Die Autos der Poser

Die Autos der Poser

Soko Autoposer

— 05.01.2018

Kampf gegen Poser

In immer mehr Städten macht die Polizei Jagd auf Poser, die mit illegal getunten Autos sich und andere gefährden. Hintergründe, Infos – und die krassesten Fälle!

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'Soll die Polizei Autoposer aus dem Verkehr ziehen?'

Durchdrehende Reifen, grollendes Auspuffgebrüll, abgeklebte Scheinwerfer und Scheiben: Damit versuchen meist männliche Autofahrer andere zu beeindrucken. Um Vorschriften kehren sie sich häufig nicht. Die Auspuffanlagen, Folierungen und extreme Breitreifen sind nicht zugelassen. Das ist kein Kavaliersdelikt. Die dröhnenden Karren sind für Anwohner und Passanten eine enorme Belästigung und Belastung, und illegale Straßenrennen oder auch die falsche Bereifung können tödliche Folgen haben. Ein Video der Hamburger Polizei beschreibt die Problematik gut:

Mannheim gründete die erste Soko "Autoposer"

Verbotener Lärm: Manche Poser fräsen drei- oder viereckige Löcher in die Abgasrohre.

©Polizei Mannheim

In Mannheim waren diese sogenannten "Poser", also Angeber, ein besonders großes Problem. 2016 gründete die Polizei deshalb eine spezielle Ermittlungsgruppe aus sechs Beamten, die gezielt nach diesen Verkehrsrowdies Ausschau hält. Sehr erfolgreich: 2017 wurden 1284 Fahrzeuge kontrolliert, bei 459 wurden Mängel festgestellt, bei 238 die Betriebserlaubnis entzogen. Dank dieser Erfolgsbilanz wurde die Mannheimer Soko zum Vorbild für andere Städte: In Hamburg, Regensburg, Frankfurt (Main), Hannover und Mannheim wurden ähnliche Gruppen gegründet, 2018 sollen laut der Mannheimer Polizei weitere folgen.

Die Poser-Karren dröhnen mit bis zu 140 Dezibel

Der laut brüllende Lambo von Ex-Nationtorhüter Tim Wiese wurde von den Hamburger Soko-Beamten einkassiert.  Der Verdacht: eine Täuschung der Klappensteuerungssoftware. Foto: Marco Zitzow

In Hamburg konnte die "Soko Autoposer" in den ersten vier Monaten ebenfalls tolle Erfolge verbuchen, hier wurden bereits 62 Fahrzeuge sichergestellt, darunter auch den Lamborghini von Ex-Nationaltorhüter Tim Wiese – bei seinem Flitzer haben die Beamten statt der erlaubten 88 Dezibel dröhnende 136 gemessen. Zum Vergleich: Ein startender Düsenjet ist etwa 120 Dezibel laut. Die Tricks, wie die Poser den Lärm erzeugen, zeigen wir in der Bildergalerie. Und einige krasse Beispiele für Poser-Karren, die die Polizei aus dem Verkehr gezogen hat!

Die Autos der Poser

Autor: Maike Schade

Fotos: DPA, Polizei Mannheim

Stichworte:

Straßenrennen

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