Mini Cooper SD/Seat Ibiza SC FR: Vergleich — 11.05.2011
Große Diesel für kleine Flitzer
Mit dem 143-PS-Motor des BMW 118d wird der Mini zum Angstgegner für den gleich starken Seat Ibiza SC FR. Cooler Engländer gegen glutvollen Spanier: Wir verraten, welcher von beiden die Leidenschaft stärker lodern lässt.
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Das Bauchgefühl sagt: Mini. Wobei die ersten Hitzewallungen am Steuer die Folge einer Wut-Attacke sind. Sieht ja alles ganz nett aus hier – schön verspielt, schön retro, jede Menge Liebe zum Detail. Aber hat die Mini-Truppe mal darüber nachgedacht, dass sich in diesem Wirrwarr aus Knöpfen und Kippschaltern auch jemand zurechtfinden soll? Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man sogar den Tacho unter "britischer Humor" verbuchen: groß wie eine Turmuhr, aber schlechter abzulesen als ein Reisewecker.
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Jetzt aber erst mal vorwärts. Schlüssel rum und ab die Post. Beim Mini nicht so einfach, denn zunächst muss ein Designer-Stick in einen dafür vorgesehenen Schacht gefummelt und hinterher der Startknopf gedrückt werden. Ohne viel Brimborium meldet sich der Diesel dann zum Dienst. Anders der Seat: Knurrig wie der Kettenhund eines andalusischen Olivenbauern klingt er nach dem Kaltstart. Fast fühlt man sich ins längst vergangene Pumpe-Düse-Zeitalter zurückversetzt. Auf geht's! Mit sanfter Gewalt, aber ohne lästige Druckspitzen zoomt der Mini-Motor durchs Drehzahlband. Keine nennenswerte Anfahrschwäche, kein Durchhänger bei hohen Touren. Stattdessen: Dampf in allen Lebenslagen. Von 50 bis 215 km/h geht eigentlich alles im Sechsten. Weil der exakt geführte Ganghebel so flott durch die Kulisse flutscht, schaltet man dann aber doch öfter als nötig.
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Beim Seat drückt die lange Übersetzung in den großen Gängen fühlbar auf das Temperament. Trotz des höheren Drehmoments hat der Spanier daher bei Zwischenspurts das Nachsehen; von 80 auf 120 nimmt ihm der Mini im sechsten Gang 4,3 Sekunden ab – eine gefühlte Ewigkeit. Dafür trumpft der Ibiza an der Tankstelle groß auf: Mit glatt fünf Litern schluckte er 0,5 Liter (oder zehn Prozent) weniger als der Mini. Vorbildlich (und besser als beim Briten) auch die Brems-Leistung des sparsamen Spaniers: Bei warmen Scheiben stand der Ibiza nach einer Vollbremsung aus 100 km/h bereits nach 33,6 Metern. Olé! So was schaffen sonst nur Porsche & Co.Beim Kurvenkratzen bleibt der Mini Klassenmaßstab. So abgedroschen der Vergleich mit einem Gokart auch klingt, so sehr trifft er doch zu. In der Stadt rechtwinklig abbiegen? Auf winkeligen Landsträßchen Haken schlagen wie ein Hase? Das kann keiner besser. Die Lenkung zerschneidet Kurven mit der Präzision eines Stiletts, reagiert dabei trotzdem nicht übernervös. Und obwohl die Karosserie auf straffen Federn ruht, die jede Seitenneigung unterbinden, fällt der Komfort passabel aus – wohl auch dank des schweren Diesels auf der Vorderachse und des Verzichts auf ultraflache Reifen.
Dem zu leichtgängigen Seat-Steuer fehlt es an Genauigkeit. Außerdem verschenkt der Spanier Sympathien durch seine unharmonische Fahrwerkabstimmung. Kanaldeckel und Schlaglöcher reicht die stößige Federung recht ungehobelt weiter. Auf welligen Fahrbahnen ist der Ibiza dennoch in permanenter Unruhe, wirkt so wie ein nur halbherzig auf "Sport" getrimmter Polo. Da er über 4000 Euro weniger kostet als der gleich starke Mini, gewinnt er immerhin die Preis-Leistungs-Wertung. Der Mini ist unterm Strich aber das Diesel-Feuerzeug, das besser zündet.
| Fahrzeugdaten | Mini | Seat |
|---|---|---|
| Motor Bauart/Zylinder/ | Vierzylinder, Turbo, | Vierzylinder, Turbo, |
| Einbaulage | vorn quer | vorn quer |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
| Nockenwellenantrieb | Kette | Zahnriemen |
| Hubraum | 1995 cm³ | 1968 cm³ |
| kW (PS) bei U/min | 105 (143)/4000 | 105 (143)/4200 |
| Nm bei U/min | 305/1750 | 320/1750 |
| Höchstgeschwindigkeit | 215 km/h | 210 km/h |
| Getriebe | Sechsgang manuell | Sechsgang manuell |
| Antrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
| Testwagenbereifung | 195/55 R 16 H | 215/40 R 17 V |
| Radgröße | 6,5 x 16" | 7 x 17" |
| Abgas CO2 | 114 g/km | 119 g/km |
| Verbrauch* | 5,1/3,9/4,3 l | 5,9/3,9/4,6 l |
| Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 40 l/Diesel | 45 l/Diesel |
| Vorbeifahrgeräusch | 73 dB (A) | 71 dB (A) |
| Anhängelast gebr./ungebr. | keine | 1200/620 kg |
| Kofferraumvolumen | 160–680 l | 236–882 l |
| *innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km | ||
| Messwerte | Mini | Seat |
|---|---|---|
| Beschleunigung | ||
| 0–50 km/h | 3,1 s | 3,3 s |
| 0–100 km/h | 8,2 s | 9,3 s |
| 0–130 km/h | 13,5 s | 14,9 s |
| Elastizität | ||
| 60–100 km/h | 5,7 s (4. Gang) | 7,1 s (4. Gang) |
| 80– 120 km/h | 9,8 s (6. Gang) | 14,1 s (6. Gang) |
| Leergewicht/Zuladung | 1226/374 kg | 1300/396 kg |
| Gewichtsverteilung v./h. | 64/36 % | 63/37 % |
| Wendekreis links/rechts | 11,0/11,0 m | 10,7/10,8 m |
| Bremsweg aus 100 km/h kalt | ||
| aus 100 km/h kalt | 36,2 m | 35,8 m |
| aus 100 km/h warm | 36,2 m | 33,6 m |
| Innengeräusch | ||
| bei 50 km/h | 62 dB (A) | 64 dB (A) |
| bei 100 km/h | 70 dB (A) | 70 dB (A) |
| bei 130 km/h | 73 dB (A) | 72 dB (A) |
| Testverbrauch – CO2 | 5,5 l D – 145 g/km | 5,0 l D – 133 g/km |
| Reichweite | 720 km | 890 km |
| Preise/Ausstattung | Mini | Seat |
|---|---|---|
| Modell | Cooper SD | Ibiza SC 2.0 TDI FR |
| Airbags Fahrer/Beif./Seiten vorn | S/S/S | S/S/S |
| Kopfairbags vorn/2. Reihe | S/S | S/S |
| Klimaanlage/-automatik | S/330 | -/S |
| Radio mit CD-Player | S | S |
| Metalliclack | 450 Euro | 425 Euro |
| Preis (wird bewertet) | 24.940 Euro* | 20.640 Euro |
| S = Serie, * inkl. Sport-Button für 130 Euro und DTC für 160 Euro | ||
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Kommentare zum Artikel (69)
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Die 1:09 sind verblüffent, da Mini letztens in seiner Klasse einen Rundenrekord fuhr auf dem Hockenheimring und der Rekord liegt bei 1:13
Der Vergleich von Apple und Mini ist gut. Anfangs fand ich die Kamera des 3GS schlecht. Für ein Handy ist sie super. Und Prozessor und Handling des iPhone sind einfach super wie bei Mini, dann noch das Design, die Qualität und der Service. Bei Mini und Apple alles problemlos.
Ihr könnt kritisieren, wie ihr wollt. It's love
Mini ist und bleibt ein Mini auch nach 10 jahren interessant anzusehen. Frage mich wer einem Seat nach 5 Jahren noch hinterher schaut?? Mini is it love?? Yes it is!!! Außerdem finde ich es gut das der Mini so teuer ist-----Individualität, und die muss ein VW erst einmal erreichen ;-)
Der Mini ist genauso eine Krücke wie ich.Deshalb nenne ich mich auch Ballack :-)))
So nachgeschaut der Cooper S (184PS) benötigt zwischen 1:20.10 und 1:21.40, diesen Wert sollte der Tributo Ferrari schaffen. Der deutlich schwächere Esseesse ist ja schon nahe dran.
Für mich ist der JCW keine Serienversion mehr.
d.h. könnte man den Harmann-Fiat 500 Abarth nehmen der auch 210PS hat, 1.19,1 in Hockenheim oder den MTM 500 Abarth 1.4 T-Jet 16V der hat 1.09,3 gebracht.
Der Esseesse hat bei hohen Temperaturen 1.22,4 gebraucht.
Der JCW 1.18,5, für die normalen Coopers habe ich keine Werte gefunden. Mini ist halt wie Apple, die Besitzer bilden sich ein sie würden etwas besonderes haben, obwohl es reinste langweilige Massenware ist.