Reifenkennzeichnung: Winterreifen
Winterreifen erkennen: Auf dieses Symbol müssen Sie achten

Das Kürzel M+S allein reicht heute nicht mehr aus, um einen Reifen als wintertauglich auszuweisen. Für Reifen, die ab dem 1. Januar 2018 produziert wurden, ist ein anderes Symbol entscheidend. AUTO BILD erklärt, worauf Autofahrer achten müssen.
Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Das Wetter wird deutlich kühler. Ab Oktober steigt das Risiko von Frost und damit auch von glatten Straßen. Nicht ohne Grund gilt die Faustregel für den Reifenwechsel: von O bis O – von Oktober bis Ostern. In diesem Zeitraum muss man in Deutschland praktisch jederzeit mit Reifglätte rechnen. (AUTO BILD-Winterreifen-Test 2026)
Wer den Wechsel zu lange hinauszögert, muss bei Werkstätten oft auf einen Termin warten oder selbst zum Radkreuz greifen. Der Gesetzgeber schreibt bei winterlichen Straßenbedingungen wie Schnee, Schneematsch, Eis oder Reifglätte ausdrücklich Winter- oder Ganzjahresreifen vor. Doch woran erkennt der Laie, ob ein Reifen die gesetzlichen Anforderungen erfüllt?
Achten Sie auf das Alpine-Zeichen mit der Schneeflocke
Entscheidend ist das sogenannte Alpine-Symbol auf der Reifenflanke. Im englischen Sprachraum wird es als „Three Peak Mountain Snowflake“ (3PMSF) bezeichnet. Das Piktogramm zeigt eine Schneeflocke vor einem Berg mit drei Gipfeln.
Die Kennzeichnung bestätigt, dass der Reifen die vorgeschriebenen Prüfverfahren bestanden hat und als wintertauglich gilt. Damit erfüllt er auch in Deutschland die gesetzlichen Anforderungen. Das Symbol findet sich sowohl auf Winter- als auch auf Ganzjahresreifen.

Auf das "Alpine"-Symbol (links) kommt es an: Die M+S-Bezeichnung ist lediglich eine Kennzeichnung des Reifenherstellers, steht jedoch nicht für eine Zertifizierung.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Noch immer tragen viele Reifen zusätzlich die Kennzeichnung „M+S“ für Matsch und Schnee. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um eine Herstellerangabe ohne vorgeschriebenes Prüfverfahren. Das M+S-Zeichen allein reicht deshalb nicht aus, um die gesetzlichen Vorgaben für wintertaugliche Reifen zu erfüllen. Entscheidend ist ausschließlich das Alpine- beziehungsweise Schneeflockensymbol.
Beide Kennzeichnungen können gleichzeitig vorhanden sein. Das Alpine-Symbol auf der Reifenflanke ist jedoch Pflicht. Die Übergangsfrist für Reifen mit ausschließlich M+S-Kennzeichnung, die bis Ende 2017 produziert wurden, endete am 30. September 2024. Die meisten Winter- und Ganzjahresreifen bekannter Hersteller tragen allerdings seit Jahren beide Symbole.
Was unterscheidet Winterreifen von Sommerreifen?
Winterreifen unterscheiden sich bereits beim Profil deutlich von Sommerreifen. Sie verfügen über mehr Profilrillen, die Wasser und Schneematsch schneller aus der Aufstandsfläche ableiten. Außerdem ist die Gummimischung weicher. Dafür sorgt ein höherer Anteil an Kieselsäure im Kautschuk. Das verbessert den Grip bei niedrigen Temperaturen gegenüber Sommerreifen und meist auch gegenüber Ganzjahresreifen.

Typischer Winterreifen von Falken mit quer verlaufendem Profil, Lamellen und weicherer Gummimischung.
Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Wie erkenne ich einen Sommerreifen?
Sommerreifen sind für trockene und nasse Fahrbahnen bei höheren Temperaturen ausgelegt. Ihr Profil ist geradliniger gestaltet und besitzt markante Längsrillen zur Wasserableitung. Die Gummimischung fällt deutlich härter aus als bei Winterreifen.

Typischer Sommerreifen von Pirelli mit tiefen, längs verlaufenden Rillen zum Abtransport von Wasser.
Bild: Toni Bader
Wie erkenne ich einen Ganzjahresreifen?
Ganzjahresreifen, auch Allwetterreifen genannt, sollen das ganze Jahr über funktionieren. Deshalb stellen Profil und Gummimischung einen Kompromiss zwischen Sommer- und Winterreifen dar. Lamellen finden sich meist nur in bestimmten Profilbereichen und nicht flächendeckend wie bei Winterreifen. Auch Ganzjahresreifen benötigen das Alpine-Symbol.

Ganzjahresreifen von Kleber, der die positiven Eigenschaften von Sommer- und Winterreifen vereinen soll.
Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Das Alter eines Reifens lässt sich über die sogenannte DOT-Nummer auf der Reifenflanke ablesen. Die ersten beiden Ziffern stehen für die Produktionswoche, die letzten beiden für das Produktionsjahr. Die DOT-Nummer 0118 bedeutet beispielsweise, dass der Reifen in der ersten Kalenderwoche des Jahres 2018 hergestellt wurde.
Fazit
Schneeflocke auf der Reifenflanke heißt noch lange nicht Spitzenklasse. Das Alpine-Symbol bestätigt nur die gesetzliche Wintertauglichkeit. Wer bei Eis, Schnee und Nässe kein Risiko eingehen will, setzt auf einen Testsieger aus dem AUTO BILD-Winterreifen-Test 2026 und wechselt seine Winterreifen spätestens bei vier Millimetern Restprofil.
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