Kindersitze: Reboard

— 30.11.2012

Kleinkinder sitzen rückwärts sicherer

Rückwärtsgerichtete Kindesitze kennen deutsche Eltern fast nur von Babyschalen. Doch auch Kinder unter vier Jahre sitzen entgegen der Fahrtrichtung viel sicherer als in einem vorwärtsgerichteten Kindersitz.

Kann ein Kind sitzen, wird es in Deutschland meist in einem vorwärtsgerichteten Kindersitz transportiert. Diese Praxis widerspricht allerdings allen Erkenntnissen zum sicheren Transport von Kindern. Häufig sind die Kinder nämlich noch viel zu jung für den Sitz in Fahrtrichtung. Der Wechsel vom sicheren Rückwärts auf Vorwärts wird nach einem EU-Gesetz bereits ab neun Kilogramm Gewicht erlaubt. Viel zu früh, da die meisten Babys noch weit vor dem ersten Lebensjahr das Gewicht erreichen. Gerade in dieser Zeit sind sie aber besonders gefährdet. Allgemein gilt: Kleinkinder fahren bis zum Alter von vier Jahren rückwärts sicherer. Kinder, die vorwärts sitzend in einen Frontunfall geraten, können schwere Wirbelsäulen- und Kopfverletzungen davontragen oder sogar sterben.

Welcher Sitz? Interaktive Kindersitz-Kaufberatung

Der Kopf eines Kindes ist groß, die Beansbruchung des Nackens enorm.

© Burdi et al., 1968

Was steckt dahinter? Der Kopf eines Kleinkindes macht 25 Prozent seines gesamten Körpergewichtes aus, ist also verhältnismäßig schwer. Nackenmuskulatur und Wirbelsäule sind bis zum Alter von vier Jahren aber noch nicht richtig entwickelt. Kommt es zu einem Frontal-Crash in einem vorwärtsgerichteten Kindersitz, wird der Kopf des Kindes mit enormer Wucht nach vorne geschleudert, während Gurte die Schultern zurückhalten. Bei einem 50 km/h-Crash wirken auf das Kleinkind im Sitz die gleichen Kräfte wie bei einem Sturz aus dem dritten Stock eines Hauses! Hals und Nacken eines so kleinen Kindes können die enorme Wucht eines Aufpralls einfach nicht kompensieren.

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Hals und Nacken des Kindes können die Wucht eines Aufpralls in einem Sitz in Fahrtrichtung nicht kompensieren.

Was tun? Die Antwortet lautet: Reboard-Sitze. Diese rückwärtsgerichteten Kindersitze verteilen die Aufprall-Energie gleichmäßig über den gesamten Rücken des Kindes. Die Sitzschale wirkt wie ein Schutzschild, stützt Kopf und Hals. Experten empfehlen, Kinder bis zu einem Alter von vier Jahren in einem Reboard-Sitz zu transportieren. Ein mit "sehr gut“" bewerteter Reboard-Sitz ist beispielsweise der Cybex Sirona. Mehr Details dazu finden Sie in unserer interaktiven Kindersitz-Kaufberatung.
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Burdi et al., 1968

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Kommentare zum Artikel (8)

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SilverSurfer71
23.05.2013, 14:11Uhr

Ein Kind sollte wenigstens die ersten 2 Jahre, besser aber so lange wie möglich (durchaus auch 4 - 5 Jahre und länger) rückwärts fahren. Übrigens ist die Aussicht besser als nach vorne gerichtet, da das Kind nicht die Rückseite der Vordersitze sieht sondern durch die höhere Sitzposition in den meisten Fällen aus Heck- und Seitenscheiben schauen kann.

SilverSurfer71
23.05.2013, 14:10Uhr

Diese schwachsinnige Wertung des ADAC hat weiter Bestand. Wenn ein Kind bei einem Unfall stirbt oder sich eine Querschnittslähmung zuzieht, liegt das fast immer an der vorwärtsgerichteten Sitzposition. In einem Reboard-Kindersitz tritt diese Belastung nicht auf, selbst bei einem Auffahrunfall. Schön blöd, wer auf die Tests des ADAC hört, der den einfachen Einbau mit 50% wertet und bei dem das „sichere Aussehen“ zählt. Was wirklich zählt ist die Sicherheit, die der Sitz im Falle eines Unfalls bietet. Sonst kann man auf Anschnallgurte und Kindersitze auch verzichten, da das ja alles „umständlicher“ ist als sich und sein Kind einfach ins Auto zu setzen - es geht ja niemand davon aus, dass etwas passiert.

finchen1986
17.05.2013, 23:40Uhr

schade, das nur 2 Reboarder genannt werden in dem Sitz test dabei gibt es doch noh soviel mehr

ohzkb81
17.05.2013, 22:07Uhr

Selten einen solch dumme Einschätzung gelesen... Werter User djsommer1, was machen Sie denn, wenn Ihnen auf der Landstraße ein Fahrzeug auf Ihrer Fahrspur entgegen kommt? Sind Sie dann auch ein schlechter Autofahrer, weil der andere Fahrer zu dumm ist, sein Überholmanöver richtig einkalkulieren zu können, weil er vielleicht einfach zu viel Promille im Blut hat? Oder derjenige, der Ihnen bei der nächsten Gelegenheit die Vorfahrt nimmt und sie gar keine Chance mehr haben, einer Kollision zu entgehen? Oder ein Sekundenschlaf, der viele schon vor einen Baum oder eine Mauer gesetzt hat? Wußte gar nicht, dass Sekundenschlaf direkt mit dem IQ zusammenhängt und die Fahrtüchtigkeit im Allgemeinen. Na wie gut, dass man nie mit der Dummheit anderer rechnen muß, nicht wahr?!

drjsommer1
14.05.2013, 23:32Uhr

Die Argumente für einen Reboarder klingen ja grundsätzlich schlüssig. Allerdings stellt sich die Frage, ob all die Befürworter solcher Systeme sich selbst als schlechte Autofahrer einschätzen. Der Reboarder ist nämlich nur dann besser, wenn man selbst einen Auffahrunfall verursacht.

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