Volvo L60G PCP: Fahrbericht

— 09.07.2012

Schneller baggern

Über 100 km/h im Radlader: Volvo macht's möglich – mit einem speziell getunten Unikat. AUTO BILD fuhr die schnellste Baumaschine aller Zeiten. Und zwar weltexklusiv.



Ursprünglich klang es nach einem dieser Termine, für die man alles stehen und liegen lässt. Den einzigen Renn-Radlader live erleben. Ihn selbst lenken dürfen. Seine Weltrekord-Pilotin, die 28 Jahre alte Karin Olsson, persönlich kennenlernen. Und das alles auf der legendären Grand-Prix-Strecke von Anderstorp in Südschweden. Lauter Ansagen, die meine Fantasie anheizen – würde mir die Lady, die beim Angoogeln als butterblonde Nachwuchs-Wikingerin auf dem Monitor erscheint, einen sehr privaten Crashkurs im Blitzbaggern verabreichen? Kamm einstecken, Männerduft auflegen, vorfreuen. Jetzt stehe ich hier. Auf einer Formel-1-Piste, die 1978 zeitgleich mit Ronnie Peterson – Lokalmatador, zweimaliger Vizeweltmeister – gestorben zu sein scheint. Totenstille. Unterbrochen nur von den Plastikbechern, die der Wind durch die verlassene Tribüne treibt.

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Wahnsinns-Radlader: Rein rechnerisch lässt sich der Volvo L60G PCP auf 150 km/h beschleunigen.

Der 304 PS starke Volvo S60 T6, der mir als Referenz-Pkw dienen sollte: abgesagt. Angesagt ist dafür Dauerregen – drohend zieht eine dunkle Wolkenwand auf. Im Fahrerlager steht einzig der blaue Radlader. Daneben zwei trockene, unparfümierte Typen, die sich als Fredrik und Mikael vorstellen. Apropos: Wo ist Karin Olsson? Hat andere Termine, erfahre ich. Natürlich. Toll. Okay, da ich schon mal hier bin und die Rückreise eh erst in sieben langen Stunden losgeht: Das ist also euer Rekord-Radlader, Leute. Na, dann lasst doch mal sehen. Schön blau, immerhin. Schaufel aerodynamisch verblendet: etwas Show-Programm, oder? Gut, soll ja nach was aussehen. Wie das wichtige Sparco-Sportlenkrad. Ob ich einen Helm dabei habe? Kommt, Jungs, jetzt macht aber mal halblang. Hoch ins Führerhaus, rein in den Recaro-Rennsitz – beziehungsweise erst mal rauf auf den Sitz. Und pressen, pressen ... verdammt, ist die Schale eng. Ob ich hier je wieder allein rauskomme? Fredrik und Mikael haben gut lachen – logisch, wiegen ja auch 25 Kilo weniger als ich. Jeweils, nicht zusammen. An den vier knubbeligen Hebeln rechts, meint Mikael, solle ich während der Fahrt lieber nicht rumfummeln: Schippe in fünf Meter Höhe bei 100 Sachen auf dem Tacho – das kommt nicht so gut.

Überblick: Allradler und Geländegänger bei AUTO BILD ALLRAD

Nur fürs Foto: Rennsport mit einer 10 Tonnen schweren Baumaschine ist dann doch nicht wirklich drin.

Ansonsten: schon mal Radlader gefahren? Aber hallo, nicke ich. Was ich lieber für mich behalte: Das war vor 48 Jahren in der Sandkiste. Weiß ich noch wie heute. Wird schon schiefgehen. Und genau das tut es auch. Im wahrsten Wortsinn. Liest hier jemand mit, der schon mal einen Knicklenker gefahren hat? Du drehst das Lenkrad nach links, das Fahrzeug knickt mittig um die Hochachse ab und fährt – klar – nach links. Während sich die Fahrzeughälfte hinterm Knickgelenk, auf der du sitzt, nach rechts dreht. Das irritiert. Umso mehr, je länger der Lenker darüber grübelt. Kurskorrekturen mit der Lenkbewegung, aber gegen die eigene Drehrichtung: Das geht bei Baustellentempo, vielleicht auch noch beim üblichen Radlader-Topspeed von 45 km/h. Aber bei 80, 90 Sachen auf dem Rundkurs ... alter Schwede! Wo ist mein Helm? Nach einer halben Fahrstunde klappt mein Radlader-Origami feinfühlig genug für eine symbolstarke Fotofahrt auf dem Rundkurs. Mit spannender Duell-Optik bitte, wünscht Fotograf Sven Krieger. Kriegt er – von Fredrik und seinem privaten Volvo V70.

Noch eine Runde. Und noch eine. Das rockt. Auch wenn die Höchstgeschwindigkeit dieses Geräts weit außerhalb der Reichweite meiner Traute liegt: gut 80 km/h mit einer Baumaschine – das fühlt sich an wie im Reisebus, der gerade die Schallmauer durchbricht. Und noch eine Runde ... Frage nebenbei: Was soll das Ding – wozu ein Radlader, der über 100 Sachen macht? Fredrik erzählt: Swecon, Vertreiber für Volvo-Baufahrzeuge in Schweden und Deutschland, sponsert das mit Volvo verbundene Polestar-Team in der schwedischen Tourenwagen- Meisterschaft. Und räumt dort mit seinen Radladern die havarierten Rennwagen von der Strecke. Was liegt da näher als ein Renn-Radlader zu Promotion-Zwecken, einzig aus Volvo-Serienteilen komponiert – und die blonde Pilotin auf medienwirksamer 103-km/h-Rekordfahrt? Mehr ist in Anderstorp nicht drin. Jetzt suchen Fredrik und Mikael nach einer Geraden, die genug Auslauf für Tempo 120 bietet. Ich schlage die Bundesautobahn im schönen Tyskland vor – und mich selbst als Fahrer. Bin schon auf das Überholprestige gespannt. Freiräumen der linken Spur: Das nehmen wir dann mal wörtlich. Den kompletten Artikel gibt's im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.

Der rasende Radlader

Der vollständige Artikel ist ab sofort in unserem Online-Artikelarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden.
Volvo L60G PCP, Volvo V70 2.5T (Typ B)

Veröffentlicht:

10.07.2012

Preis:

1,00 €


Autor: Wolfgang Blaube

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