Mercedes C-Klasse Langversion: Fahrbericht

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Mercedes C-Klasse Langversion: Fahrbericht

— 04.11.2014

So fährt die lange C-Klasse

Mercedes baut die C-Klasse in China jetzt auch als Langversion. Wir sagen Ihnen, wie sich der Luxusliner der chinesischen Mittelschicht fährt.

Die C-Klasse in der Langversion tritt in China gegen die gestretchten Audi A4 und BMW 3er an.

Nirgendwo auf der Welt gibt es mehr Stretchlimousinen als in Peking oder Shanghai. Bei den deutschen Mittelklasse-Limousinen teilten Audi A4 und BMW 3er den chinesischen Markt bisher unter sich auf. Doch jetzt mischt endlich auch Mercedes mit der C-Klasse mit in diesem großen Geschäft. Denn nachdem China mit 150.000 Zulassungen schon für die letzte Generation der C-Klasse zum zweitgrößten Markt geworden ist, bauen die Schwaben ihren Baby-Benz jetzt in Peking für die chinesische Kundschaft auch als Langversion. Von außen sieht man der C-Klasse die acht Zentimeter mehr Radstand kaum an. Wären da auf dem Heckdeckel links nicht das dezente "L" hinter dem Typenkürzel und rechts die chinesischen Schriftzeichen für das lokale Joint-Venture BBAC (Beijing Benz Automotive Co.) würde uns Langnasen der Unterschied im Verkehrsgetümmel in Peking nicht auffallen. Doch innen sieht das ein bisschen anders aus.
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Die Lange C-Klasse bietet einen Hauch von S-Klasse

Den Beifahrersitz nach ganz vorne schieben und schon lässt es sich entspannt auf der Rückbank in der chinesischen Zeitung schmökern.

Sobald einem der chinesische Chauffeur mit weißen Handschuhen den hinteren Wagenschlag öffnet, fühlt sich auch die C-Klasse plötzlich ein bisschen nach S-Klasse, wenigstens nach E-Klasse an. Wo wir Europäer uns schon aufrecht und anständig in den Fond unserer C-Klasse setzten müssen, können sich die Chinesen dort bei mehr Radstand ganz lässig lümmeln. Und weil in der Regel auf dem Beifahrersitz keiner mitfährt, lässt man den Sitz soweit nach vorne surren, dass man sogar die Beine übereinander schlagen kann. Nur größer als 1,80 Meter sollte man nicht sein. Denn mit dem zweigeteilten Panorama-Dach und dem entsprechenden Platzbedarf für das Sonnenrollo wird es sonst ein bisschen knapp über dem Scheitel. Elektrisch verstellbare Fondsitze sucht man ebenso vergebens wie eine Sitzheizung oder gar eine Massage-Funktion. Aber immerhin gibt es spezielle Komfort-Sitze mit weicher gepolsterten Kopfstützen und über jedem Platz einen großen Schminkspiegel. Wer mehr Luxus will, der soll gefälligst E- oder gleich die S-Klasse kaufen.

Der C 260L ist mit 211 PS die stärkste lange C-Klasse

Hinten rechts macht die Langversion also keinen riesigen, aber doch einen spürbaren Unterschied. Vorne links dagegen fühlt sich die C-Klasse an wie immer. Weder die paar Kilo mehr Gewicht noch das bisschen mehr Radstand machen sich beim Fahren sonderlich stark bemerkbar. Im chinesischen Verkehr, der auf maximal 120 km/h beschränkt ist, reichen die beiden Einstiegsmotorisierungen zwar. Der C 200L kommt auf 184 PS und im C 260L werkeln immerhin 211 PS. Doch die luftgefederte Hinterachse, die einer Chauffeurslimousine nicht schlecht zu Gesicht stünde, gibt es erst bei stärkeren Motor-Versionen und ist deshlab nicht mit der Langversion kombinierbar. Mit 350 Newtonmetern kommt der C260L in 7,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h und schafft 241 km/h Spitze. Woanders als in China wird dieses Auto nie unterwegs sein. Denn einen Re-Import der Langversion schließen die Schwaben kategorisch aus.

Lange C- und E-Klasse in China billiger

Die Langversionen von C- und E-Klasse werden in China gebaut und dadurch anders besteuert. Das merkt der Kunde an günstigeren Preisen.

Länge läuft – das ist in China eine goldene Regel. Nicht umsonst bauen die Schwaben auch die E-Klasse in Peking mit gestrecktem Radstand und verkaufen die S-Klasse im Reich der Mitte ebenfalls nur in der Langversion. Und zumindest bei C- und E-Klasse ist das sogar für beide Seiten ein gutes Geschäft: Weil die Langversionen vor Ort gebaut und niedriger besteuert werden, sind sie sogar billiger als die kurzen Importmodelle aus Deutschland. Ein Schnäppchen ist die lange C-Klasse aber trotzdem nicht: Der C 200L kostet 369.000 chinesische Renminbi (RMB) oder umgerechnet rund 48.000 Euro. Der C 260L steht mit 479.000 RMB oder knapp 63.000 Euro in der Liste. Der in China verantwortliche Vorstandsvorsitzende Hubertus Troska setzt große Hoffnungen in das große Auto: "Entwickelt für China, produziert in China, wird die C-Klasse Langversion einer unserer Wachstumstreiber in diesem Markt werden."

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