Rund um Schlüssel und Fernbedienung

Autoschlüssel Autoschlüssel

Rund um Schlüssel und Fernbedienung

— 20.06.2002

Schlaue Schlüssel

Autoschlüssel sind heute Minicomputer: Sie funken, lernen – und bereiten manchmal Ärger.

Weg mit alten Bärten

Der Bart vom Autoschlüssel ist ab. Vorbei die Zeiten, als er nur ein ausgestanztes Stück Blech mit mehr oder weniger Profil war. Der erfüllte zwar seinen Zweck – Öffnen und Starten des Autos –, war aber nicht sonderlich sicher.

Mit etwas Glück konnten Käfer-Fahrer in den Fünfzigern den dicken Benz vom Chef starten. Das geht heute nicht mehr. Selbst relativ simple mechanische Schlüssel bieten nur noch eine Chance von eins zu tausend zum Öffnen eines fremden Autos. Und Fahren ist dank Wegfahrsperre nicht möglich. Dafür wird der Transponder im Original-Schlüssel benötigt, der bei jedem Startvorgang elektronisch prüft, ob Schlüssel und Auto zusammenpassen.

Eine Macke alter Wegfahrsperren gehört der Vergangenheit an: die ewig leeren Schlüssel-Batterien. Moderne Türöffner borgen sich den Strom vom Zündschloss, brauchen also keinen eigenen mehr. Autoschlüssel wurden aber nicht nur sicher, sondern auch komfortabler: Eine Fernbedienung der ZV ist ab Mittelklasse mittlerweile Standard. Ärgerlich: Als dieses bequeme Extra in den Neunzigern senden lernte, konnten programmierbare Infrarot-Fernbedienungen den Code auffangen, das Auto knacken.

High-Tech Prestige-Objekte

Heute gibt es eine bessere Technik: Meist werden die Türen mit Funk statt Infrarot geöffnet. Zudem wechseln so genannte Rollcodes bei jeder Öffnung den Sperrcode. Einige Autos halten für Taschenspieler trotzdem Überraschungen parat: Wer dauernd auf den Schlüssel drückt, ohne dass sein Wagen in der Nähe steht, kann Pech haben, und die Türen bleiben verschlossen. Dann muss die Fernbedienung neu angepasst werden. Wie das funktioniert, steht im Bordbuch.

Starke Sender oder Handfunkgeräte können das schwache Signal der Fernbedienung überlagern. Ergebnis: Man drückt den Knopf, nichts passiert. Mercedes sendet aus diesem Grund auf zwei separaten Kanälen. Ist einer blockiert, funktioniert der zweite. Keine Angst vor einem Batteriewechsel im Schlüssel. Wird er fällig – etwa alle zwei bis vier Jahre nach bis zu 30.000 Schließungen –, kündigt sich dies durch nachlassende Reichweite der Fernbedienung an. Moderne Autoschlüssel können aber noch viel mehr: Sie sind Prestige-Objekt mit eingeprägtem Markenzeichen, mit Elektronik voll gestopfte Minicomputer.

Zum wahren Info-Pool wertet BMW seine Fahrzeugschlüssel auf, die sich ein ganzes Bündel an Daten merken: Kilometerstand, Fahrgestellnummer, Erstzulassung, Farb- und Polstercode, Inspektionsstatus. Zusätzlich werden noch Informationen aus dem Fehlerspeicher aufgezeichnet. Zum Auslesen wird er lediglich in einen Keyreader (Schlüsselleser) gesteckt. Die Daten erscheinen auf einem Bildschirm, stehen zum Ausdruck bereit. Schon ärgerlich, wenn so ein Hightech-Gerät dann verloren geht: Der Top- Schlüssel kostet bei BMW mal eben 292 Euro.

Autoschlüssel verloren?

Schweiß auf der Stirn, Panikattacken beim Griff in die Tasche – der Wagenschlüssel ist weg! Früher kein großes Problem. Im Zeitalter der Wegfahrsperren ist es leider nicht mehr so einfach. Wichtigste Regel: Bei Fahrten in den Urlaub immer den Ersatzschlüssel mitnehmen, den aber auf keinen Fall im Auto aufbewahren. Weitere Tipps bei Schlüsselverlust: • Bei Verdacht auf Diebstahl die Polizei benachrichtigen. Banden haben sich auf den Schlüsselklau spezialisiert, umgehen so die Elektronik • Versicherung in Kenntnis setzen • Nachweis über Verlust des Schlüssels aufbewahren • Vertragswerkstatt aufsuchen. Für die Bestellung eines Ersatzschlüssels werden Fahrzeugpapiere, Personalausweis und möglichst die Schlüsselnummer benötigt • Das Auto muss in die Werkstatt. Hier wird der neue Schlüssel auf die Wegfahrsperre codiert.

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