Renault Zoe E-Sport Concept (2017): Fahrbericht

Renault Zoe E-Sport Concept (2017): Fahrbericht

Renault Zoe E-Sport Concept (2017): Fahrbericht

— 27.06.2017

So fährt das verrückteste E-Auto der Welt

462 PS, 640 Nm Drehmoment: In diesem Renault Zoe steckt der Antrieb eines echten Formel-E-Renners. AUTO BILD durfte ans Steuer!

Stellen Sie sich vor, Mercedes würde den Motor von Lewis Hamiltons Formel-1-Renner in eine A-Klasse stopfen. Zu verrückt, oder? Aber genau das hat Renault mit dem Zoe gemacht! Na ja, nicht ganz, aber sie haben den Antrieb ihres Formel-E-Flitzers in Europas meistverkauftes Elektroauto verpflanzt. Macht 462 PS, die – aufgeteilt auf zwei Elektromotoren – beide Achsen antreiben und auf gerade mal 1400 Kilogramm Leergewicht inklusive der fetten Hochleistungsakkus treffen.

Der Motor des Elektro-Sportlers stammt aus Renaults Formel-E Renner.

Oder wie die Fachleute sagen: Jedes PS muss nur drei Kilogramm beschleunigen – da kann nicht mal ein Porsche 911 mithalten. Wobei die Franzosen dann doch ein wenig geschummelt haben. Von außen sieht das e-Sport Concept aus wie ein Zoe auf Anabolika – unterm Blech hat er mit der braven Serienversion aber nichts gemein. Die Karosserie besteht komplett aus Carbon, das Rohrrahmen-Chassis basiert auf einer Rennwagen-Konstruktion, die sonst für Eis- und Bergrennen eingesetzt wird.

In 3,2 Sekunden auf 100 km/h

Überrollkäfig, enge Sitzschale, Rennlenkrad: Hier ist nichts mehr wie im Standard-Zoe.

Aber genug der grauen Theorie, AUTO BILD darf ans Steuer. Zu einem ganz besonderen Roadtrip. Schließlich haben sie dem Zoe neben jeder Menge Power auch ein reinrassiges Rennfahrwerk verpasst. Also: Gentleman, starten Sie die Motoren! Äh, das war wohl nix. Statt grollender Motoren wie sonst bei Rennwagen ertönt ein leises Sirren hinter dem Fahrer – die Relais melden ihre Startbereitschaft. Aber schon vor dem ersten Meter ist klar: Das wird kein Spaß! Die engen Schalensitze bestrafen jedes Gramm Hüftgold, die Sitzposition ist einfach nicht für große Menschen gemacht. Egal, reinruckeln – und Gaspedal durchdrücken! Was nun folgt, hat wenig mit dem zu tun, was wir von Elektromobilität sonst so kennen. Selbst ein Tesla wirkt im Vergleich fast ein wenig untermotorisiert. Während sich der Zoe e-Sport Concept in 3,2 Sekunden auf Tempo 100 schnippt, stockt dem Fahrer fast der Atem. Kein Rad dreht durch, das hohe Drehmoment von 640 Newtonmetern steht ab der ersten Umdrehung zur Verfügung. So ansatzlos beschleunigt nicht einmal ein Bugatti Chiron! Nach weiteren sechs Sekunden stehen dann bereits 200 km/h auf dem Tacho.

Die krassesten E-Autos

Ohne Sound über die Strecke

Moderner Antrieb trifft simple Bremsen: Der Zoe E-Sport Concept hat keinen Bremskraftverstärker.

Untermalt wird das Ganze von einer krassen Geräuschkulisse: kein dröhnender Motor, sondern nur ein Summen wie von einem wilden Bienenschwarm. Die profillosen Slick-Reifen bauen in Kurven einen enormen Grip auf, Fliehkräfte ziehen am Fahrer. Die Bremsen fordern einen harten Tritt – sie haben keinen Bremskraftverstärker. Und, klar: Eine Klimaanlage gibt es auch nicht. So gleichen ein paar Runden auf der Rennstrecke schnell einem ausgiebigen Workout im Fitness-Studio – inklusive Muskelkater! Zum Glück funken die Akkus schneller SOS, als dem Fahrer die Puste ausgeht. Fast froh, dass dieser irre Trip ein Ende findet, rollen wir in die Boxengasse. Im wohl verrücktesten Elektroauto der Welt!

Renault Zoe E-Sport Concept (2017): Fahrbericht

Autor: Stefan Voswinkel

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