Jaguar X-Type (ab 2001)

Gebrauchtwagen Jaguar X-Type Gebrauchtwagen Jaguar X-Type

Jaguar X-Type (ab 2001)

— 08.08.2005

Nur ein feinerer Mondeo?

Wo Jaguar draufsteht, ist nicht immer Jaguar drin. Zum Beispiel der X-Type. Der fährt mit Ford-Technik.

Angebot und Nachfrage

A4, 3er, C-Klasse verkaufen sich prächtig. Warum also nicht in diesem Segment auf Kundenfang gehen? So dachte Jaguar, als es an den X ging. Allradantrieb mußte sein, Frontantrieb und Diesel waren den Briten damals nicht vornehm genug. Damit nahm das Unheil seinen Lauf.

Die Kunden wollten drehmomentstarke Diesel – aber kaum Allrad. Und heute: Mangels Erfolg wurde die Produktion des X-Type kräftig reduziert, Dieselmotor und ein bürgerliches Kombi-Heck brachten zwar ein paar neue Neuwagenkunden – aber so richtig kam der Baby-Jaguar nie in Schwung.

Nach vier Jahren laufen nun vermehrt Gebrauchte beim Händler auf und warten mal wieder auf Käufer. Teilweise ganz schön lang, denn attraktive Leasingangebote für Neue machen Gebrauchtwagenhändlern das Leben noch schwerer – und sorgen für fallende Preise. Einen X-Type mit 2,5-Liter-V6 gibt es laut Liste bereits ab etwa 13.000 Euro.

Technik und Antrieb

Tatsächlich aber werden selten Listenpreise bezahlt – hier haben die Käufer das Sagen. Und da starke Benziner mit Allrad kaum gesucht sind, bekommen sie für relativ schmales Geld ein interessantes Auto. Das liegt natürlich auch daran, daß die kleine Nobel-Katze eigentlich ein etwas feiner angezogener Mondeo ist. Ein Großteil der Technik stammt aus dem Ford.

Am X-Type wurde in jeder Fuge gespart, leider auch an der Qualität. Defekte Automatikgetriebe unter 100.000 Kilometer, Motorschäden und ausfallende Komfortfunktionen erwarten Kunden eines Premium-Produktes sicher nicht. Damit zu kämpfen haben sie dennoch regelmäßig. Der Antriebsstrang scheint fürs Gleiten konzipiert zu sein, den ICE-Modus auf der Autobahn schützt der X gar nicht. Dazu kommt, daß das Jaguar-Werkstattnetz nicht gerade für perfekten Kundendienst bekannt wurde.

Doch es gibt auch Gutes zu berichten: Klappern scheint nur ein Leiden von Montagsautos zu sein, am Jaguar-Band schenkt man dem Wagen offensichtlich viel Liebe. Doch was nutzt das, wenn zuvor der Sparstift regierte? Was spricht für einen Jaguar X-Type? Er gilt als Exot in einer Klasse, die von Massenware dominiert wird. Frei von Fehlern sind die Mitbewerber auch nicht. Dafür teurer. So gesehen, ist er ein Tip für Schnäppchenjäger. Solange nichts kaputtgeht ...

Historie, schwächen, Kosten

Modellgeschichte 4/01 Der Jaguar X-Type rundet als kleinstes Modell die Palette in Deutschland ab. Motorisierungen zum Start: 2.5-V6 mit 196 PS und 3.0-V6 mit 231 PS. Preise ab 30.400 Euro. Den ersten Jaguar mit Allrad gab es mit Handschaltung oder Automatik 3/02 Neuer V6 mit zwei Liter Hubraum, 156 PS Leistung 6/03 Executive Special Edition für den 3.0 7/03 Der X-Type bekommt einen Vierzylinder-Diesel mit 130 PS 1/04 Der neue Kombi heißt Estate. Leistung: 156 PS, 196 PS, 231 PS, Diesel-Estate mit 130 PS

Schwachstellen • Ölverlust am Antriebsstrang gehört bei Jaguar leider oft dazu, auch der X-Type kennt dieses Leiden. Motor, Getriebe, Differential – hier sind viele Bauteile betroffen • Getriebeschäden werden hauptsächlich von der Automatik berichtet, der Schalter scheint stabiler zu sein • Motorschäden sind nicht selten eine Folge von Überhitzung, der X ist kein Typ für Raser, sondern schätzt ruhiges Gleiten • die Gummilager der Achsen sind bei Fahrzeugen des ersten Baujahres und hoher Laufleistung nicht selten spröde, bei der Probefahrt daher auch auf Knarrgeräusche bei großen Unebenheiten achten • Komfortfunktionen wie Klimaanlage, elektrische Fensterheber oder Sitzheizung machen Spaß – sofern sie zuverlässig funktionieren

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Jaguar X-Type 2.5 V6, 144 kW/196 PS, Baujahr 2001. Heftige Ersatzteilpreise, vieles ist nur als Neuteil und nicht im Austausch erhältlich. Schade, denn Lichtmaschine und Anlasser sind recht teuer.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Nicht einfach, für gebrauchte X-Type nette Worte zu finden. Der X hat außer Image kaum Vorteile, kann nichts wirklich besser als seine Konkurrenten. Allrad? Audi, BMW und Mercedes haben mehr Erfahrung. Verarbeitung? Wurde mit den Jahren besser, doch selbst der Ford Mondeo übertrifft den X. Haltbarkeit? Die zahlreichen Getriebe- und Motorschäden sind keine Empfehlung. Immerhin: Dank Wertverlust stimmt der Gebrauchtwagenpreis." Nikolaus Eickmann, Kfz-Mechaniker und AUTO BILD- Redakteur

Modellempfehlung Jaguar X-Type 2.5 V6 (144 kW/196 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 169 Euro im Jahr/Euro 4 Testverbrauch: Werksangabe 9,6 Liter, gemessen 9,6 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (25/500 Euro SB): 1550 Euro. Teilkasko (26/150 Euro SB): 182 Euro. Haftpflicht (18): 985 Euro (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 16.000 Kilometer, etwa 250 bis 350 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 52 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 2500 Euro Verlust

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