Porsche Macan Facelift

Porsche Macan Facelift: Test

Macan macht's ohne Diesel

Mit einem dezenten Facelift, aber viel technischem Feinschliff fährt der Macan in seine zweite Lebenshälfte. Ein Diesel wird dann nicht mehr an Bord sein.
In den ersten vier Jahren seines Lebens war der Macan so beliebt wie der Bachelor bei RTL. Die Fans standen Schlange nach dem sportlich durchtrainierten Jüngling aus gutem Hause, so als hätte Porsche ein unanständiges Angebot gemacht. Über 300.000 Verkäufe. Erfolgreichster Porsche überhaupt. Und dann Ende Februar 2018 das: Porsche nimmt den von Audi zugelieferten und unter Manipulationsverdacht stehenden Diesel aus dem Programm.

Das Modellpflegeprogramm ist außen kaum zu erkennen

Dezente Kosmetik: Nach dem Facelift hat der Macan hinten ein durchgehendes Leuchtenband à la Cayenne.

Das trifft vor allem den deutschen Markt. Jeder zweite Macan hatte zuletzt einen Diesel unter der Haube. Aus, vorbei. Wenn im Spätsommer 2018 das facegeliftete Modell vorfährt, dann weder mit einem Diesel noch mit einem anderen Sparprogramm. Nicht mal einen Hybrid wird es geben. Grund: Der aktuelle Macan steht noch auf der Plattform des alten Audi Q5. Der konstruktive Aufwand für einen Hybridumbau würde sich nicht rechnen. Den bekommt übrigens auch der Nachfolger nicht. Der nächste Macan (ab Ende 2020) soll tatsächlich rein elektrisch fahren. So konzentriert sich Porsche derweil auf den Feinschliff. Optisch ändert sich wenig. Macans kaum sehen: vorn etwas wuchtigere Lufteinlässe sowie LED-Scheinwerfer (nun Standard) mit geändertem Innenleben, hinten ein durchgehendes Leuchtenband wie beim Cayenne, innen ein 11-Zoll-Bildschirm inklusive neuem Infotainmentsystem mit serienmäßiger Online-Navigation. Zudem wurde der Fußgängerschutz verbessert und der Spurhalteassistent um einige Funktionen erweitert.

Mit viel Feinschliff im Detail wird der Macan noch handlicher

Fühlt sich gut an: Bei ersten Abstimmungfahrten machte der Macan einen noch lendigeren Eindruck.

Den drei verbliebenen Benzinern spendiert Porsche etwas mehr Dampf bei verbessertem Verbrauch. Während der Basis-Vierzylinder bei gleicher Leistung (252 PS) fortan per Partikelfilter ausatmet, leistet der Macans S nun 355 PS (+15 PS) und der Macan Turbo 440 PS (+40 PS). Die meisten Arbeitsstunden der Ingenieure flossen eindeutig in das Fahrerlebnis. Die wollten mehr Porsche, mehr Emotionen in den Macan bringen. Einen sportlicheren Sound, geringere Vibrationen, optimierte Abrollgeräusche – eben all die kleinen Finessen und Eingriffe, die so viel Zeit kosten und so viel Feingefühl erfordern. Ob sich die Arbeit gelohnt hat, werden wir spätestens nach der ersten offiziellen Testfahrt wissen. Bei den letzten Abstimmungsfahrten, bei denen wir am Steuer saßen, schien der Macan tatsächlich noch lebendiger und handlicher durch Kurven zu gehen. Das kommt auch von den leichteren, steiferen Federbeingabeln, sagen die Techniker. Beim Preis sind sie bei Porsche weniger auskunftsfreudig. Es soll nur etwas teurer bei deutlich besserer Ausstattung werden. Macans kaum glauben.
Tomas Hirschberger

Tomas Hirschberger

Fazit

Das Facelift fällt zwar nur mini aus, aber alt wirkte der Macan ohnehin noch nicht. Der große Bildschirm war überfällig, den übrigen Feinschliff gilt es später zu bewerten. Aber: kein Diesel und kein Hybrid - das wird Porsche wehtun. Zumindest in Deutschland.

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