Kia Soul EV (CES 2016): Fahrbericht

Kia Soul EV Drive Wise (CES 2016): Fahrbericht

— 06.01.2016

Hände weg im Kia Soul

"Drive Wise" nennt Kia seine Technologie für autonomes Fahren. AUTO BILD hat den selbstfahrenden Kia Soul EV im Rahmen der CES getestet.

Hände hoch? Kein Problem: Der Kia Soul EV schafft es auch ohne Zutun des Fahrers zum Ziel.

In rund 15 Jahren will Kia vollautonomes Autofahren im realen Straßenverkehr möglich machen. Unter der neuen Sub-Marke "Drive Wise" entwickeln die Koreaner ihr intelligentes System für autonomes Fahren, das Advanced Driver Assistance System (ADAS), in den kommenden Jahren kontinuierlich weiter. ADAS basiert auf diversen Radar- und Lidar-Systemen sowie auf externen Kameras und GPS, um auf verschiedene Verkehrssituationen, Hindernisse und Gefahrensituationen reagieren zu können. Spätestens 2030 will Kia mit vollautonomen Fahrzeugen, die sowohl mit anderen Autos als auch mit ihrer Umwelt interagieren, offiziell unterwegs sein. Die Koreaner investieren bis 2018 zwei Milliarden Dollar in das Projekt, der US-Bundesstaat Nevada hat bereits Grünes Licht für Testfahrten auf öffentlichen Straßen gegeben. Bereits 2020 soll es dann teilautonom losgehen. AUTO BILD hat in der kalifornischen Mojave Wüste mit einem autonomen Kia Soul EV getestet, was das System jetzt schon drauf hat.

CES 2016: Rundgang

Vollautonomes Fahren bis 2030

Bisher existieren weltweit nur zwei Exemplare des Kia Soul EV mit "Drive Wise"-Technologie.

Im Jahr 2016, 14 Jahre vor dem geplanten Startschuss der Vollautonomisierung von Kia auf unseren Straßen, fahren wir mit dem Kia Soul EV auf die imposante Strecke des Kia-Testzentrums in Kalifornien. Zunächst testen wir das System "UAD" (Urban Autonomous Driving), das 2018 komplett fertig entwickelt sein soll. Es kann die exakte Position des Soul per GPS und mittels diversen Sensoren erfassen, das Auto navigiert mit Unterstützung von Live-Verkehrsdaten schnellstmöglich durch den Großstadtdschungel. Wir halten automatisch an einem Stoppschild, nach drei Sekunden geht es weiter. Mit einer vor uns auftauchenden Ampel kommuniziert der Soul direkt über einen Sender. Auch autonomes Einparken ist möglich, gesteuert vom Fahrer entweder per Smartkey oder Smartwatch.

Der Kia Soul EV kann sogar wie von Geisterhand per Smartwatch autonom einparken.

Danach wird uns "HAD" (Highway Autonomous Driving) vorgeführt – ein System, das die Konzernmutter Hyundai bereits mit einigen Funktionen im Einsatz hat. Es ist radar- und kamerabasiert und erlaubt autonomes Folgen eines anderen Fahrzeugs sowie Überholen, ohne dass der Fahrer eingreift. Bis 50 km/h fährt das Auto sehr ruhig und hält souverän die Spur. Als wir unsere Spitzengeschwindigkeit von rund 120 km/h erreicht haben, schwankt der Wagen minimal nach rechts und links. Hier wird Kia mit Sicherheit noch nacharbeiten.

Kameras, Radar, Lidar – alles an Bord

Außerdem an Bord fürs autonome Fahren auf der Autobahn: Spurhalte- und Abstandssystem, Stauwarner sowie ein Notfall-Stopp-System, das das Auto bei aufkommender Müdigkeit oder im Falle eines Herzinfarkts des Fahrers (von einer Kamera erkannt) schnellstmöglich an den Straßenrand lenkt. Ist bei einem Notfall der Notarzt vor Ort, folgt der Soul dem vorausfahrenden Wagen per Lidar- und Radartechnik zum Krankenhaus. Apropos Radar und Kameras: Der Soul hat vorn vier Kameras (oben an der Frontscheibe, jeweils in den Außenspiegeln und im Grill), ein Lidar (Lasertechnik) unter der Frontschürze und ein SCC Radar oberhalb der Frontschürze integriert. Am Heck sind ein GPS-Empfänger, zwei Radarsysteme und eine Kamera verbaut.

Kia Soul EV (CES 2016): Fahrbericht

Auch bei der Kommunikation zwischen Fahrer und Auto herrscht reger Betrieb. Verantwortlich hierfür ist eine stete Weiterentwicklung des Kia "HMI" (Mensch-Maschine-Interface). Per Fingerabdruck kann der Fahrer seine zuvor programmierten Wunsch-Einstellungen sekundenschnell abrufen: beispielsweise seine Lieblingsmusik, die optimale Temperatur sowie die gewünschten Informationen, die im Head-up-Display angezeigt werden sollen. Änderungen in den Einstellungen können per Gestensteuerung vorgenommen werden. Die Augen des Fahrers bleiben dabei auf die Straße gerichtet. Mit seinem Autonom-Programm möchte Kia ab 2020 vor allem weniger Unfälle, weniger Staus, eine bessere Mobilität, weniger Emissionen und mehr Freizeit in seine automobile Zukunft bringen.

Technische Daten Kia Soul EV: Elektromotor, Leistung: 81,4 kW • max. Drehmoment: 285 Nm • 0-100 km/h: 11,2 sek. • V-Max: 145 km/h • Reichweite pro Akkuladung: 212 km • Stromverbrauch: 14,7 kW/h pro 100km • L/B/H: 4140/1800/1600mm • Leergewicht: 1565 kg.

Stichworte:

Autonomes Fahren

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