Golf-Klasse im Klimavergleich
Wer kühlt und wärmt am schnellsten?

Was können die Heizungen und Klimaanlagen der populären Golf-Klasse? AUTO BILD hat sechs Musterexemplare einem Extremtest unterzogen – von minus 20 bis plus 40 Grad. Wer heizt, taut und kühlt am besten?
- Wolfgang König
Es stürmt. Der Schnee kommt waagerecht. Er bohrt sich ins Gesicht wie tausend Nadelstiche. Ein paar Minuten noch, und meine Haut sieht aus wie Gehacktes. Normalerweise dürfte es in unseren Breiten bei minus 18 Grad gar nicht mehr schneien, hatte mir der Wettermann zuvor versichert – zu kalt. Von wegen. Die Kristalle scheinen das nicht zu wissen. Jetzt fetzen sie so dicht, dass kleine Iglus über meine Augen wachsen. Mein Bart gefriert. Unter meinen Füßen ist es spiegelglatt. Ich schlittere im Sturm, segle blind mit ausgestreckten Armen gegen den Rückspiegel eines geparkten Autos, kralle mich fest. Und von drinnen, wohltemperiert, im heimeligen Licht hinter einer dicken Glasscheibe, schauen sie zu, amüsiert, ohne Mitleid.
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Das Ergebnis des klassischen Klima-Dreikampfs "abtauen, aufheizen, abkühlen" sehen Sie in der Bildergalerie, die Einzeltests zu jedem Auto erreichen Sie über die Links in der Tabelle.
So hat AUTO BILD getestet
Abkühlung: 24 Stunden Aufheizung bei 40 Grad Außentemperatur . Zusätzlich 90 Minuten bei 1000 Watt Sonneneinstrahlung. Einstellung der Klimaanlage: Automatikstellung, 20 Grad, mittlere Intensität, vergleichbare Ausrichtung der Ausströmer. Testbetrieb: konstante Fahrt (32 km/h), dritter Gang.
Aufheizen: 24 Stunden Vorkühlen des Fahrzeugs mit geöffneten Türen bei minus 20 Grad. Außentemperatur im Fahrtest: minus 20 Grad. Einstellung: Automatik, 22 Grad, mittlere Intensität, vergleichbare Ausrichtung der Ausströmer. Gleichmäßige Fahrt bei 32 km/h, dritter Gang. Zusätzliche Messungen bei minus zehn Grad Außentemperatur.
Auftauen: Fachgerechte Wasserauftragung (ca. 500 g Wasser) auf die Frontscheibe bei minus 20 Grad für gleichmäßige Befrostung. Einstellung der Klimaautomatik per Defrostschalter. Testbetrieb: 2000 1/min im Leerlauf. Die Defrosterwirkung wird mit einer fest installierten Kamera ermittelt und anschließend ausgewertet.
Aufheizen: 24 Stunden Vorkühlen des Fahrzeugs mit geöffneten Türen bei minus 20 Grad. Außentemperatur im Fahrtest: minus 20 Grad. Einstellung: Automatik, 22 Grad, mittlere Intensität, vergleichbare Ausrichtung der Ausströmer. Gleichmäßige Fahrt bei 32 km/h, dritter Gang. Zusätzliche Messungen bei minus zehn Grad Außentemperatur.
Auftauen: Fachgerechte Wasserauftragung (ca. 500 g Wasser) auf die Frontscheibe bei minus 20 Grad für gleichmäßige Befrostung. Einstellung der Klimaautomatik per Defrostschalter. Testbetrieb: 2000 1/min im Leerlauf. Die Defrosterwirkung wird mit einer fest installierten Kamera ermittelt und anschließend ausgewertet.
Fazit
Hinterher ist man wieder mal klüger. Nun wissen wir, erstens: Der Diesel heizt wirklich schlechter. Vor allem, wenn seine Heizhilfe zu früh abschaltet. Zweitens: Ein VW Golf gewinnt nicht jeden Vergleich – hier ist er höchstens durchschnittlich. Drittens: Wer gut heizt, muss nicht auch gut kühlen. Und umgekehrt. Viertens: Das Klima in einem Schnäppchenauto muss nicht schlechter sein. Und fünftens: Verblüffend, wie die Anlagen dieser Klasse mit so extremem Wetter fertig werden.
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