Mercedes E-Klasse Coupé/Cabrio: Fahrbericht

— 06.05.2013

So fährt das neue E-Klasse Coupé

Mercedes hat E-Klasse-Coupé und Cabrio überarbeitet und erstaunlich sportlich abgestimmt. Erster Fahrbericht im kräftigen E 400.

Ein X für ein U lässt man sich ungern vormachen. Ein C für ein E schon eher – zumindest wenn es einer so geschickt tut wie Mercedes. Denn unter dem Blech von E-Klasse Coupé und Cabrio steckt die C-Klasse. Nur wer dem Zweitürer mit einem Zentimetermaß zu Leibe rückt, kommt der Unstimmigkeit im Stuttgarter Alphabet weiterhin auf die Schliche; Innenbreite und Achsabstand entlarven die C-Klasse-Basis. Ansonsten haben die cleveren Schwaben alle Register gezogen, ihr Coupé künftig noch stärker wie eine echte E-Klasse erscheinen zu lassen.

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Video: Mercedes E-Klasse Coupé

Frisch aus dem Fitness-Studio

Das beginnt bei der Optik, die sich vor allem bei der Leuchtengrafik am Look des jüngst erfolgten Limousinen-Facelifts orientiert. Es setzt sich fort bei der Motorenauswahl, die – wie dort – mit einem 184 PS starken Zweiliter-Benziner startet und mit einem Achtzylinder endet. Und es hört bei der üppigen Auswahl elektronischer Heinzelmännchen noch lange nicht auf. Ein Luftfederfahrwerk wie bei der "richtigen" E-Klasse enthält Mercedes dem Coupé und seinem Stoffverdeck-Zwilling zwar vor. Allerdings passt das durchaus zu der erklärten Absicht, auch jenseits der Optik stärker die sportliche Karte zu spielen. Das E-Coupé möchte kein gemütlicher Gleiter mehr für Graumelierte sein, sondern ein durchtrainierter Dynamiker für betuchte Genießer. Was es auch geworden ist.

Vergleich: E-KLasse gegen Audi A6 und BMW 5er

Der Dreiliter im E 400 leistet 333 PS und bewegt die E-Klasse souverän.

Die Siebenstufenautomatik kommt nicht nur flotter in die Gänge als früher, sondern stellt beim Anfahren beinahe schon übereifrig Kraftschluss her. Auch sonst zeigt sich das E-Klasse Coupé hochmotiviert, vor allem mit dem neuen Doppelturbo-Sechszylinder E 400 (drei Liter, 333 PS). Herzhafte 480 Newtonmeter Drehmoment fallen im gesamten praxisrelevanten Drehzahlbereich von 1400 bis 4000 Umdrehungen über die Kurbelwelle her. Entsprechend lässig bolzt der V6 das 1800-Kilo-Auto durch die Gegend. Wer die Drehzahlnadel fliegen lässt, erntet Sturm – ohne dass das Triebwerk akustisch viel Wind darum macht. Musikalischer ist der V8 des E 500. Dass er auch muskulär noch eine satte Schippe draufzupacken in der Lage ist, mag man in Anbetracht des hier Gebotenen kaum glauben. Ist aber so.

Das Coupé ist erstaunlich sportlich abgestimmt

Fahrwerk und Lenkung sind auf die ambitionierten Aggregate bestens vorbereitet. Mit der neuen elektromechanischen Direktlenkung folgt der E 400 präzise dem eingeschlagenen Kurs und strömt gelassen und dank variabler Übersetzung mit einem Minimum an Lenkarbeit durch die Kurven. Die Feder-Dämpfer-Abstimmung legt den Fokus auf Fahrstabilität, Flauschigkeit spielt klar die zweite Geige. Unterm Strich verdient der Komfort zwar noch das Prädikat gediegen. Insbesondere mit großen, flachschultrigen Rädern dringen Querrillen und Fahrbahnschäden teils aber doch recht unvermittelt durch. Mit einer Heerschar neuer Assistenzsysteme zementiert Mercedes seinen Ruf als Sicherheitspionier, allerdings gibt es die volle Packung nach Art des Hauses nur gegen deftigen Aufpreis. Und 42.660 Euro Grundpreis (E 200) sind auch kein Pappenstil.

Sicherstes Cabrio seiner Klasse

Video: Mercedes E-Klasse Cabrio

Nobel offen fahren

Das Cabrio ist natürlich nochmals teurer (ab 47.600 Euro). Im E-Klasse Cabrio sorgen auch die kleinen Motoren für verblüffend flotte Fahrleistungen ohne schalen Verzichtsgeschmack. Die vierzylindrigen und sehr sparsamen Turbobenziner E 200 (184 PS, 6,4 Liter 100 km) und E 250 (211 PS, 6,2 Liter/100 km) reichen. Wer auf das Prestige von sechs oder acht Töpfen verzichtet ("Entfall Typschild" ankreuzen, dann sieht's der Nachbar nicht!), kann das gesparte Geld anderswo investieren. Zum Beispiel in feine Lederpakete, AMG-Zierrat oder die Luftbremse "Aircap" (821 Euro), die jetzt – sofern gewünscht – bei 40 km/h automatisch aus dem oberen Querholm der Frontscheibe ausfährt, um lästigen Zug im Cockpit zu vermeiden, und bei 15 km/h wieder verschwindet. Durch das serienmäßige Akustikverdeck, das in 20 Sekunden bis Tempo 40 elektrisch öffnet und schließt, ist die offene E-Klasse nicht nur das innen leiseste Cabrio seiner Klasse, sondern dank der großen Zahl von Assistenzsystemen laut Mercedes auch das sicherste.

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