Subaru Forester (Typ SG): Gebrauchtwagen-Test
— 14.12.2012
Försters Geheimtipp
Förster kaufen Forester. Wegen des Allradantriebs und des Kombihecks. Aber auch, weil er so zuverlässig ist. Wir haben ein acht Jahre altes Modell getestet. Dazu: weitere Allradkombis im Check.
Mit Klischees hat die Marketingabteilung von
Subaru keine Probleme. Sonst würde sie ihren Mittelklasse-Allradkombi nicht nach dem Beruf vieler potenzieller Kunden benennen. Sie taufte ihn schlicht
Forester – auf Deutsch Förster oder Waldbewohner. Tatsächlich zählen Förster seit Erscheinen der ersten Generation 1997 zu den treuen Forester-Kunden. Anders als viele Lifestyle-Konkurrenten setzt Subaru auf handfeste Qualitäten. Das Rezept: zuverlässige Boxermotoren, geländetaugliche Allradtechnik, eine kompakte Kombi-Karosserie und günstige Kaufpreise. Auch der zweite Forester (Typ SG, 2002 bis 2008) besitzt diese typischen Talente. Bei 19 Zentimeter Bodenfreiheit verlieren Waldwege ihren Schrecken. Erst recht, wenn man an die Offroad-Ausstattung denkt: Neben dem permanten Allradantrieb lieferte Subaru ein Sperrdifferenzial an der Hinterachse und ein Reduktionsgetriebe – und zwar serienmäßig.
Unser Testwagen kommt nicht aus dem Vorbesitz eines Försters. Darauf deutet schon das aufpreispflichtige Blaumetallic des Testwagens hin. Außerdem gönnte sich der Erstbesitzer noch eine Vierstufenautomatik und Sitzheizung vorn. Allradantrieb, ...
... Sperrdifferenzial hinten, Klimaautomatik, sechs Airbags, Niveauregulierung an der Hinterachse, Scheinwerfer-Reinigungsanlage und ein CD-Radio brachte der Subaru bereits serienmäßig mit. So kostete der Forester 2.0 X Active vor acht Jahren ...
... 24.610 Euro. Viel gefahren ist der Erstbesitzer nicht – nur 55.600 Kilometer stehen auf dem Zähler. Verkäufer des 8450 Euro teuren Japaners ist der Gebrauchtwagenhändler Autopark in Hamburg. Unser Fahreindruck: Vereinzelte Dellen und Kratzer ...
... sind nach acht Jahren alterstypisch. Abgesehen von Rissen in der linken Wange des Fahrersitzes zeigt sich der Innenraum gepflegt. Der Boxer-Motor läuft außergewöhnlich ruhig. Allerdings erstickt die Vierstufenautomatik ...
... jeden Ansatz von Fahrspaß im Keim. Auf sanfte Gaspedalbefehle reagiert sie zögerlich, auf Kick-down-Befehle viel zu hektisch. Auf der Hebebühne finden wir zwar keine technischen Mängel, jedoch ersten ...
... Rostansatz am Längsträger hinten links. Unser Urteil: 8800 Euro ist der Forester nach Schwacke noch wert, 350 Euro weniger fordert der Händler – so viel kostet die Beseitigung des – noch harmlosen – Rosts am Unterboden.
Lediglich die Automatik-Varianten müssen auf das Reduktionsgetriebe verzichten. Nicht jedoch auf unbedingte Zuverlässigkeit, denn das bieten alle Forester. Im
AUTO BILD TÜV-Report 2010 und
2011 schnitt der robuste Allradler hervorragend ab, in Kundenzufriedenheitsstudien geben Subaru-Fahrer stets Topnoten. Alles eitel Sonnenschein also? Nicht ganz, denn die laufruhigen Boxermotoren sind nicht unbedingt sparsam, unter zehn Liter geht wenig. Der Basis-Boxer mit 125 PS ist nur als Schalter zu empfehlen, denn die Automatik raubt jeden Anflug von Temperament. Die beste Wahl ist der 158 PS starke Basis-Benziner nach der Modellpflege im Jahr 2005. Gepflegte Exemplare gibt es ab rund 9000 Euro.
Oben in der Bildergalerie zeigen wir, worauf Sie beim gebrauchten Subaru Forester achten sollten, und stellen drei Alternativen vor. Den kompletten Artikel mit allen Infos gibt es im Online-Heftarchiv als PDF-Download.
Subaru Forester im autobild.de-Gebrauchtwagenmarkt
| Technische Daten: Subaru Forester 2.0 X |
| Motor |
Vierzylinder-Boxer/vorn längs |
| Ventile/Nockenwellen |
4 je Zylinder/2 |
| Hubraum |
1994 ccm |
| Leistung |
92 kW (125 PS) bei 5600 U/min |
| Drehmoment |
184 Nm bei 3600 U/min |
| Höchstgeschwindigkeit |
168 km/h |
| 0-100 km/h |
13,7 s |
| Getriebe/Antrieb |
Vierstufenautomatik/Allradantrieb |
| Tankinhalt/Kraftstoffsorte |
60 l/Super |
| Länge/Breite/Höhe |
4450/1735/1590 mm |
| Kofferrauminhalt |
387–1629 l |
| Leergewicht/Zuladung |
1435/445 kg |
| Kosten für die getestete Motorvariante (2.0 X, 125 PS) |
| Unterhalt |
| Testverbrauch |
10,8 l S/100 km |
| Inspektion |
150 bis 500 Euro |
| Haftpflicht (Typklasse 20)* |
680 Euro |
| Teilkasko (Typklasse 23)* |
135 Euro |
| Vollkasko (Typklasse 21)* |
673 Euro |
| Kfz-Steuer (Euro 3) |
135 Euro |
| *Online-Tarif der HUK24-Versicherung: Zulassung in Hamburg, Fahrer nur Versicherungsnehmer und Partner (25 Jahre alt), jährliche Fahrleistung 15.000 Kilometer, Schadenfreiheitsklasse 1 (60 Prozent). |
| Ersatzteilpreise** |
| Lichtmaschine |
620 Euro |
| Anlasser |
530 Euro |
| Wasserpumpe |
230 Euro |
| Zahnriemen |
330 Euro |
| Endschalldämpfer |
220 Euro |
| Kotflügel vorn, lackiert |
540 Euro |
| Bremsscheiben und -klötze vorn |
350 Euro |
| **Preise inklusive Arbeitslohn und 19 Prozent Umsatzsteuer. |
Der vollständige Artikel ist ab sofort in unserem Online-Heftarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden.
Subaru Forester 2.0 X
Veröffentlicht:
16.11.2012
Lars Busemann
Fazit
Der Forester hat keine konstruktiven Schwachstellen. Nur stetiger Geländeeinsatz und schlechte Pflege können das Arbeitstier in die Knie zwingen.
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