Reifendruck-Kontrollsysteme — 04.05.2006

Teurer Wechsel

Reifendruck-Kontrollsysteme arbeiten häufig mit Batterien. Sind die leer, kann das richtig ins Geld gehen.

Nach spätestens zehn Jahren ist Schluß

Seit Mitte der 90er Jahre gibt es bereits Kontrollsysteme, die den Luftverlust in Reifen überwachen – zunächst als Option für die Oberklasse, mittlerweile für viele Modelle gegen Aufpreis oder sogar serienmäßig. Ein sinnvolles Extra. Denn einen schleichenden Plattfuß sollte keiner auf die leichte Schulter nehmen. Der Kraftstoffverbrauch steigt, der Reifenverschleiß nimmt zu, und im schlimmsten Fall platzt sogar der Reifen.

Die Hersteller setzen auf zwei unterschiedliche Druck-Kontrollsysteme: 1. Direkt messend – der schwindende Reifendruck wird mit Sensoren am Ventil überprüft. 2. Indirekt messend – über die Raddrehzahl läßt sich ein schleichender Plattfuß feststellen. Das Problem der direkt messenden Systeme: Nach spätestens zehn Jahren machen die Batterien der Sensoren schlapp. Damit weder Wasser noch Schmutz den Sensoren schaden können, sind sie fest in ein Gehäuse verschweißt. Ein Batteriewechsel wird damit unmöglich. Ist der Stromspender leer, muß ein komplett neuer Sensor her. Und das geht ins Geld. Beim Lexus kostet das bis zu 271 Euro – pro Rad. Macht für vier mehr als 1000 Euro. Besser löste das Problem Siemens VDO mit dem neuen Tire-IQ. Die Transponder-Technik im Sensor kommt hier gänzlich ohne Batteriewechsel aus.

Vor dem Verzicht auf den teuren Sensoren-Tausch müssen wir warnen: Gerade bei Reifen mit Notlaufeigenschaften ist die Überwachung wichtig. Denn ein schleichender Plattfuß ist nur schwer erkennbar. Für die Reifendruckprüfung von Hand gilt: Bei kalten Reifen prüfen, möglichst einmal die Woche und vor längeren Fahrten. Beladung beachten.

Lebensdauer und Preise der Sensoren

So wird der Druck gemessen: Grundsätzlich wird zwischen direkter und indirekter Messung unterschieden. Bei der indirekten Messung nutzt man das Signal der ABS-Drehzahlsensoren. Funktion: Nimmt der Reifendruck ab, verringert sich der Abrollradius des Rades, es dreht sich schneller als die anderen Räder am Auto. Der Vorteil: Die nötigen Daten für die Überwachung liegen vor. Nachteil: Das System reagiert relativ spät, erst bei einem Verlust von etwa 0,5 Bar bzw. 30 Prozent.

Direkt messende Systeme haben Sensoren in jedem Rad. Die erfassen Druck und Temperatur, übermitteln diese an ein Steuergerät und die Anzeige im Cockpit. Ab Werk sitzen sie meistens am Ventil. Nachrüstlösungen sind oft über ein Spannband an der Felge befestigt.

Luftdruck-Sensoren: Lebensdauer und Preise
Modell ab Baujahr Preis ab Werk1) Batterielebensdauer2) Preis pro Sensor1)
Audi A8 9/99 bis 9/02 385 Euro rund sieben Jahre 105 Euro
BMW 3er 3/99 bis 7/03 409 Euro rund sieben Jahre 69 Euro
Citroën C5 ab 03/01 150 Euro rund zehn Jahre 91 Euro
Lexus SC 430 ab 10/01 Serie acht bis zehn Jahre 154 bis 271 Euro
Mercedes CL ab 08/99 593 Euro rund sieben Jahre 92 bis 117 Euro
Opel Vectra ab 07/02 200 Euro rund zehn Jahre 128 Euro
Peugeot 607 ab 03/99 Serie rund zehn Jahre 91 Euro
Porsche Cayenne ab 12/02 592 Euro rund sieben Jahre 120 Euro
Renault Mégane ab 11/02 200 Euro rund zehn Jahre 30 Euro
VW Touareg ab 11/02 400 Euro rund sieben Jahre 105 Euro
1) Preise zum Zeitpunkt der Einführung; 2) Herstellerangaben; 3) ohne Einbau, Preisbeispiele, hier aus Hamburg

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