Die wichtigsten Fakten zum Mercedes-AMG Poject One

Die wichtigsten Fakten zum Mercedes-AMG Poject One

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Mercedes-AMG Poject One: Preis, PS & alle Infos zum Hypercar

— 12.09.2017

Alle Infos zum AMG Project One

V6-Hybridantrieb aus der Formel 1 mit über 1000 PS, schneller als ein Bugatti Chiron und 2,7 Millionen Euro teuer – beim Mercedes-AMG Project One ist nichts gewöhnlich.

Motorsport für die Straße: Was bei vielen Autoherstellern oft nur ein Werbeslogan ist, wird bei AMG zum 50. Geburtstag Wirklichkeit. "Das Mercedes-AMG Project One ist das erste Formel-1-Auto mit Straßenzulassung", sagt Ola Källenius, Vorstandsmitglied der Daimler AG. Die zweisitzige Supersportwagen-Studie leistet mit ihrer Formel-1-Hybrid-Technologie über 1000 PS und fährt schneller als 350 km/h. Entwicklung und Umsetzung erfolgten in Zusammenarbeit mit den Formel-1-Experten von Mercedes-AMG High Performance Powertrains in Brixworth sowie Mercedes-AMG Petronas Motorsport in Brackley. Das Konzeptfahrzeug gibt bereits zahlreiche konkrete Hinweise auf das kommende Serienmodell, das für 2019 geplant ist.
Premiere des AMG Project One ist auf der IAA (14. bis 24. September 2017) 

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Design: Endrohr wie bei der Formel 1

Mehr geht nicht: Hai-Finne und mittiges Endrohr am Heck des AMG Project One.

©Daimler AG

Große Lufteinlässe, die von U-förmigen Flaps eingerahmt sind sowie flache LED-Scheinwerfer dominieren die Front des AMG Project One. Übers Heck spannt sich eine Hai-Finne. Der zweigeteilte Diffusor wird vom mittigen Endrohr unterbrochen. Das Design des Endrohrs mit einem großen, runden Auslass und zwei weiteren kleinen, runden Öffnungen wurde direkt von den Formel-1-Fahrzeugen übernommen. Die Rückleuchten nehmen die Form der Frontscheinwerfer auf und erinnern mit jeweils drei rautenförmigen Lichtelementen an das AMG-Logo. Den Hybridantrieb des AMG Project One erkennt man an den zwei Tankklappen – hinten rechts für Superbenzin und hinten links die Ladebuchse für die Plug-in-Hybridbatterie.

Aerodynamik: Anpressdruck und Luftzufuhr für die Power-Unit

Durch die schwarzen Luftauslässe in der Fronthaube wird der Luftstrom seitlich um die Fahrerkabine herumgeleitet. So gelangt die Luft in den Ansaugtrakt auf dem Dach. Der Anpressdruck auf die Vorderachse soll durch den automatisch ausfahrenden Frontsplitter und die aktiven Lüftungsschlitze (sogenannten Louvres) in den vorderen Rathäusern begünstigt werden. An den Flanken leiten schwarze Luftleitflächen aus Carbon den Luftstrom um die Karosserie. Hinten führen zwei große sogenannte NACA-Lufteinlässe die Luftströme zum im Heck platzierten Motor- und Getriebeölkühler.

Interieur: Carbon-Monocoque mit Smartphone-Ablage

Komfort muss sein: Immerhin gibt es Klimaanlage, Fensterheber und Handyablage im Cockpit.

Wie beim Rennsport typisch, öffnen die Türen des Mercedes-AMG Project One gleichzeitig nach vorn und nach oben. Über die großen Einstiege gelangt man ins Carbon-Monocoque. Noch lässt AMG keinen auf den Fahrersitz, AUTO BILD durfte aber zumindest schon die Nase ins Cockpit stecken. Und dort riecht es ganz stark nach Motorsport. Es gibt keine Verkleidung, dafür viel Carbon, alles ist auf Funktionalität getrimmt. Zwei schwarze Schalensitze mit verstellbaren Rückenlehnen sind ins Monocoque integriert. Die Sitze sind mit rutschfestem Mikrofaservlies und Nappaleder bezogen. Eine Höheneinstellung gibt es nicht. Für die richtige Sitzposition lassen sich Pedale und Lenkrad justieren. Die zwei freistehenden 10-Zoll-Displays sind in Echtmetall eingefasst – eines leicht erhöht vor dem Fahrer, das andere rechts auf der Mittelkonsole dem Fahrer zugeneigt. Unter dem Mittelbildschirm sind zwei rechteckige Lüftungsdüsen. Dann kommt die Mittelkonsole mit dem Start-Stopp-Knopf. Davor befindet sich ein Ablagefach mit transparentem Deckel – an eine Handyablage hat Mercedes-AMG also auch gedacht.

Lenkrad wie in der Formel 1 und recht viel Komfort

Das oben und unten abgeflachte Lenkrad mit integriertem Airbag erinnert ebenfalls an die Formel 1. Über die beiden aus E- und S-Klasse bekannten integrierten Touchpads lassen sich die Fahrprogramme, Fahrwerkseinstellungen oder die LED-Schaltanzeige im oberen Lenkradbereich einstellen. Die Kraftübertragung auf die Hinterräder erfolgt mittels eines komplett neu für das Mercedes-AMG Project One entwickelten Achtgang-Schaltgetriebes. Es wird hydraulisch aktuiert und kann manuell per Schaltpaddles am Lenkrad oder automatisiert geschaltet werden.

In der Carbon-Türverkleidung stecken vor den Türgriffschlaufen die Fensterheberschalter. Elektrische Fensterheber senken sicherlich nicht das Gewicht, erhöhen aber den Komfort. Sie sind ebenso serienmäßig an Bord wie die Klimaanlage. Weitere Komfort-Features sind die Ablagefächer links und rechts hinter den Sitzen. Der Innenspiegel wurde durch einen Bildschirm ersetzt, der Echtzeitbilder zeigt. Das Aluminum-Bildschirmgehäuse ist in das Dach integriert und beherbergt weitere Bedienelemente.

Launchcontrol: Schneller als der Bugatti Chiron auf 200 km/h

Die Fahrprogramme im AMG Project One reichen vom rein elektrischen Betrieb bis hin zu einem Race-Modus, der laut AMG einer Einstellung entspricht, die in der Formel 1 im Qualifying für bestmögliche Rundenzeiten sorgen würde. Das ESP lässt sich auf "Ein", "Sport-Handling" und "Aus" konfigurieren. Eine Launchcontrol ist ebenfalls im Programm. Die "Race Start"-Funktion soll eine Beschleunigung von 0-200 km/h in weniger als sechs Sekunden erlauben. Damit wäre der Bugatti Chiron geschlagen, der dafür 6,5 Sekunden benötigt. Musik und Infotainment kommen auch nicht zu kurz: Mit dem COMAND-System sind alle bekannten Funktionen zur Smartphoneintegration an Bord, vielleicht sogar Online-Dienste.

Verbrennerantrieb: V6-Hybridbenziner mit 1,6 Liter Hubraum

Hinten sitzt ein V6 mit zwei E-Motoren, vorne gibt es zwei weitere Elektromaschinen

Der Plug-in-Hybrid Antrieb des Mercedes-AMG Project One stammt direkt aus der Formel 1. Er besteht aus einem Hybrid-Turbo-Verbrennungsmotor mit insgesamt vier Elektromaschinen: Eine ist im Turbolader integriert, eine weitere befindet sich direkt am Verbrennungsmotor und ist mit der Kurbelwelle verbunden, die zwei restlichen E-Motoren treiben die Vorderräder an. Der 1,6-Liter-V6-Hybrid-Benzinmotor mit Direkteinspritzung und elektrisch unterstützter Single-Turboaufladung hat vier obenliegenden Nockenwellen, die über Stirnräder angetrieben werden. Um ein hohes Drehzahlniveau zu erreichen, sind die mechanischen Ventilfedern durch pneumatische Ventilfedern ersetzt worden. Das in Mittelmotorposition vor der Hinterachse eingebaute Triebwerk dreht laut AMG bis zu 11.000 U/min, was für ein Straßenfahrzeug derzeit angeblich einzigartig ist. In der Formel 1 darf der Motor bis 15.000 U/min drehen, ist aber aus Effiziensgründen auf 13.500 U/min begrenzt. Für eine längere Haltbarkeit und die Verwendung von handelsüblichem Super-plus-Benzin statt Rennkraftstoff bleibt der Motor des Project One jedoch unter dem F1-Drehzahllimit. Die Kraft des Antriebs wirk ausschließlich auf die Hinterachse.

Wartung: Motorüberholung bei 50.000 Kilometern

Eine Besonderheit gibt es bei der Wartung. Der Formel-1-Motor ist für gewöhnlich auf eine Laufleistung von 4000 Kilometern ausgelegt. Weil der Motor im Project One auf 11.000 U/min begrenzt ist und ein anderes Getriebe zum Einsatz kommt, muss die 1,6-Liter-Maschine erst alle 50.000 km überholt werden.

E-Antriebe: MGU-H, MGU-K und zwei weitere Elektromotoren

Abgas- und Verdichterturbine sind voneinander getrennt, neben Abgas- und zur Ansaugseite des V6-Motors positioniert und durch eine Welle miteinander verbunden. Auf dieser Welle befindet sich ein ca. 90 kW starker Elektromotor. Er treibt beispielsweise beim Anfahren oder nach Lastwechseln die Verdichterturbine mit 100.000 Umdrehungen elektrisch an. Die Formel-1-typische Bezeichnung dieser Einheit lautet MGU-H (Motor Generator Unit Heat).

Der elektrische Turbolader dient aber nicht nur als E-Verdichter. Er nutzt einen Teil der überschüssigen Energie aus dem Abgasstrom, um als Generator elektrische Energie zu erzeugen und diese entweder per Rekuperation in der Hochvolt Lithium-Ionen-Batterie zu speichern oder als zusätzlichen Vortrieb einem weiteren Elektromotor zuzuführen. Dieser leistet 120 kW, ist direkt am Verbrennungsmotor positioniert und über einen Stirnradantrieb mit der Kurbelwelle verbunden (MGU-K = Motor Generator Unit Kinetic).

Die zwei jeweils 120 kW starken Elektromotoren an der Vorderachse kommen auf bis zu 50.000 U/min. Sie sind mit je einem Untersetzungsgetriebe mit den Vorderrädern verbunden. Die rein elektrisch angetriebene Vorderachse ermöglicht das individuelle Beschleunigen und Abbremsen und damit eine individuelle Drehmomentverteilung für besonders hohe Fahrdynamik, genannt Torque Vectoring – ein Feature, das auch andere Hypercars wie der neue Honda NSX haben. Die Bremsenergie lässt sich zur Rekuperation, also zur Energieeinspeisung der Batterie nutzen. Über die zwei E-Motoren kann der AMG Project One bis zu 25 Kilometer rein elektrisch fahren, was der Reichweite eines Porsche 918 Spyder entspricht.

Die Anordnung sowie die Kühlung der Batteriezellen entsprechen ebenfalls der Architektur im Mercedes-AMG Petronas Formel-1-Rennwagen. Für den Alltagsbetrieb ist die Anzahl im AMG Project One allerdings um ein Vierfaches größer.
Rivalen des Mercedes-AMG Project One:

Hypercar-Neuheiten bis 2020

Antriebsdaten: Höchstgeschwindigkeit über 350 km/h

Antrieb Hinterachse: 1,6-Liter-V6 mit Direkteinspritzung, vier Ventilen pro Zylinder, vier obenliegenden Nockenwellen und elektrisch unterstützte Single-Turboaufladung sowie einem mit der Kurbelwelle verbundenem E-Motor
Hubraum: 1600 ccm
Leistung Antrieb Hinterachse: > 500 kW
Leistung Antrieb Vorderachse: 2 x 120 kW
System-Leistung: > 740 kW (> 1000 PS)
Elektrische Reichweite: 25 km
Getriebe: Variabler Allradantrieb AMG Performance 4MATIC+ mit hybridangetriebener Hinterachse, elektrisch angetriebener Vorderachse und Torque Vectoring. Automatisiertes AMG Speedshift Achtgang-Schaltgetriebe.
Beschleunigung: 0-200 km/h < 6 s (auf Tempo 100 vermutet AUTO BILD < 2,5 s)
Höchstgeschwindigkeit: > 350 km/h

Fahrwerk, Räder und Bremsen: Push-Rods und neues Schmiederad

Vorn und hinten kommt eine Mehrlenkerkonstruktion mit einstellbaren Gewindefahrwerk zum Einsatz. Die beiden Push-Rod-Federbeine liegen quer zur Fahrtrichtung. Die Anordnung der Feder-/Dämpfereinheit ersetzt die Funktion und Verwendung eines üblichen Rohr-Querstabilisators. Das soll Wankbewegungen auch bei sehr schnellen Richtungswechseln mindern.
 
Eine Neuentwicklung ist auch das Zehnspeichen-Aluminium-Schmiederad mit Zentralverschluss, das dem Mercedes-AMG Project One vorbehalten ist. Es verfügt über eine Teilabdeckung aus Carbon, die die Aerodynamik und den cw-Wert des Fahrzeugs verbessern soll. Für die Verzögerung sorgt eine Keramik-Verbundbremsanlage. Je drei flache Belüftungsschlitze pro Speichenabschnitt sollen die Wärmeableitung der Bremsen optimieren.

Die Reifen-Dimensionen des AMG Project One: Vorne 10,0 J x 19 mit 285/35 ZR 19 Michelin Pilot Sport Cup 2 Reifen (nur für Project One entwickelt), hinten auf 12,0 J x 20 Rädern, mit Michelin Pilot Sport Cup 2 Reifen in der Größe 335/30 ZR 20.

Gewicht: AUTO BILD vermutet 1,3 Tonnen

Ob Mercedes-AMG es noch schafft, ein Leistungsgewicht von eins (ein PS pro Kilogramm) auf die Räder zu stellen, ist derzeit offen. Antrieb und Batterie wiegen allein 520 Kilogramm, selbst in Leichtbauweise. Hinzu kommt das Gewicht der Komfortausstattung. Darum gilt ein Gewicht bei 1300 Kilogramm als realistisch, ausreichend für Fahrleistungen, die auf Augenhöhe mit Koenigsegg und Co liegen.

Preis, Stückzahl und Marktstart

Mercedes-AMG hat verraten, dass insgesamt nicht mehr als 275 Project One gebaut werden und die Bestellbücher gut gefüllt sind. Nach aktueller Auftragslage ist der Project One – trotz eines Preises von rund 2,7 Millionen Euro – ausverkauft. Der Marktstart wird für 2019 erwartet. Doch keine Sorge: Zusammen mit dem viertürigen AMG GT Concept gibt das Mercedes-AMG Project One einen weiteren Ausblick auf die zukünftige Hybrid-Antriebsstrategie der Sportwagenmarke von Mercedes. Da wird also noch einiges kommen!

Die wichtigsten Fakten zum Mercedes-AMG Poject One

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Mercedes-AMG GT4 Illustration
Fotos: Daimler AG

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