Opel-Krise: Stellenabbau

— 13.09.2012

Rotstift in der Verwaltung

Etwa 1000 Opel-Mitarbeiter müssen offenbar um ihren Job fürchten. Einem Zeitungsbericht zufolge will der Autobauer zur Kostensenkung schon bald viele Stellen in der Verwaltung streichen. Der Betriebsrat dementierte.



(dpa) Im Kampf gegen zu hohe Kosten setzt der Autobauer Opel den Rotstift auch beim Personal in der Verwaltung an. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am 12. September 2012 vorab berichtete, sollen am Stammsitz Rüsselsheim 1000 Arbeitsplätze in der Administration abgebaut werden. Das wäre fast jede dritte der rund 3300 Stellen in der Rüsselsheimer Verwaltung. Der Personalabbau werde "zeitnah" erfolgen, schreibt das Blatt unter Berufung auf zwei Aufsichtsratsmitglieder der Adam Opel AG.

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Betriebsratschef Schäfer-Klug dementierte den geplanten Abbau von 1000 Stellen, bestätigte aber die Vereinbarung von Kurzarbeit auch in der Verwaltung.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Schäfer-Klug bestritt, dass 1000 Stellen abgebaut werden sollen. "Das ist falsch", teilte er am Mittwochabend auf dpa-Anfrage mit. "Wir haben gerade Kurzarbeit auch in den Verwaltungsbereichen vereinbart, um begleitend zur Kurzarbeit in der Produktion auch dort Kosten zu reduzieren und dem Volumenrückgang gegenzusteuern." Schäfer-Klug ging nicht darauf ein, ob überhaupt Stellen in der Verwaltung abgebaut werden. Das Unternehmen bestätigte das Vorhaben im Prinzip, nicht aber die genannten Zahlen. "Wir haben wiederholt mitgeteilt, dass unsere Organisationsstruktur schlanker und beweglicher werden muss", sagte ein Sprecher. Es sei Teil der Strategie "Drive Opel 2022", Wachstum zu fördern und Kosten zu senken: "Im Bereich Kosten haben wir ... einen klaren Plan; Personalkosten gehören mit dazu."

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Opel-Fabrikgebäude 1868
Nach dem Bericht soll der Abbau einerseits über staatlich geförderte Altersteilzeit erfolgen. Andererseits sollten zusätzlich Abfindungen im Gegenzug für ein freiwilliges Ausscheiden angeboten werden, hieß es unter Berufung auf die Aufsichtsratsmitglieder. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht geplant. Schäfer-Klug erklärte dazu, staatlich geförderte Altersteilzeit gebe es gar nicht mehr. "Die Forderung nach einer Fortsetzung der Altersteilzeitprogramme auch nach dem Wegfall der staatlichen Förderung ist seit langem eine Forderung des Betriebsrats und kann auch in Zukunft für eine kontinuierliche und angepasste Personalplanung genutzt werden je nach Marktentwicklung."

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Aktuell werde intensiv mit dem Betriebsrat und der IG Metall über Kostensenkungen verhandelt, schreibt die "FAZ" weiter. Dabei wollen die Arbeitnehmer unter anderem einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen bis Ende 2016 erreichen. Im Gegenzug steht eine Stundung oder sogar ein Verzicht auf die Tariferhöhung um 4,3 Prozent im Raum. Dadurch würde Opel etwa 40 bis 50 Millionen Euro im Jahr sparen.

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