Mercedes S-Klasse (2013): Mitfahrt

— 02.05.2013

Dürfen wir mitfahren, Herr Zetsche?

Im Juli 2013 startet die neue S-Klasse. Ist sie wieder das beste Auto der Welt? autobild.de-Autor Carsten Paulun hat schon mal mit Daimler-Chef Dieter Zetsche eine Runde in einem Prototypen gedreht.



Strahlend blauer Himmel über Stuttgart, 22 Grad. Und ein strahlender Daimler-Chef. Dieter Zetsche kommt gerade aus einer Sitzung mit dem Betriebsrat. Scheint gut gelaufen zu sein, Details will er nicht nennen. Dafür lädt er autobild.de zu einer ersten Probefahrt in der neuen S-Klasse ein und hält die Tür hinten rechts auf. Dort, wo in so einem Wagen sonst immer die Bosse sitzen. "Willkommen im besten Auto der Welt!" Na, bescheiden klingt anders. Was macht die S-Klasse denn so einzigartig? Zetsche: "Keiner ist sicherer und komfortabler."

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Daimler-Chef Dieter Zetsche und autobild.de-Autor Carsten Paulun in der neuen Mercedes S-Klasse.

© Christian Spreitz

Bei Letzterem hat er recht, denke ich und surre per Knopfdruck den Beifahrersitz gaaaanz weit nach vorn, senke meine Rückenlehne um 43,5 Grad, fahre die Wadenauflage aus und kuschle mich in meine kissenähnliche Kopfstütze. Aus den sechs Massageprogrammen wähle ich die Hot-Stone-Funktion. Sanft kneten mir 14 warme Stempel meine müden Rückenmuskeln in Form. Der Mann hat recht: Komfortabler reise ich in keinem anderen Auto der Welt. Knapp 100 Stellmotoren rücken die Sitze in die richtige Position, massieren und sorgen für das richtige Klima. Ich kann währenddessen im Internet surfen, Filme gucken und via Facebook und Co meine Freunde neidisch machen. Oder ich genieße die himmlische Ruhe.

Mercedes S-Klasse: Interieur-Bilder

Mercedes S-Klasse (2013) Mercedes S-Klasse (2013) Mercedes S-Klasse (2013)

Erste Testfahrt im abgeklebten Prototypen. Natürlich bekommt das Serienmodell einen Mercedes-Stern auf die Haube.

© Christian Spreitz

Fahren wir eigentlich wirklich? Ich höre den Achtzylinder vorn unter der Haube nicht, ich spüre kein Rumpeln, kein Rucken, keinen Gangwechsel der Siebengang-Automatik. Mit einer hoch auflösenden Stereokamera tastet eine Elektronik die Fahrbahn vor uns ab, erkennt Unebenheiten und programmiert die Stoßdämpfer entsprechend. Ich gleite auf Wolke Sieben, mehr geht nicht! Doch, sagt Zetsche und kündigt eine noch längere XXL-Variante (etwa 5,50 Meter lang) an. Zur Pullman-Staatskarosse, die die Sechs-Meter-Grenze locker sprengen könnte, will er uns noch nichts verraten. Beide sollen die wenig erfolgreichen Maybach-Modelle ersetzen, deren Produktion am 17. Dezember 2012 eingestellt wurde. Die Fehler des Maybach sollen bei der S-Klasse nicht wiederholt werden. Zetsche: "Bei der neuen S-Klasse gehen wir jedenfalls keine Kompromisse ein."

Mercedes S-Klasse 2013: Coupé und Cabrio

Trotz Tarnung sind die runden Formen des Hecks zu erkennen.

© Christian Spreitz

Das spüre ich bei jeder Berührung. Überall hochwertige Materialien, kein Knirschen, kein Knacken, schmale Fugen, dezentes Licht – nicht vergessen: Ich sitze hier in einem Prototypen! Und werfe einen Blick auf das Cockpit. Wie beim Vorgänger gibt's keine analogen Instrumente. Alle wichtigen Infos werden auf zwei 12,3 Zoll großen Displays (zum Vergleich: das iPad misst 9,7 Zoll) angezeigt. Links die wichtigsten Fahrdaten wie Tempo, Drehzahl und Tankinhalt, rechts Navi, Radio, Klima und die Unterhaltungsmedien. Natürlich ist das Lenkrad beheizt, aber auch die Armauflagen in den Türen und die Mittelkonsole! Es duftet ganz leicht nach Citrus, einer der vier Düfte, der auf Knopfdruck für die richtige Wohlfühl-Atmosphäre sorgt. Unauffällig, aber präsent. Und ich spüre die weichen, etwas gepolsterten Gurte. Auch eine Weltneuheit, denn drinnen stecken Airbags, die das Verletzungsrisiko der Fondpassagiere bei einem Frontalaufprall reduzieren sollen.

Übersicht: Alle News und Tests zur Mercedes S-Klasse AMG

Wer hier fährt, hat nicht S-Klasse, sondern erste Klasse gebucht: Kuschel-Kopfstütze, Waden- und Fußauflage verwöhnen.

© Christian Spreitz

Und auch daran, ob so ein Auto noch zeitgemäß sei, lässt der Daimler-Chef keine Zweifel aufkommen, schließlich sei die S-Klasse das zur Zeit meistverkaufte Luxus-Auto der Welt. "Aber natürlich kommen auch wir unserer Verantwortung nach. So wird die S-Klasse mit Plug-in-Hybrid ein echtes Drei-Liter-Auto sein!" Und sie wird der erste Mercedes, der völlig autonom, also ohne Eingriff eines Fahrers fahren kann. Die technischen Voraussetzungen dazu sind mit den ganzen Assistenzsystemen wie Abstandsradar, Stau-Folge-System, Spurhalte-Funktion und Verkehrsschilderkennung schon jetzt an Bord. Aber noch fehlen die gesetzlichen Grundlagen dazu, erklärt Zetsche, lässt den Fahrer anhalten und entschwindet zur nächsten Sitzung.

40 Jahre Mercedes S-Klasse: Topmodelle in Bestform

Cockpit? Wohlfühl-Steuerungszentrale! Zwei riesige Monitore ersetzen die normalen Instrumente.

© Christian Spreitz

Die neue S-Klasse kann ab dem 15. Mai 2013 bestellt werden, zu den Händlern kommt sie am 20. Juli 2013. Das Motorenangebot umfasst wieder Diesel und Benziner mit sechs, acht und zwölf Zylindern. Lediglich der Diesel-Vierzylinder fliegt wegen zu geringer Nachfrage aus dem Programm. Anfangs werden der bekannte und 435 PS starke V8 aus dem S500 sowie der Diesel-Sechszylinder S350 CDI mit 258 PS zu haben sein. Es folgen noch in diesem Jahr die beiden AMG-Topmodelle mit 571 PS und 630 PS sowie die Allrad-Versionen. 2014 steht der S500 Plugin-Hybrid mit etwa 350 PS auf dem Programm. Die Preisliste wird bei etwas unter 80.000 Euro beginnen.

Autor: Carsten Paulun

Fotos: Christian Spreitz


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