Mercedes E-Klasse T (1996-2003)

Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell

Mercedes-Benz E-Klasse T (1996-2003)

— 10.02.2005

Vorsicht, Rostgefahr!

Die Mercedes-Mittelklasse: zuverlässig, langlebig – aber leider rostanfällig.

Karosserie und Marktlage

Was für ein Skandal! In AUTO BILD 17/01 haben wir die E-Klasse der Baureihe W 210 (Bj. 95–03) beim Rosten ertappt. An den Fensterrahmen, aber auch am Unterboden und dem Motorträger. Nur gut, daß Mercedes kulant reagiert, bis heute den Gammel auf eigene Kosten beseitigt. Vorausgesetzt allerdings, das Auto zeigt gewisse Ansätze von Pflege.

Das ist in der Regel der Fall, denn Mercedes-Fahrer wollen vom hohen Anschaffungspreis später beim Wiederverkauf soviel wie möglich zurückbekommen. Was zu der paradoxen Situation führt, daß privat angebotene Daimler oft teurer sind als beim Vertragshändler. Ein billiges Vergnügen ist die E-Klasse jedoch in keinem Fall, erst recht nicht als Kombi.

Unter 10.000 Euro geht gar nichts, höchstens Kilometer-Millionäre gehen billiger weg. Und davon gibt es auch beim einst revolutionären Vierauge wieder eine ganze Menge. Nicht unbedingt mit einer vollen Million, aber eine viertel oder fast eine halbe haben wir schon öfter gesehen. Denn auch dieser Mercedes ist ein Liebling der Vielfahrer, die niedrige Betriebskosten schätzen.

Motor und Qualität

Die Technik ist solide, die Wartung simpel, kostenintensive Zahnriemen gibt es nicht. Außerdem benötigt keiner der insgesamt 14 verschiedenen Motoren im T-Modell (ohne AMG) besonderes Spezialöl, normale Qualitäten (DB-Betriebsstoffliste 229.1 oder 229.3) genügen völlig. Trotzdem ist die Technik standfest, Motorschäden sind so gut wie unbekannt.

Allenfalls die Fünfgangautomatik zeigt eine Häufung von Schäden in den Baujahren 1997 und 1998. Wobei nicht vergessen werden darf, daß rund 80 Prozent der E-Klassen automatisch fahren. Auch wir raten dazu. Nicht nur wegen der hakeligen manuellen Schaltung (Fünfgang, ab 6/99 Sechsgang), sondern auch wegen deren im Alter oft problematischer Kupplungshydraulik.

Doch wahrscheinlicher: Verschleiß am Fahrwerk. Allerdings nicht, wie bei früheren Modellreihen, an der hinteren Raumlenkerachse. Statt dessen macht die Vorderachse Ärger: Die Spurstangenköpfe sind schlicht unterdimensioniert, die hydraulisch gedämpften Buchsen der unteren Querlenker werden undicht und bekommen Spiel. Nach spätestens 150.000 Kilometern steht dann eine Vorderachsüberholung an. Das hört sich früh an, aber bitte nicht vergessen: Die Radaufhängungen anderer Premiumprodukte (Audi, BMW, VW) halten oft nur ein Drittel dieser Distanz.

Ein echtes Mercedes-Manko sind hingegen die pausenlos durchbrennenden Glühlampen im Scheinwerfer. Vor allem die speziellen – und teuren – Halogen-Standlichtlampen halten oft nur ein paar Monate. Obwohl Mercedes bis zum Produktionsende des W 210 Anfang 03 immer wieder beteuerte, das Problem im Griff zu haben. Eigentlich ein Skandal. Wie der Rost, aber ein kleinerer.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 6/95 Einführung der Baureihe W 210 mit dem Vieraugen- Gesicht. Motoren von 95 bis 220 PS, zwei Airbags, ABS und Antriebsschlupfregelung serienmäßig 2/96 Seitenairbags serienmäßig 4/96 Einführung des W-210-T-Modells 9/97 E 240 mit V6-Motor ersetzt den 230er-Vierzylinder 7/98 Einführung moderner CDI-Motoren mit 102 und 125 PS 6/99 Facelift, ESP serienmäßig, zwei neue CDI mit 170 und 197 PS 1/02 Modellwechsel bei der Limousine, 1/03 beim T-Modell

Schwachstellen Anzeigeeinheit zeigt gelegentlich Ausfallerscheinungen am Punktmatrix-Display, vereinzelt auch ungenaue Tankuhren. Korrosion an Fensterrahmen, Motorträger und Unterboden, gelegentlich ist auch die Batteriehalterung betroffen. Mercedes beseitig den Rost auf Kulanzbasis. Differential verliert gelegentlich Öl. Fahrwerk ist solide, aber je nach Einsatz kommt es zu Spiel in den Spurstangenköpfen und Defekten an den hydraulisch gedämpften Querlenkerbuchsen der Vorderachse. Unbedingt solide: die Hinterachse. Automatikgetriebe (Fünfgang) zeigt besonders in den Baujahren 1997 und 1998 erhöhte Defektanfälligkeit.

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Mercedes E 220 CDI T-Modell, 105 kW/143 PS, Baujahr 2000. Blech ist bei Mercedes traditionell teuer, aber auch der Preis für die Lichtmaschine ist saftig. Günstig hingegen Verschleißteile.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Sicherheitsrelevanter Rost ist an der E-Klasse unbekannt, diesbezüglich bewegt sie sich auf dem Niveau verzinkter Fahrzeuge. Eher stört da Verschleiß am Fahrwerk: Spurstangen und Querlenkerbuchsen sind häufig erneuerungsbedürftig. Zusammen mit gelegentlichem Ölverlust und und manchmal defekten Bremsschläuchen sorgt das dafür, daß der Mittelklasse- Daimler in der Statistik nur knapp unterdurchschnittlich abschneidet." Gunnar Dahm, Gutachter TÜV Rheinland Group

Modellempfehlung Mercedes E 220 CDI T-Modell (105 kW/143 PS) Steuer/Schadstoffklasse: 339 Euro im Jahr/Euro 3 Testverbrauch: 7,5 Liter. Werksangabe: 7,1 Liter (Diesel) Versicherung: Vollkasko (26/500 Euro SB): 1047 Euro. Teilkasko (35/300 Euro SB): 271 Euro. Haftpflicht (19): 778 Euro (Basis: R&V-Jahrestarife für Regionalklasse Hamburg, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: nach Anzeige, etwa 350 bis 700 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 35 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 2000 Euro Verlust

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