Jeep Cherokee Trailhawk: Fahrbericht

Jeep Cherokee Trailhawk Jeep Cherokee Trailhawk Jeep Cherokee Trailhawk

Jeep Cherokee Trailhawk 4x4: Fahrbericht

— 23.12.2014

Ein SUV für alle Fälle

Der Jeep Cherokee Trailhawk fällt nicht nur durch sein Design auf. Das V6-SUV beherrscht auch – anders als Q5, X3 & Co. – den Geländeritt. Fahrbericht.

Das Design ist speziell und nicht für jeden Geschmack. Besonders an der Nase des Jeep Cherokee scheiden sich die Geister. Und die läuft beim Offroad-Modell Trailhawk auf Grund eines neuen, von Chrom befreiten Stoßfängers noch spitzer zusammen. Dadurch verbessert sich sogleich der Böschungswinkel, womit der Trailhawk unmissverständlich klar macht: Mit mir darfst Du auch ins Gelände – und zwar richtig! Hinzu kommen serienmäßig eine robuste Rundum-Beplankung, Unterbodenschutz, Allradantrieb, Geländeuntersetzung, Hinterachssperre und 22 Zentimeter Bodenfreiheit. So ausgestattet unterscheidet sich der Jeep sogar deutlich von deutschen Premium-SUVs wie Mercedes GLK (GLC), BMW X3 und Audi Q5, die abseits der Piste höchstens am Felsen schnuppern, ihn aber nicht erklimmen.
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Video: Jeep Cherokee Trailhawk (2014)

Ein wahres Offroad-Monster

Abgesehen von den bequemen Ledersitzen geriet das Interieur im Vergleich zur genannten deutschen Konkurrenz eher duchschnittlich. Außerdem wurde die Haptik vernachlässigt, was allerdings nicht für das griffige Lenkrad gilt. Dafür sind die Armaturen übersichtlich angeordnet und sauber verarbeitet. Nichts knarzt oder knackt, selbst wenn der Cherokee über dicke Felsbrocken balanciert. Sollten beim Offroadeinsatz Handschuhe von Nöten sein, erweisen sich die groß dimensionierten Knöpfe und Drehschalter von Vorteil. Der Trailhwak ist eben auf Nutzwert ausgelegt. Zig Ablagemöglichkeiten lassen vom Kleinkram bis zur großen Getränkeflasche alles sicher verstauen. In der Mittelkonsole sind gleich zwei USB-Anschlüsse untergebracht, weil in der Regel auch der Beifahrer sein Handy laden möchte – so gehört sich das heute! Im Bereich Multimedia und Connectivity ist der Jeep ohnehin auf dem Stand der Zeit. Der 8,4-Zoll-Touchscreen ist dank intuitiv strukturiertem Menü leicht zu bedienen. Für den Internetzugang lässt sich problemlos ein Hotspot einrichten.

Jeep Cherokee Trailhawk: Fahrbericht

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Die Rücksitzbank lässt sich im Verhältnis 60:40 geteilt umklappen und um 15 Zentimeter längs verschieben.

Genug Knieraum und ausreichend Kopffreiheit ermöglichen auch großen Menschen lange Reisen auf der ordentlich gepolsterten Rücksitzbank. Diese lässt sich nicht nur im Verhältnis 60:40 geteilt umklappen, sondern auch um 15 Zentimeter längs verschieben. Das Platzangebot im Gepäckraum variiert dadurch laut Jeep zwischen 514 und 714 Liter Volumen. Der bezifferte Maximalwert von 1267 Litern soll sich mit umgeklappter Rückenlehne erreichen lassen. Gefühlt ist weniger Platz vorhanden, dafür ist die Ladefläche eben. Für besonders lange Gegenstände kann sogar noch die Rückenlehne des Beifahrersitzes umgelegt werden. Außerdem bietet der Cherokee ein serienmäßiges, vollwertiges Reserverad, was sicherlich Platz raubt, aber bei Pannen im Gelände mehr als Noträder oder Reparatursets taugt. Daneben sorgen zahlreiche optionale Ösen, Haken und Ablagefächer dafür, dass selbst im Gelände alles an Ort und Stelle bleibt und nicht durch den Kofferraum fliegt.

Dieser V6-Benziner ist kein Säufer

Laut Jeep soll der 3,2-Liter-V6 im Durchschnitt zehn Liter verbrauchen und das ist auch realistisch.

Der 272 PS starke 3,2 Liter große V6-Benziner hat mit dem immerhin gut zwei Tonnen schweren Cherokee Trailhawk keine Probleme. Beim in den USA so beliebten Ampelstart überträgt der Antrieb sogar so hastig seine Kraft auf die Vorderachse, dass der automatische Allradantrieb erst nach kurzer Verzögerung die Hinterräder zur Unterstützung ruft. Immerhin hat man die Aufmerksamkeit auf seiner Seite, wenn der Trailhawk für wenige Sekunden mit seinen groben Allwetterreifen über den Asphalt kratzt. Mit etwas Übung und diszipliniertem Gasfuß lässt sich jedoch die Showeinlage vermeiden. Bei der Neun-Stufenautomatik von ZF stört lediglich eine minimale Verspätung bei der richtigen Gangwahl, wenn sie beim Beschleunigen runter schalten muss. Ein Diesel wird für den Trailhawk nicht angeboten. Die Amerikaner werden sich bei einem Benzinpreis von umgerechnet 65 Cent pro Liter nicht daran stören. Zumal der V6 schneller beherzter zugreift, als viele Dieselmotoren. Das lässt ihn gut über kurze Gasstöße durch schwieriges Gelände dirigieren. Außerdem wird der angegebene Durchschnittsverbrauch von 9,6 Litern sogar bei der nicht gemessenen Testfahrt fast Punktgenau nach Bordcomputer erzielt.

Waschechter Offroader

Ein Offroad-Tempomat ermöglicht konstante Bergauf- und Bergabfahren mit regelbarer Geschwindigkeit.

Die Basis des Jeep Cherokee Trailhawk ist zwar die gleiche, die auch bei der Alfa Giulietta oder dem Chrysler 200 verwendet wird, wovon man sich aber nicht täuschen lassen sollte. Obwohl die Plattform auf Vorderradantrieb ausgelegt ist, bewegt sich der Jeep stets souverän mit automatischer Allradantrieb, Untersetzungsgetriebe und Hinterachssperre durchs Gelände. Mit dem sogenannten "Active Drive Lock"  kann die Hinterachs-Differenzialsperre für maximale Geländegängigkeit entweder manuell zugeschaltet oder vom Dreh-Drück-Schalter (Selec-Terrain), zum Beispiel im "Rock"-Modus, automatisch aktiviert werden. Das ebenfalls serienmäßige Selec-Speed-Control-Assistenzsystem des Trailhawk hilft, steile Steigungen oder Abfahrten zu meistern. Wie ein "Offroad-Tempomat" ermöglicht das System konstante Bergauf- und Bergabfahren mit regelbarer Kriechgeschwindigkeit, ohne den Einsatz von Brems- oder Gaspedal.

Gute Mischung aus Geländewagen und SUV

Auf der Straße macht sich das straff abgestimmte Fahrwerk mit seinen verlängerten Federwegen besonders bei starken Querfugen im Cockpit bemerkbar. Die direkte Lenkung verleitet schnell zur sportlichen Fahrweise. Doch leichte Wankbewegungen in Kurven erinnern einen schnell daran, dass diese Autoklasse nicht für wilde Rennen gebaut wurde. Insgesamt bieten Ferderung und Dämpfung genug Restkomfort und machen den Cherokee Trailhawk auf der Straße mehr zum bequemen SUV als zum holprigen Geländewagen.

Technische Daten Jeep Cherokee Trailhawk: 3,2-Liter-V6-Benziner • 272 PS • 315 Nm bei 4300 U/min • 0–100 km/h in 8,4 s • Vmax 180 km/h • 223 g CO2 • Verbrauch 9,6l SP/100 km • Preis ab 48.000 Euro.
Robin Hornig

Fazit

Mit einem Startpreis von 48.000 Euro ist der Jeep Cherokee Trailhawk alles andere als günstig. Verglichen mit der deutschen SUV-Konkurrenz in dem Segment ist der Jeep jedoch preislich weit unten angesiedelt und bietet obendrein höheren Nutzwert. Die Amerikaner stören sich offenbar auch weniger am Design des neuen Cherokee. Denn dort läuft es seit einem Jahr ausgesprochen gut für ihn. Im November war er sogar noch vor dem Grand Cherokee das beliebteste Fahrzeug bei den Jeep-Kunden.

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