VW: TSI-Motorschäden

— 22.03.2012

Kunden klagen an

Sind die Steuerketten-Probleme bei den TSI-Motoren von VW noch viel größer als bisher angenommen? Im Kummerkasten von AUTO BILD häufen sich Beschwerden. Vertrauen Sie modernen Motoren? Stimmen Sie in der Umfrage ab!



Die Steuerketten-Probleme des Volkswagen-Konzerns könnten noch größer sein als bislang angenommen. Nach dem AUTO BILD-Bericht über Schäden an 1,4-Liter-TSI-Motoren (Heft 10/2012) meldeten sich bis Redaktionsschluss über 100 Leser mit zahlreichen neuen Schadensfällen. In den meisten Zuschriften geht es um den 1,4-Liter- TSI-Motor, es gibt aber auch eine ganze Reihe von Steuerkettendefekten beim 1.2 TSI mit 105 PS. Hier ist anscheinend vorwiegend der Skoda Yeti betroffen. Auffällig sind dabei die niedrigen Laufleistungen von teilweise unter 20.000 Kilometern. Über die Ursache der Motorschäden will VW auch weiterhin nichts preisgeben. Ein Sprecher erklärt die hohe Zahl der Leserzuschriften mit "Millionen verkaufter Volkswagen mit TSI-Motoren".

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Eine andere Sprache spricht die AUTO BILD-Kummerkastenstatistik: Während markenübergreifend 36 Prozent der Kummerkastenfälle als Motorschäden gemeldet werden, sind es bei VW 42 Prozent. Noch dramatischer sieht es aus, wenn man nur Steuerketten betrachtet: 39 Prozent sämtlicher im Kummerkasten erfassten Steuerkettenschäden betreffen VW – das ist ein um 75 Prozent höherer Wert, als VWs Marktanteil es erwarten ließe. Und das, obwohl VW in einem großen Teil seiner Motoren statt Steuerketten weiter Zahnriemen verbaut, zum Beispiel bei TDI-Dieseln.

TSI-Fahrer Timo Jochens: "Wo bleibt die Verantwortung?"

Timo Jochens (VW Touran 1.4 TSI, 103 kW, EZ 3/2007): "Der Konzern wird seiner Verantwortung nicht gerecht."

"Der Motor rasselte beim Starten und ruckelte beim Schalten, vor allem im zweiten Gang. Bei circa 65.000 km mahnte die Warnleuchte zum Werkstattbesuch. Der Nockenwellenpositionssensor wurde ausgetauscht, nach erneutem Leuchten der Lampe auch die gelängte und bereits übergesprungene Steuerkette, der Kettenspanner und die Ölvorlaufleitung. Bereits eine Stunde nach Fahrzeugabgabe wurden mir 50 Prozent Kulanz zugesichert (Eigenanteil 480 Euro). Daher vermute ich, dass dafür mein Händler aufkam, nicht VW. Bedenklich, dass am Ende die Werkstätten mit Mängeln in Verbindung gebracht werden, während der Konzern seiner Verantwortung nicht gerecht wird."

Stephan Däfler (Skoda Fabia 1.2 TSI, 77 kW, EZ 10/2010): "TSI? Nur mit Anschlussgarantie kaufen."

TSI-Fahrer Stephan Däfler: "Das Problem hat sich mit einem Motorrasseln bei ungefähr 25.000 km angekündigt. Allerdings nur beim Kaltstart. Als ich bei der Werkstatt ankam, war nichts mehr davon zu hören – der klassische Vorführeffekt. Der Werkstattaufenthalt nahm fast drei Wochen in Anspruch. Die fehlerhafte Steuerkette wurde zuerst nicht erkannt, und dann gab es Lieferschwierigkeiten mit dem Ersatzteil. Die Werkstatt sprach von einem "Einzelfall". Der Schaden wurde im Rahmen der Garantie zwar komplett erstattet, doch es bleibt ja zu befürchten, dass sich das Problem wiederholt. Damit hätte ich nur dann kein Problem, wenn man eine Garantieverlängerung oder Anschlussgarantie gewährt."

Alexander Köpke (VW Polo 1.2 TSI, 77 kW, EZ 12/2010): "Keine Ahnung, wie lange die neue Kette halten wird."

TSI-Fahrer Alexander Köpke: "Nach Ihrem Bericht zum Steuerketten- Problem beim 1.4 TSI fuhr ich mit meinem Polo – ein 1,2-Liter – in die Werkstatt, da dieser ebenfalls beim Kaltstart rasselte. In einem Anruf teilte man mir mit, dass die Steuerkette gewechselt werden muss. Garantiefall bei 16.000 km! Bei der Abholung hat man mir ein paar interne Blätter gezeigt, auf denen der Bautyp meines defekten Kettentyps und das nun verbaute, technisch optimierte Modell gegenübergestellt waren. Eine Kopie davon bekam ich aber nicht. Und ob die neue Kette dann länger hält, konnte man nicht sagen. Dennoch habe ich mit der Werkstatt keine Probleme. Die werden letztlich ja auch nur von den Konzernen gegängelt."

Alexander Kuhn (Skoda Yeti 1.2 TSI, 77 kW, EZ 6/2011): "Kette musste getauscht werden – und das bei Kilometer 9150!"

TSI-Fahrer Alexander Kuhn: "Ich fuhr wegen zu hohen Verbrauchs und kurzen Rasselns beim Starten des Motors in die Werkstatt. Man sagte mir, dass bei einigen Motoren während der Montage der Steuerkette Probleme im Werk bekannt seien. Ein Update des Motorsteuergeräts könne gegen den Mehrverbrauch helfen. Dann aber die Diagnose: Steuerkette verschlissen, muss getauscht werden – und das bei Kilometerstand 9150! Am Folgetag holte ich den Wagen ab und stellte fest: Das Rasseln ist weg, der hohe Verbrauch aber nicht. Einen Reparaturbericht gab man mir nicht, da Garantiefall. Bei 10.000 km werde ich wieder reklamieren und auf Wandlung bestehen, sollte Skoda dies nicht in den Griff bekommen."

Lesen Sie auch: Wunder Punkt bei TSI-Motoren von VW



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