die Anwälte kritisierten das Verfahren für die Rückerstattung der Spritkosten jedoch als zu kompliziert. Zudem würden die Käufer nicht für den "mit Sicherheit auftretenden Wertverlust der Wagen" entschädigt. Schon die freiwillige Rückerstattung kostet die Hersteller nach Schätzungen der Ratingagentur Moody's pro Jahr etwa 100 Millionen Dollar – und das so lange, bis die Autos irgendwann verschrottet werden. Doch das kann dauern, sind doch die Modelljahre 2011 bis 2013 betroffen.

Herstellerangabe gegen Testverbrauch

Als schlimmer schätzte Moody's jedoch den Imageschaden ein. Kia und Hyundai werben in den USA und Kanada mit dem geringen Verbrauch ihrer Autos – und das erfolgreich. Die beiden Hersteller kamen alleine von Januar bis Oktober auf knapp 1,1 Millionen verkaufte Autos in den USA. Damit spielen sie in einer Liga mit den in Nordamerika sehr erfolgreichen japanischen Herstellern. Grund für die fehlerhaften Verbrauchsangaben waren nach Angaben der Firmen falsche Abläufe in einem gemeinsam genutzten Testzentrum in Korea.

Überblick: Alles zum Thema Spritsparen

Ob man nun an einen Fehler glauben möchte oder nicht – fest steht, dass es die Hersteller mit ihren Verbrauchsangaben auch hierzulande nicht allzu genau nehmen. Ein Test von autobild.de im Juni 2012 förderte teils abenteuerliche Abweichungen der Herstellerangaben von den realen Verbräuchen zutage. Einen besonders dicken Vogel schoss Fiat ab: Der Panda 0.9 Twinair Start&Stopp Lounge (85 PS) soll sich laut Prospekt mit 4,2 Litern auf 100 Kilometer begnügen. Der Testverbrauch ergab jedoch einen tatsächlichen Verbrauch von 6,9 Litern. Das entspricht einer Abweichung von 2,7 Litern bzw. satten 64,3 Prozent. Mehr Beispiele gibt's in der Bildergalerie in der Mitte des Artikels.

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