Kia Soul EV: Fahrbericht

Kia Soul EV Kia Soul EV

Kia Soul EV: Fahrbericht und Preis

— 17.09.2014

So fährt der Elektro-Soul

Kia gehört längst zu den etablierten Automarken. Doch können die Koreaner auch Stromer? Wir sagen Ihnen, wie sich der Soul EV fährt und was er kostet!

Der Elektromotor des Soul EV leistet 110 PS.

Jetzt kommt das erste E-Auto aus Korea. Mit einem 110 PS starken Elektroantrieb wird aus dem Kia Soul der Soul EV. E-Motor rein und gut? Nein, die Koreaner haben an dem Crossover weitaus mehr getan: Äußerlich unterscheidet sich der Soul EV durch einige Details von seinen Brüdern mit Verbrennungsmotor. Auffälligstes Merkmal an der Front: der vollverkleidete Kühlergrill, hinter dessen Abdeckung sich die beiden Ladebuchsen befinden. Das Heck unterscheidet sich vom normalen Soul durch die überarbeiteten LED-Rückleuchten. Zudem liegt er etwas tiefer und hat einen vollständig verkleideten Unterboden, was die Windschlüpfrigkeit verbessern soll. Kia stellt drei Lackkombinationen zur Auswahl: weiß mit blauem Dach, blau mit weißem Dach und schwarz mit rotem Dach. In der Basisversion kostet der Soul EV 30.790 Euro. Ab November 2014 steht er bei den Händlern.

E-Golf gegen i3 und Leaf

Navi, 8-Zoll-Display, Lederlenkrad – alles Serie

Im Innenraum sitzt es sich vorne wie im Standard-Soul. Weil die Batterie im Unterboden verbaut ist, fällt nur der Fußraum der Fondsitze 80 Millimeter geringer aus. Innen ist der EV in hellen Farben gehalten und bietet ein luftiges Raumgefühl. Das Lenkrad ist serienmäßig mit Leder bezogen und beheizbar. Ebenfalls Serie: Ein Infotainmentsystem inklusive Navi, Rückfahrkamera und 8-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole. Ordert man das Komfort-Paket für 990 Euro kommt der Elektro-Soul mit Parksensoren vorne und hinten, zwei 12V-Steckdosen und Teilledersitzen. Außerdem dürfen sich dann auch die Hinterbänkler über eine Sitzheizung freuen.

Sparsamkeit belohnt der Soul EV

Der 8-Zoll-Touchscreen ist genauso serienmäßig wie das beheizbare Lederlenkrad.

Nach Druck auf den Startknopf (Keyless-Go ist Serie) bleibt der Soul EV stumm wie ein Fisch. Beim Betätigen des Gaspedals schiebt er dezent summend mit maximal 285 Newtonmetern Drehmoment an. Für die Stadt reicht der elektrische Schub völlig aus. Die Kraft entfaltet sich harmonisch. Beim Kickdown tadelt die im Infotainmentsystem integrierte Effizienz-Grafik (in Form eines Baums) einen schweren Gasfuß. Umgekehrt werden sparsame Piloten durch Punktevergabe belohnt, was zu entspannter und somit energiesparender Fahrweise ermuntert. Die Rekuperation (Energierückgewinnung durch Bremsen) ist in drei Stufen regelbar: Im Modus D ist die Rückgewinnung schwach, in Fahrstufe D+Eco wird mehr Energie in die Batterie zurückgeführt, wählt man "B" wandelt der Soul viel Bremsenergie in Strom um. Dann verzögert der Kia merklich, aber nicht ruckartig, so dass das Bremsmoment gezielt eingesetzt werden kann.
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Leichte Lenkung und leises Summen

Hinten gibt es modifizierte LED-Rückleuchten.

Aufgrund der Batterie (277kg) steigt das Leergewicht auf 1565 Kilogramm. Kia hat deshalb das Fahrwerk des Soul EV mit stärkeren Dämpfern ausgerüstet. Der elektrische Crossover federt komfortabel, nur bei massiven Unebenheiten macht sich das Mehrgewicht des Elektroantriebs durch leichtes Rumpeln bemerkbar. Dank des tiefen Schwerpunkts lenkt der Koreaner neutral ein. In schnellen Kurven schiebt er dann gutmütig über die Vorderräder. Die Lenkung ist sehr leichtgängig, was in der Stadt – seinem Haupteinsatzgebiet – nicht unbedingt von Nachteil ist. Einen großen Teil zum Fahrkomfort trägt das geringe Geräuschniveau bei. Der Innenraum ist gut gedämmt, Störgeräusche, Klappern und Knarzen gibt es nicht – nur der Antrieb summt zurückhaltend. Für die passive Sicherheit ist gesorgt: Bis 20 km/h ertönt außen ein Surren, so dass Fußgänger und Radfahrer den leisen Stromer hören – innen ist davon nichts zu hören. Beim Rückwärtsfahren piept der Soul EV ähnlich wie ein Lastwagen.

Kurze Ladezeiten an Gleichstrom-Stationen

Ist der Akku leergefahren, verspricht Kia eine 80-Prozent-Ladung in bis zu 25 Minuten (an einer der seltenen 100kW-Gleichstrom-Ladestationen). Für die gleiche Ladung an einer 50kW-Station braucht der Soul EV 33 Minuten. Schließt man ihn an eine gewöhnliche Wechselstrom-Steckdose an, ist die Batterie nach 10 bis 14 Stunden wieder voll. Dann, so verspricht Kia, legt der Soul EV bis zu 212 Kilometer am Stück zurück.

Technische Daten Kia Soul EV: Elektromotor mit 110 PS • 285 Nm Drehmoment • 145 km/h Höchstgeschwindigkeit • 11,2 Sekunden von 0-100 km/h • 1565 kg Leergewicht • 80-prozentige Akkuladung in bis zu 25 Minuten • Maximale Reichweite laut Hersteller: 212 Kilometer • Preis ab 30.790 Euro • Marktstart November 2014.
Peter R. Fischer

Peter R. Fischer

Fazit

Guter Fahrkomfort, der ausreichend starke Motor und die umfangreiche Serienausstattung zeigen: Ja, die Koreaner können Stromer! Gepaart mit seinem Basispreis von unter 31.000 Euro ist der Kia Soul EV eine vergleichsweise günstige Alternative zu VW e-Golf und BMW i3.

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Kompaktvan

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