Maserati-SUV (2013): Vorschau

— 01.02.2011

Maserati wagt sich ins Gelände

2013 bringt Maserati einen großen, sportlich-eleganten Crossover auf Basis des Jeep Grand Cherokee. Er ist made in Detroit und kommt wahlweise mit Ferrari-V8, Pentastar-V6 oder mit 3,0-Liter-V6-Diesel VM.



Es gab und gibt sie, diese Exoten-SUVs mit den Mehrmarken-Genen. Wir erinnern uns an den Monteverdi Safari mit IHC-Scout-Unterbau, an die Lagonda-SUV-Studie auf Basis des Mercedes GL, an den Jerrari des Milliardärs Bill Harrah, der sich einen Jeep Grand Wagoneer mit Ferrari-V12 und 365er-Schnauze bauen ließ. Auch Maserati war mehrmals ganz dicht dran am Thema Geländewagen. Der Russe Andrej Trofimchuk schuf 2007 ein Einzelstück namens Kuba, das in Modena allerdings auf wenig Gegenliebe stieß. Giorgetto Giugiaro entwarf den Kubang, der als Maserati GT Wagon auf der Detroit Show 2003 den Markt ausloten sollte. Doch erst Sergio Marchionne wagte den Durchbruch und machte SUV-Nägel mit Köpfen.

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Dickes Ding von Maserati: Der Crossover mit Ferrari-V8 hat rund 400 PS.

Ende November 2010 verkündete der Autoboss, der nach Insidermeinung weniger vom Produkt versteht als so mancher Manager aus dem zweiten oder dritten Glied, dass Maserati ab 2013 ein großes Luxus-SUV im Programm haben wird. Vor sieben Jahren hatte der damalige VW-Chef Bernd Pischetsrieder ein ähnliches Ziel vor Augen. Er wollte mit Hilfe von Audi den aus Aluminium gefertigten Kubang auf die Räder stellen, im Gegenzug die Transaxle-Plattform des Quattroporte für den Phaeton-Nachfolger umfunktionieren und im Weiteren die Konzernfühler in Richtung Ferrari ausstrecken. Doch der Allraddeal scheiterte, Pischetsrieder wurde geschasst, und Maserati hielt sich seither mehr schlecht als recht über Wasser. Im Frühjahr 2010 stieg dann urplötzlich die Stimmung, denn Turin war endlich bereit, die zweite Baureihe mit dem netten Kosenamen Maseratina abzusegnen. Nur ein halbes Jahr später kam gar das Okay für den großen Crossover, an den kaum noch ein Dreizack-Liebhaber geglaubt hatte.

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Gegner aus Ingolstadt: Unter anderem gegen den Audi Q7 muss der Maserati bestehen.

Doch die Vorzeichen für das neue Modell sind zwiespältig, denn Marchionne will den Wagen bei Jeep in Detroit produzieren lassen und als Unterbau die Plattform des aktuellen Grand Cherokee adaptieren. Mit dem noch namenlosen neuen Auto treffen die Italiener auf dicht gestaffelte Konkurrenz. Zu den Rivalen des Italo-Amerikaners zählen Porsche Cayenne, BMW X6, Audi Q7, Mercedes ML 63 AMG, Infiniti FX 50, Lexus RX 350, Range Rover Sport und Cadillac SRX. Um in diesen Kreisen bestehen zu können, muss Maserati nicht nur ein tolles Produkt anbieten, sondern auch Topqualität liefern – eine Tugend, für die das Jeep-Werk an der North Jefferson Ave nicht unbedingt berühmt ist. Auch die Entfernung zwischen dem Entwicklungsteam in Italien und den Bandarbeitern in Amerika ist da keine Hilfe. Außerdem dürfte es den Vertrieblern schwerfallen, für einen neu eingekleideten Jeep den für Maserati typischen Oberklasseaufschlag abzugreifen. In Turin sieht man das natürlich anders. Das Team um den für das Pkw-Geschäft verantwortlichen Harald Wester (zuvor Audi und Ferrari) verweist auf das Modulprinzip von Jeep, das bei der Beplankung und Einrichtung der Architektur völlig freie Hand lässt.

Auch in Bezug auf Aufhängung, Antrieb und Ausstattung will Maserati eine unverwechselbare Alleinstellung durchsetzen. So soll zum Beispiel der Pentastar-V6 für Maserati völlig neu ausgelegt und aufgebaut werden. Aufladung gehört dabei ebenso zum guten Ton wie ein schaltbarer Ansaugtrakt, eine Klappenauspuffanlage und eine speziell abgestimmte Elektronik. Das drehmoment- und verbrauchsoptimierte 3,0-Liter-Aggregat wird in der ersten Ausbaustufe mindestens 300 PS leisten. Der V8 dagegen kommt auch für das SUV aus dem Ferrari-Baukasten. Angedacht ist ein relativ leichter und kompakter 3,9-Liter-Motor, der – doppelt aufgeladen und direkteinspritzend – mit 400 PS fast so stark wäre wie der trunksüchtige 6,1-Liter-V8 aus den SRT8-Modellen von Chrysler/Jeep/Dodge. Für Europa besonders wichtig ist die von VM zugelieferte Dieselvariante, die aus 3,0 Liter Hubraum 275 PS herausholen soll. Als Kraftübertragung ist die ZF-Achtstufenautomatik prädestiniert. Der permanente Allradantrieb stammt zwar von Jeep, doch die Brembo-Bremsen sprechen ebenso italienisch wie das Stabilitätsprogramm und die optionale elektronische Dämpfereinstellung.

Mehr zum neuen großen Maserati und weitere SUV-Neuheiten finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel gibt es in AUTO BILD ALLRAD 2/2011.

Autor: Georg Kacher

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