Schriebers Stromkasten, Teil 103 — 09.11.2010

Durchbruch für die Elektromobilität?

Die Schätzungen schwanken: Wann setzt sich E-Mobilität auf der Straße durch? Der Nissan Leaf jedenfalls könnte ein entscheidendes Stück zum Durchbruch beitragen, wie Hauke Schriebers Test zeigt.

• Nun bin ich also zum ersten Mal den Nissan Leaf gefahren. Nachdem mein Kollege Georg Kacher bereits im September seine Fahreindrücke beschrieb, hier meine Einschätzung: Der Leaf ist ein Meilenstein der Elektromobilität. Er kann der Technologie zum endgültigen Durchbruch verhelfen, der Reichweite von rund 160 Kilometern zum Trotz. Warum? Erstens: Der Nissan Leaf ist ein vollwertiges Fahrzeug der Kompaktklasse, das erste Modell, das ein renommierter Hersteller eigens für den reinen E-Antrieb entworfen hat. In ihm haben die fünf Passagiere nie das Gefühl, wegen des E-Antriebs verzichten zu müssen (außer auf ihre gewohnte Reichweite natürlich). Es hat außen wie innen ein dem Auto angemessenes, besonderes Design, ohne weltfremd zu wirken. Es bietet einen in dieser Klasse gewohnten Komfort. Platz, Ausstattung, Verarbeitung – alles okay.

Überblick: Alles zum Thema Elektromobilität

Zweitens: Der Leaf kostet inklusive 24-kWh-Lithium-Ionen-Akkus in den USA umgerechnet rund 20.000 Euro, in der Schweiz rund 30.000 Euro. Wenn er Ende 2011 auch zu uns kommt, dann ist er (wegen der fehlenden Kaufanreize) teurer – rund 35.000 Euro. Aber auch das ist für eine derart innovative Technologie nicht zu viel. 50.000 Stück baut Nissan zunächst, sie dürften sehr schnell ausverkauft sein. Wenn sich der Leaf und sein Akku über Jahre im Einsatz bewähren, dann müssten Elektroauto-Gegnern bald die Argumente ausgehen. • Mitsubishi hat erste Zeichnungen der i-MiEV-Variante für Amerika verbreitet. Das breitere, gestrecktere E-Auto soll 2012 auf den Markt kommen. Es wird den schärferen US-Crashtests angepasst und auf der Messe in Los Angeles stehen. • AUTO BILD wird in den nächsten vier Wochen ein E-Auto als Kurz-Dauertest auf Tour schicken, den auf E-Antrieb umgebauten Karabag 500E auf Basis des Fiat 500. Unseren täglichen Test-Blog finden Sie unter www.autobild.de/go/elektrotest.

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Buckelwal
10.11.2010, 18:10Uhr

Teil 2: Die erneuerbaren Energien haben zwar inzwischen 16% erreicht, aber es dauert wirklich noch Jahrzehnte, bis ein Durchbruch erzielt werden kann. Kein Thema: wenn auch vorerst nicht an umweltfreundliche Elektromobilität gedacht werden kann, sind solche Elektrofahrzeugexperimente mehr als sinnvoll.

Buckelwal
10.11.2010, 18:09Uhr

Teil 1: @ E. Gärtner - Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Die Stromfans sollten die Kirche im Dorf lassen und die derzeitige Stromerzeugungstechnologie betrachten, dann verstummt erst mal die Euphorie. Die Erzeugung erfolgt derzeit alles andere als klima- und wärmeneutral: Braunkohle 25%, Kernenergie 23%, Steinkohle 18%, Erdgas 13%, Sonstige 5%.

IONI
10.11.2010, 14:04Uhr

:-) lol, ja woimmer ein Premium-Badge auftaucht, pilgert die Proleten-Audibasher-HartzIV-Multipla-Kombo hin und gibt sich derbe Gefechte. Die Ruhe hier tut gut... (vielleicht liegt's auch daran, dass der Artikel nimmer auf der Startseite zu finden ist)

Polo 9N
10.11.2010, 13:11Uhr

@IONI: Jap, so seh' ich das auch! Aber wenn ich mir die Masse an Kommentaren zum BMW Efficient Dynamics Artikel anschau, dann scheint's mir, daß der LEAF zur Randnotiz verkommt. Hallo?! Nissan prescht voran, bringt *JETZT* bzw. *BALD* mutig ein Serienmodell und will auch fast im Alleingang die Quickcharger-Infrastruktur dazu aufbauen - aber iwie interessiert's wohl keinen?

IONI
09.11.2010, 22:57Uhr

1. Wer von den Zweiflern ist schon einmal mit einem gscheitten E-Auto gefahren? Danke, setzen.
2. Wer fährt täglich (!) mehr als 100 km? Es steht außer Frage, dass es auf der Langstrecke die nächsten 10 Jahre noch keine Alternative zu einem effizienten Diesel geben wird, aber für die restlichen 97% aller Fahrer und Settings bietet auch ein E-Auto genug Reichweite.

In Sachen Stromgewinnung schließ ich mich dem Polo an. Sicher ist noch nicht alles heile Welt, aber das ist bitte kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken und in den alten Mustern zu verharren!!

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