Das Wetter wird deutlich kühler. Ab Oktober steigt das Risiko von Frost und damit auch von glatten Straßen. Nicht ohne Grund gilt die Faustregel für den Reifenwechsel: von O bis O – von Oktober bis Ostern. In diesem Zeitraum muss man in Deutschland praktisch jederzeit mit Reifglätte rechnen. (AUTO BILD-Winterreifen-Test 2026)
Wer den Wechsel zu lange hinauszögert, muss bei Werkstätten oft auf einen Termin warten oder selbst zum Radkreuz greifen. Der Gesetzgeber schreibt bei winterlichen Straßenbedingungen wie Schnee, Schneematsch, Eis oder Reifglätte ausdrücklich Winter- oder Ganzjahresreifen vor. Doch woran erkennt der Laie, ob ein Reifen die gesetzlichen Anforderungen erfüllt?

Winterreifen in 225/55 R18

Autobild LogoTestsieger
Externe Verlinkung
1.
Hankook
Winter i*cept evo 4
1,3
sehr gut
Externe Verlinkung
2.
Pirelli
Cinturato Winter 3 102V
1,4
sehr gut
Externe Verlinkung
2.
Michelin
Pilot Alpin 5 102V AO
1,4
sehr gut
Externe Verlinkung
4.
Goodyear
UltraGrip Performance 3 102 V
1,5
gut
Externe Verlinkung
5.
Bridgestone
Blizzak 6 102V
1,7
gut
Externe Verlinkung
6.
Falken Reifen
Falken Eurowinter HS02 Pro
2,6
befriedigend
Externe Verlinkung
7.
Linglong
Sport Master Winter
2,7
befriedigend
Externe Verlinkung
7.
Matador
MP93 Nordicca
2,7
befriedigend
Externe Verlinkung
9.
Prinx Tire
Prinx Winter Excelia
3,1
befriedigend
Externe Verlinkung
10.
Zeetex
WH1000 SUV
4,5
mangelhaft
Komplette Liste: Winterreifen in 225/55 R18

Achten Sie auf das Alpine-Zeichen mit der Schneeflocke

Entscheidend ist das sogenannte Alpine-Symbol auf der Reifenflanke. Im englischen Sprachraum wird es als „Three Peak Mountain Snowflake“ (3PMSF) bezeichnet. Das Piktogramm zeigt eine Schneeflocke vor einem Berg mit drei Gipfeln.
Die Kennzeichnung bestätigt, dass der Reifen die vorgeschriebenen Prüfverfahren bestanden hat und als wintertauglich gilt. Damit erfüllt er auch in Deutschland die gesetzlichen Anforderungen. Das Symbol findet sich sowohl auf Winter- als auch auf Ganzjahresreifen.
Winterreifen 235/55 R 18 V
Auf das "Alpine"-Symbol (links) kommt es an: Die M+S-Bezeichnung ist lediglich eine Kennzeichnung des Reifenherstellers, steht jedoch nicht für eine Zertifizierung.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD

Noch immer tragen viele Reifen zusätzlich die Kennzeichnung „M+S“ für Matsch und Schnee. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um eine Herstellerangabe ohne vorgeschriebenes Prüfverfahren. Das M+S-Zeichen allein reicht deshalb nicht aus, um die gesetzlichen Vorgaben für wintertaugliche Reifen zu erfüllen. Entscheidend ist ausschließlich das Alpine- beziehungsweise Schneeflockensymbol.
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Beide Kennzeichnungen können gleichzeitig vorhanden sein. Das Alpine-Symbol auf der Reifenflanke ist jedoch Pflicht. Die Übergangsfrist für Reifen mit ausschließlich M+S-Kennzeichnung, die bis Ende 2017 produziert wurden, endete am 30. September 2024. Die meisten Winter- und Ganzjahresreifen bekannter Hersteller tragen allerdings seit Jahren beide Symbole.

Was unterscheidet Winterreifen von Sommerreifen?

Winterreifen unterscheiden sich bereits beim Profil deutlich von Sommerreifen. Sie verfügen über mehr Profilrillen, die Wasser und Schneematsch schneller aus der Aufstandsfläche ableiten. Außerdem ist die Gummimischung weicher. Dafür sorgt ein höherer Anteil an Kieselsäure im Kautschuk. Das verbessert den Grip bei niedrigen Temperaturen gegenüber Sommerreifen und meist auch gegenüber Ganzjahresreifen.
Falken Eurowinter HS01 - Winterreifen 225/40 R 18
Typischer Winterreifen von Falken mit quer verlaufendem Profil, Lamellen und weicherer Gummimischung.
Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD

Wie erkenne ich einen Sommerreifen?

Sommerreifen sind für trockene und nasse Fahrbahnen bei höheren Temperaturen ausgelegt. Ihr Profil ist geradliniger gestaltet und besitzt markante Längsrillen zur Wasserableitung. Die Gummimischung fällt deutlich härter aus als bei Winterreifen.
Die lassen Sie nicht im Regen stehen
Typischer Sommerreifen von Pirelli mit tiefen, längs verlaufenden Rillen zum Abtransport von Wasser.
Bild: Toni Bader

Wie erkenne ich einen Ganzjahresreifen?

Ganzjahresreifen, auch Allwetterreifen genannt, sollen das ganze Jahr über funktionieren. Deshalb stellen Profil und Gummimischung einen Kompromiss zwischen Sommer- und Winterreifen dar. Lamellen finden sich meist nur in bestimmten Profilbereichen und nicht flächendeckend wie bei Winterreifen. Auch Ganzjahresreifen benötigen das Alpine-Symbol.
Ganzjahresreifen Format 235/65 R 16 C Kleber Transpro 4S
Ganzjahresreifen von Kleber, der die positiven Eigenschaften von Sommer- und Winterreifen vereinen soll.
Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Das Alter eines Reifens lässt sich über die sogenannte DOT-Nummer auf der Reifenflanke ablesen. Die ersten beiden Ziffern stehen für die Produktionswoche, die letzten beiden für das Produktionsjahr. Die DOT-Nummer 0118 bedeutet beispielsweise, dass der Reifen in der ersten Kalenderwoche des Jahres 2018 hergestellt wurde.

Fazit

Schneeflocke auf der Reifenflanke heißt noch lange nicht Spitzenklasse. Das Alpine-Symbol bestätigt nur die gesetzliche Wintertauglichkeit. Wer bei Eis, Schnee und Nässe kein Risiko eingehen will, setzt auf einen Testsieger aus dem AUTO BILD-Winterreifen-Test 2026 und wechselt seine Winterreifen spätestens bei vier Millimetern Restprofil.