Autofahren im Ausland: Die kuriosesten Regeln

Verkehrsregeln im Ausland

— 15.07.2015

Zu schnell? Hier droht Knast!

Punkte sind was für Pussys. In anderen europäischen Ländern steht auf Verkehrsvergehen Kittchen! Wir klären auf, worauf sie beim Autofahren im Urlaub achten sollten.

Ein Pünktchen hier, ein Pünktchen da – darüber können Autofahrer in einigen unserer europäischen Nachbarländer nur lachen. Denn dort herrschen ganz andere Sitten: Wer sich nicht an die Verkehrsregeln hält, wandert in den Knast! Das könnte uns ja eigentlich egal sein. Interessant wird es aber, wenn wir mit dem Auto in diesen Ländern Urlaub machen wollen. Damit Sie den dann nicht im Kittchen verbringen, klären wir hier mal über die wichtigsten (und kuriosesten) Verkehrsregeln im Ausland auf. Denn: Unwissenheit schützt auch in diesem Fall vor Strafe nicht.

Bußgelder im Ausland

Kommen Sie gut durch: Zur aktuellen Stauprognose

Wer zum Beispiel in der Schweiz und in Norwegen zu doll auf's Gaspedal tritt, muss sich warm anziehen: Hier werden Raser eingelocht, es droht mindestens ein Jahr Haft. Und in Slowenien landen Sie eventuell schon hinter schwedischen Gardinen, weil Sie ein Bußgeld nicht sofort bezahlen wollen – mit Glück werden aber auch nur die Papiere und/oder das Auto beschlagnahmt, dann bleibt man halt einfach da. Ein mögliches Vergehen in Slowenien ist übrigens das Überfahren einer gelben Ampel, anders als in Deutschland gibt es hier nämlich eine Haltepflicht. Also runter vom Gas, rauf auf die Bremse!

In Dänemark und Italien wird das Auto versteigert

Nicht der Freiheit, aber des Autos können Autofahrer schnell verlustig gehen, wenn Sie in Italien oder Dänemark zu tief ins Glas geschaut haben: Hier können die Behörden das Auto tatsächlich beschlagnahmen und versteigern, wenn der angesäuselte Fahrer auch der Besitzer des Fahrzeugs ist.

Wer in Österreich die Polizei zum Blech-Unfall ruft, muss 36 Euro "Blaulicht-Steuer" bezahlen.

Genaue Kenntnis der lokalen Regeln ist auch bei einem Unfall gefragt. In Kroatien beispielsweise müssen Sie im Falle eines Crash immer die Polizei rufen – Fahrzeuge, die sichtbar beschädigt sind, dürfen nur mit einer polizeilichen Schadenbestätigung das Land wieder verlassen. In Österreich dagegen sollten Sie den Anruf lieber lassen, wenn es nicht unbedingt sein muss: Wer bei einem Verkehrsunfall mit Sachschaden die Polizei ruft, obwohl die Unfallbeteiligten ihre Daten auch untereinander hätten austauschen können, muss eine "Blaulichtsteuer" (Unfallmeldegebühr) in Höhe von 36 Euro bezahlen.

Immer nett bleiben!

Egal wie hoch die Promillegrenze ist – in Rumänien, Tschechien, der Slowakei und Ungarn beispielsweise liegt sie bei 0 – fahren mit Alkohol ist tabu. Spätestens bei einem Unfall ist Ärger vorprogrammiert. Grundsätzlich gilt gerade im Ausland: Bleiben Sie bei Polizeikontrollen stets gelassen und kooperativ. Bei Unfällen wird in manchen Ländern (wie eben in Kroatien) eine Unfallaufnahme durch die Polizei verlangt. Fehlt bei der Rückreise der Bericht, kann an der Grenze die Ausreise verweigert werden. Wichtig: Unterschreiben Sie keine Dokumente, die Sie nicht verstehen (Polizeiprotokoll, Schuldeingeständnis). Bestehen Sie im Zweifel auf einen Dolmetscher.

Wer mit Haustier reist, sollte einen Pass samt Nachweis über die Tollwut-Schutzimpfung dabei haben.

Das Mitführen der internationalen grünen Versicherungskarte ist nur noch in wenigen Ländern vorgeschrieben (etwa Bulgarien, Estland, Litauen), wird aber grundsätzlich empfohlen. Bei einem Unfall im Ausland erleichtert die Karte die Abwicklung. Die internationale Notrufnummer 112 gilt übrigens in allen Ländern der EU sowie in Norwegen, Kroatien und der Schweiz. Zusätzlich haben viele Länder ihre eigenen Notrufnummern. Tipp: Eine Liste mit allen Notrufnummern in Europa sowie den Rufnummern für die ADAC-Pannendienste im Ausland gibt es beim ADAC. Urlauber, die mit Haustier auf die Reise gehen möchten, brauchen für ihr Tier einen Pass, der eindeutig zuzuordnen ist (Tätowierung, Mikrochip) und den Nachweis über einen Tollwut-Impfschutz enthält. Ausführliche Informationen zum Reisen mit Haustieren gibt es auf der Internetseite des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Warnwesten sind in vielen Ländern Pflicht

Wer unangenehme Überraschungen bei einer Polizeikontrolle vermeiden möchte, sollte sich auch über mitzuführendes Sicherheitszubehör informieren. Reflektierende Warnwesten werden in immer mehr Ländern Pflicht (siehe Tabelle unten). Achten Sie bei Warnwesten auf das europäische Kontrollzeichen EN 471. Auch das Mitführen von Ersatzglühbirnen ist mitunter vorgeschrieben. In Rumänien gehört außerdem ein Feuerlöscher zur vorgeschriebenen Ausstattung des Fahrzeugs. Für weitere nützliche Informationen über beliebte Reiseländer empfehlen wir die Länder-Infos des ADAC und die Reisehinweise des Auswärtigen Amts.
Wichtige Verkehrsregeln in anderen Ländern
Land Taglichtpflicht Warnweste Besonderheiten Sonstiges
Belgien nein Pflicht Parkverbot an Bordsteinen mit gelber Linie.
Nebelschlussleuchte auch bei starkem Regen.
Warnwestenpflicht (Bußgeld ab 50 Euro)
Bußgelder können an Ort und Stelle erhoben werden.
Keine Maut.
Bulgarien ja Pflicht Ein- und Ausfuhr von Kraftstoff in Reservekanistern ist verboten. Jeden Unfall der Polizei melden.
Dänemark ja Mitnahme von gefüllten Reservekanistern kann auf Fähren verboten sein.
Maut nur auf der Öresund-Brücke und der Storebaelt-Brücke.
Weiße Dreiecke auf der Fahrbahn bedeuten Vorfahrt gewähren.
Estland ja Inhaber älterer Führerscheine sollten ersatzweise internationalen Führerschein mitführen. Winterreifen von Dezember bis März
Finnland ja Pflicht Straßenbahnen und Linienbusse haben grundsätzlich Vorfahrt.
Keine Maut.
Winterreifen von Dezember bis Februar;
Wildwechsel – Warnschilder beachten!
Frankreich nur empfohlen Pflicht Kostenloses Parken mit Parkschein an blauen Markierungen.
Einweg-Alcotester müssen nicht mehr mitgeführt werden.
Bei Regen mit Licht fahren. Maut auf Autobahnen.
Bei Nässe und generell für Fahranfänger Tempolimit auf Autobahnen und außerorts um 20 km/h verringert.
Griechenland nein (Abblendlicht-Verbot, außer bei schlechter Sicht) Die Einfuhr von Kraftstoff in Reservekanistern ist verboten.
Promillegrenze 0,2 für Fahranfänger.
Maut auf Autobahnen. Feuerlöscher empfohlen.
Im Kreisel haben einfahrende Fahrzeuge Vorfahrt.
GB nein Linksverkehr!
Mitnahme von gefüllten Reservekanistern auf Fähren verboten.
Gelbe und rote Markierungen am Fahrbahnrand bedeuten Park- und Halteverbot.
City-Maut in London.
Scheinwerfer müssen für Linksverkehr eingestellt werden.
Irland nein Linksverkehr!
Mitnahme von gefüllten Reservekanistern auf Fähren verboten.
Rot-schwarze Schilder weisen auf eine “Control Zone” hin. Hier ist es verboten, ein Fahrzeug unbeaufsichtigt abzustellen. Gelbe Linien am Fahrbahnrand bedeuten Parkverbot.
Maut auf Autobahnen. Promillegrenze 0,2 für Fahranfänger.
Scheinwerfer müssen für Linksverkehr eingestellt werden.
Italien ja Pflicht Parkverbot an schwarz-gelb markierten Bordsteinen.
Promillegrenze 0,0 für Fahranfänger und Berufskraftfahrer.
Maut auf Autobahnen. Bei Regen Tempo 110.
Im Kreisel haben einfahrende Fahrzeuge Vorfahrt.
Hohe Bußgelder beim Spurwechsel im Bereich von Mautstellen.
Kroatien von Oktober bis März Pflicht Beim Überholen durchgehend blinken. Lichtpflicht vom 26. Oktober bis 29. März 2014.
Ersatzlampen vorgeschrieben. Maut auf Autobahnen. Für Fahrer unter 25 Jahre Tempo 110 auf Autobahnen, 80 außerorts, 0,0 Promille.
Bei Gespannen zwei Warndreiecke mitführen. Unfälle der Polizei melden.
Lettland ja Pflicht Inhaber älterer Führerscheine sollten ersatzweise internationalen Führerschein mitführen. Winterreifenpflicht von Dezember bis März. Unfälle der Polizei melden.
Litauen ja Pflicht Keine abgabenfreie Einfuhr von Kraftstoff im Reservekanister. Feuerlöscher mitführen. Bei Unfällen Polizei verständigen.
Luxemburg nein Pflicht Parkverbot an Bordsteinen mit gelber Linie. Keine Maut. Navis müssen links unten oder am unteren Rand vor dem Fahrer angebracht sein. Reservekanister verboten. Für Fahranfänger gilt 0,2 Promille, Tempo 110 auf Autobahnen und bei Regen. Polizeibeamte können von Ausländern an Ort und Stelle Bußgelder erheben.
Niederlande nein Parken an gelben Bordkanten verboten. Keine Maut. Für Fahranfänger gilt 0,2 Promille. Bei Parkverstößen wird oft eine Parkkralle angebracht.
Norwegen ja Pflicht (nur für norwegische Pkw) Mitführen gefüllter Reservekanister kann auf Fähren verboten sein.
Maut nur für einige Brücken, Tunnel, Straßen und Städte.
Straßenbahnen haben Vorfahrt.
Wildwechsel – Warnschilder beachten!
Österreich nein Pflicht Gelbe Zickzacklinien bedeuten Halteverbot.
Schulbusse mit Warnblinker dürfen nicht passiert werden.
Vorfahrt für Einfahrende im Kreisverkehr.
Autobahn-Vignette. 0,1 Promille für Fahranfänger.
Verwarngeld kann an Ort und Stelle erhoben werden. Winterreifen von November bis April.
Polen ja - Bei Verstößen gegen die Promille-Grenze sind auch Haftstrafen möglich.
Halteverbot 100 m vor und nach Bahnüberwegen. Straßenbahnen haben Vorfahrt.
Maut auf Autobahnen. Vorfahrt bei grünem Abbiegerpfeil beachten.
Kfz-Auslandsschutzbrief empfohlen. Unfälle der Polizei melden.
Portugal nein Pflicht Fahranfänger dürfen auf Autobahnen nur 90 km/h fahren. Maut auf Autobahnen. Ersatzglühlampen empfohlen.
Rumänien ja Pflicht Überholverbot auf Brücken. Feuerlöscher und zwei Warndreiecke mitführen. Unfälle der Polizei melden.
Schweden ja Mitführen gefüllter Reservekanister kann auf Fähren verboten sein.
Maut auf der Öresund-Brücke. Straßenbahnen haben Vorfahrt.
Wildwechsel – Warnschilder beachten!
Winterreifenpflicht von Dezember bis März.
Schweiz ja Gelbe Kreuze am Fahrbahnrand bedeuten Parkverbot.
Lichtpflicht in Tunneln. Autobahn-Vignette. Innerorts haben Schienenfahrzeuge Vorfahrt.
Das bergauf fahrende Fahrzeug hat Vorfahrt.
Hohe Bußgelder bei schweren Verkehrsverstößen.
Slowakei ja Pflicht Abbiegende Straßenbahnen haben Vorfahrt. Inhaber älterer Führerscheine sollten ersatzweise internationalen Führerschein mitführen. Bei Unfällen Polizei verständigen. Ersatzglühlampen empfohlen.
Slowenien ja Pflicht Rückwärtsfahren nur mit eingeschalteter Warnblinkanlage. Maut auf Autobahnen. Ersatzglühbirnen mitführen.
Spanien nein Pflicht Abschleppen durch Privatfahrzeuge ist verboten. Navis dürfen während der Fahrt nicht bedient werden. Maut auf Autobahnen. 0,3 Promille für Fahranfänger. Ersatzglühbirnen empfohlen.
Tschechien ja Pflicht Polizei ist bei Verdacht auf Alkoholkonsum zur Entnahme einer Speichelprobe berechtigt.
Autobahn-Vignette.
Ersatzglühbirnen mitführen.
Türkei nein - 0,5 Promille nur im Pkw, andere Fahrzeuge 0,0. Maut auf Autobahnen. Zweites Warndreieck und Feuerlöscher Pflicht. Reservekanister auf Fähren verboten. Grüne Versicherungskarte mitnehmen.
Ungarn ja Pflicht Gelbe Zickzacklinien bedeuten Halteverbot. Autobahn-Vignette. Reservekanister verboten. Tempo 30 vor Bahnübergängen, Tempo 5 an den Gleisen. Bußgelder können an Ort und Stelle erhoben werden. Unfälle der Polizei melden.
Quelle: Auswärtiges Amt, ADAC; Stand: April 2014; Angaben ohne Gewähr.

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