Passat Variant mit Passat-Anhänger

Doppelter Einsatz Doppelter Einsatz

VW Passat Variant 1.8 20V

— 30.04.2002

Doppelter Einsatz

Dass manchmal aus Jux und Tollerei Ernst werden kann, zeigt dieses Passat-Gespann von Peter Urben. Nach einem Stammtisch-Besuch investierte der Schweizer 100.000 Euro in ein starkes Doppel.

Warten auf einen Unfallwagen

Es war einmal... - so fangen viele Märchen an. Am 16. Oktober 2000 saß Peter Urben zusammen mit seinen Freunden wie jeden Freitag in der Kneipe um die Ecke. Man redete wie immer über Hinz und Kunz und die aktuellen Geschehnisse in der Schweizer Tuningszene.

Zu später Stunde und nach einigen Hopfenkaltschalen entbrannte auf einmal eine Diskussion. Ein Freund von Peter hatte die Idee, dessen Passat einen gleichwertigen Anhänger zu verpassen. Da es das schon bei Golf & Co gab, war das ja nichts Besonderes. Peter hatte dann aber den Einfall, eine fast komplette Passat-Karosse anzuhängen. Den Hänger also direkt an der Frontscheibe zu zersägen. Bisher wurden solche Hänger nur als Hälften verwendet. Doch woher eine zweite Karosse nehmen? Da sich die gute Fee nicht zeigte, musste Peter den ganzen Sommer 2001 auf einen Unfall-Passat warten.

Nach dem GTI-Treffen am Wörthersee war es dann soweit. Freundin Sybille organisierte den Transport des Unfallers und Peter besorgte derweil zusammen mit seinen Freunden einige Neuteile zum Beseitigen der Schäden. Als dann soweit alles gerichtet war, entwickelte Peter einen märchenhaften Umbau-Plan für den Hänger. Heimkino mit DVD und Surround-Anlage, Playstation und eine Hausbar waren die Prämissen.

Alles in allem ergab das Kosten, die privat einfach nicht zu stemmen waren. Also machten sich Peter und Sybille auf die Suche nach Sponsoren. Nach ein paar Wochen meldete sich ein guter Geist und erlöste das Paar von ihrer Trauer. Die benötigte Summe von 100.000 Euro für den Hängerumbau wollte er für Peters geniale Idee locker machen. Nun konnte man endlich ans Eingemachte gehen.

Nächtelang basteln und modellieren

Am 15. September 2001 wurde dann der Schnitt gemacht. Und zwar genau an der Frontscheibe. Man beachtete dabei, dass genau an der Rundung der Scheibe zersägt wurde. Bis ins Frühjahr hinein ging nun in der extra angemieteten Garage das Licht nicht mehr aus. Peter und seine Freunde arbeiteten Tag und Nacht und opferten teilweise sogar wertvollen Urlaub für dieses Projekt. Zunächst wurde das geköpfte Teil komplett zerlegt. Der Boden wurde genauso entfernt wie Türen und Scheiben.

Der nächste und umfangreichste Schritt war der Einbau des Chassis für die Hänger-Deichsel. Danach ging der Spengler, hierzulande auch Karosseriebauer genannt, zur Sache. Unter der Frontscheibe musste ein großes Loch fein säuberlich mit Blech geschlossen werden. Die Deichsel erforderte viel Feinarbeit, denn sie musste ja mit eingearbeitet werden. Danach ging der Blech-Spezi an die übrige Karosserie und die Zugmaschine. An beiden Wagen wurden die Kotflügel für größeres Räderwerk geweitet. Den Heckklappen beider Passat entfernte man die Embleme sowie überflüssige Kanten und Sicken.

In der Zwischenzeit machte sich Peter an die Modellage der neuen Spoilerteile. "Wenn ich schon ein Einzelstück habe, sollen auch die restlichen Teile oder Spoiler einmalig sein", so der gelernte Mechaniker. Dann ging es an die Schürzen für Front und Heck. Nächtelang bastelte und modellierte Peter mit Kunstharz an den Teilen herum. Bis er endlich die richtigen Linien gefunden hatte, vergingen Wochen.

TÜV - der Augenblick der Entscheidung

Auch die Seitenschweller, die wie Front- und Heckschürze von Oettinger stammten, sollten schöner geformt werden. Als dann der Kasten für die insgesamt acht Gabelstaplerbatterien eingepflanzt war, ging es endlich zum Lackierer.

Der sprühte den Passat-Hänger in demselben Fjord-Blau von VW, das die Zugmaschine schon seit der Geburt 1998 trug. Dann kam der 11. Februar - der Augenblick der Entscheidung. Peter hatte an diesem Tag einen Termin mit dem Schweizer TÜV. Der Hänger sollte dort die üblichen Untersuchungen und Messungen über sich ergehen lassen. Nachmittags um 15 Uhr gab es dann endlich das Zertifikat. TÜV bestanden.

Nun ging man an den Innenausbau. Zunächst wurde die Sitzbank eingepasst. Wegen der geplanten Bar und dem Home-Cinema musste die Bank genau ausgerichtet werden. Und als Krönung pflanzte er wegen der Playstation2-Anlage noch ein paar Vibratoren ein. Über 500 Arbeitsstunden investierten Peter und seine Freunde in Arbeitsschritt Nummer zwei. Genauer gesagt, in den Einbau zahlreicher Boxensysteme.

Die im einzelnen aufzuzählen, würde noch ein paar Seiten extra füllen. Nur so viel: Sechs Lautsprechergehäuse wurden auf Volumen berechnet und angefertigt, ein Pioneer-DVD-Gerät mit Monitor eingebaut sowie ein ausfahrbarer 17-Zoll-Flachbildschirm, eine Playstation2 mit zwei Lenkrädern und ein Satellit-Digital-Receiver installiert. Mit drei DC/AC-Umwandlern wird das "ganz normal" mit 220 Volt betrieben.

Feintuning: Auch Kleinteile verschönern

Nachdem das 20-Liter-Bierfass mit Kühlschrank und Zapfhahn in den Kofferraum eingebaut war, gab es ein letztes Feintuning. Die Lautsprecher erhielten den gleichen Bezug wie die Türen. Übrigens, seit dem Umbau kann er den Hänger nur über die eine, hintere Tür auf der Fahrerseite betreten. Danach verkleidete er den Himmel von beiden Passat-Karossen mit blauem Alcantara und belegte die Hausbar mit feinem Parkett. Am 18. März 2002 war das rollende Märchen-Schloss fertig. Wer will, der kann es sich beim Treffen am Wörthersee genauer anschauen.

Technische Daten VW Passat Variant 1,8 20V (125 PS) • Baujahr 1999 • diverse Teile verchromt oder in Wagenfarbe lackiert und mit Airbrush verziert • Edelstahl- und Lochblechabdeckungen Räder Work EP, vorn 8,5 x 19 Zoll ET35 mit Conti-SportContact in 245/35 ZR 19; hinten 9 x 19 Zoll ET35 mit Conti-SportContact in 275/30 ZR 19 Fahrwerk KW-Gewindefahrwerk höhenverstellbar • Tieferlegung: 80 mm vorne, 60 mm hinten Auspuff Remus-Endschalldämpfer mit zwei ovalen Endrohren Spoiler Eigenbau-Front- und Heckschürze, Seitenschweller • Abt- Dachspoiler Interieur Abdeckungen, Griffe und Mittelkonsole in Wagenfarbe • Dachhimmel in blauem Alcantara-Leder inklusive Säulen Extras Thule-Dachbox • Felgeninnenseiten und Bremszange in Wagenfarbe • gelochte Bremsscheiben • Embleme und Sicke in Kofferraumklappe entfernt

Passat-Anhänger kein Motor, kein Antrieb Räder Work EP 8,5 x 19 Zoll ET35 mit Conti SportContact in 245/35 ZR 19 Fahrwerk KW-Gewindefahrwerk mit Tieferlegung 80 mm Auspuff Remus-Doppel-Endrohre wie Zugmaschine in Arbeit Spoiler Eigenbau-Heckschürze, Seitenschweller und Abt-Dachspoiler Interieur Dachhimmel in blauem Alcantara-Leder • Home-Cinema mit sechs Lautsprechergehäusen, jedes auf Volumen berechnet und angefertigt • Pioneer-Abspielgerät mit Monitor und CD/DVD-Wechsler • Flachbildschirm 17 Zoll in ehemaliges Armaturenbrett (inkl. 3 JL Audio-Endstufen) integriert • Playstation2 inklusive zwei Lenkrädern • Satelliten Digital Receiver • Notebook mit Internetmöglichkeit • 3 x DC/AC-Umwandler auf 220V-Betrieb Extras Bar-Theke mit Zerfass-Zapfhahn, 20 Liter Tankinhalt (Bier) • vier Spirituosen-Halter • kleiner Kühlschrank • Schublade für Gläser • Stromversorgung mit acht Staplerbatterien mit 740 amp/h Leistung

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