Test Kia pro_cee'd

Test Kia pro_c'eed Test Kia pro_c'eed

Test Kia pro_cee'd

— 30.11.2007

Kia kopiert den Audi A3

Ab Januar gibt es den Kia cee’d auch als schicken Dreitürer und vollkommen neu gestylt. Mit verblüffender Ähnlichkeit zum Audi A3. Da muss sich die hiesige Konkurrenz künftig warm anziehen.

Nein, kein Tipp-fehler. Das Auto heißt wirklich so: pro cee’d. Soll ein Gag sein. "To proceed" heißt im Englischen so viel wie fortfahren. Kapiert? Hahaha. Gar nicht so albern ist das Auto selbst. Statt fünf Türen wie beim normalen cee’d hat es nur drei. Und abgesehen von der Motorhaube und den vorderen Kotflügeln präsentiert es sich vollkommen neu gestylt: flachere Frontscheibe, spitzere Schnauze, ein frecheres Hinterteil und eine coupéhaftere Linie. Sieht alles sehr nach Audi A3 aus. Im Format entspricht der Kompakte ziemlich genau dem Opel Astra. Das gilt auch für die Platzverhältnisse, wobei der Dreitürer kaum enger ist als der Fünftürer, mal abgesehen vom leicht reduzierten Kopfraum. Unverändert auch der Kofferraum: 340 Liter passen rein, bei vorgeklappten Rücksitzlehnen bis zu 1130 Liter. Kein Coupé also, sondern ein vollwertiger Viersitzer. Und einer, in dem es sich gut aushalten lässt.

Preisknüller: 3000 Euro billiger als ein Astra

Alles wirkt ordentlich verarbeitet, ist leicht zu bedienen und übersichtlich gestaltet. Das Fahrwerk ist jetzt eine Spur komfortabler ausgelegt. Bei der ersten Ausfahrt stelzt der pro cee’d bei langsamer Fahrt noch etwas steif über Kanaldeckel und Schlaglöcher. Aber mit steigendem Tempo beruhigt sich die Sache. Sicher, zum Klassenprimus in Handling und Komfort reicht es noch nicht. Aber ein guter Schüler ist der Koreaner schon – beängstigend gut sogar, wenn man in der Haut der europäischen Konkurrenz steckt. Richtig gruselig dürfte es für die etablierten Anbieter dann mit Blick in die Preislisten werden. Zwei Benziner (122/143 PS) und zwei Common-Rail-Diesel (115/140 PS) stehen zur Wahl, alle bekannt aus dem Fünftürer und keineswegs schwach auf der Brust. Die Benziner sind ab 15.430 Euro zu haben, Diesel gibt es ab 17.655. Bei Opel etwa kostet so was rund 3000 Euro mehr. Ohne dass Kia bei der Ausstattung geizen würde. Schon die Basisversion (LX) verfügt zum Beispiel über ein CD-Radio. Wer den EX nimmt (Aufpreis ab 3210 Euro), bekommt unter anderem Klimaanlage und Tempomat. Und dass Kia stets noch eine Fünfjahres-Garantie drauflegt (sieben Jahre sogar für Antrieb und Getriebe), setzt dem Fass die Krone auf. Prost cee’d, kann man da weiter kalauern. 

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Wolfgang König

Die flottere Variante des Kia cee’d kostet wenig, kann viel und sieht überhaupt nicht aus wie vom Wühltisch. Da muss sich die hiesige Konkurrenz künftig noch etwas wärmer anziehen.
Kia Pro Cee'd 1.6 CVVT
Motor/Hubraum Vierzylinder/1591 cm³
Leistung 90 kW (122 PS)
Drehmoment bei U/min 154 nM/4200
0-100 km/h 10,8 s
Höchstgeschwindigkeit 192 km/h
EU-Mixverbrauch (l/100 km) 6,4 l Diesel
Länge/Breite/Höhe 4250/1790/1450 mm
Kofferraum minimal/maximal 340/1130 l
PREIS: ab 15.430 Euro
PLus: Ein Koreaner, der dem Auge schmeichelt. Und der sich fährt wie ein Europäer.
Minus: Jetzt noch etwas Feinschliff am Fahrwerk bitte. Und Sitze mit mehr Halt.
NOTE: 3+
Konkurrenten: Audi A3 1.4 TSI, 125 PS, ab 21.350 € und BMW 116i, 122 PS, ab 22.100 €

Autor: Wolfgang König

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