VW Up gegen VW Lupo: Vergleich — 10.11.2011
Wer sieht hier alt aus?
Zwischen dem neuen VW Up und seinem Vorvorgänger Lupo liegen zehn Jahre und 10.000 Euro. AUTO BILD vergleicht sie trotzdem – mit überraschendem Ergebnis.
Überblick: Alle News und Tests zum VW Up
Ein erster Blick in den Innenraum räumt Zweifel aus. Im vergangenen Jahrzehnt hat sich bei VW nicht so viel getan wie zunächst erwartet. Die Qualität ist hier wie dort deutlich besser als bei der Konkurrenz. Und auch der Stil mit kleinem Dreispeichenlenkrad und lackierten Blechflächen ähnelt sich. Das Platzangebot reicht bei beiden in Reihe eins für große Erwachsene und in Reihe zwei für Kinder. Erstaunlich: Zehn Zentimeter mehr Radstand bringen dem Up kein besseres Platzangebot. Kein Stillstand, sondern ein echter Rückschritt ist die Funktionalität des Up. Erstmals bei einem in Europa konstruierten und gebauten Volkswagen merkt der Fahrer dem Wagen an, dass nicht die Techniker das letzte Wort hatten, sondern Controller. So hat etwa Ex-VW-Chef Ferdinand Piëch bei der Präsentation des Lupo noch die serienmäßige Gasdruckfeder an der Motorhaube gelobt – der Up muss mit einer billigen Haltestange auskommen.Überblick: Alle News und Tests zum VW Lupo
Dass er das Karosseriekapitel trotzdem gewinnt, liegt an seinem deutlich größeren Kofferraum – und der mageren Sicherheitsausstattung des Lupo Beim Fahren sieht der Lupo alles andere als alt aus. Schon beim Start fällt auf, dass sein Vierzylindermotor wesentlich laufruhiger ist als der neu konstruierte Dreizylinder des Up, der im Leerlauf mit deutlichen Vibrationen auf sein Bauprinzip aufmerksam macht. Und auch in Fahrt zeigt der Motor des Lupo die feineren Manieren: Er beschleunigt besser und bietet dank 0,4 Liter Hubraum-Plus einen deutlich kräftigeren Durchzug. Der Dreizylinder des Up muss, um ähnliche Fahrleistungen zu bieten, hoch gedreht werden – und fällt dann mit seinem vergleichsweise rauen Klang unangenehm auf. Trotzdem macht der kleinere Motor im Up Sinn: Der Testverbrauch liegt trotz gleicher Leistungswerte mit 5,1 Litern pro 100 Kilometer 1,7 Liter unter dem des Lupo.Besonders sparsam gefahren sinkt der Verbrauch des Up auf 4,4 Liter. Gute, aber keine bahnbrechenden Zahlen. Was technisch möglich ist, zeigte Volkswagen bereits 1999, als der Drei-Liter-Lupo auf den Markt kam. Noch heute beeindruckt der durch den Einsatz von Aluminium und Magnesium heruntergehungerte Technologieträger – vor allem im Vergleich mit dem deutlich jüngeren Up. Das Fahrwerk der beiden Mini-VW ähnelt sich mit weicher Grundabstimmung und gutem Komfort. Auch hier kann der Up seinen Vorvorgänger nicht auf Distanz halten, auch wenn er sich in Summe bei Komfort und Fahrdynamik nach Punkten recht deutlich absetzt. Das Fehlen von Komfortausstattung und elektronischen Fahrhilfen wie ESP kosten den Lupo viele Punkte und zeigt, wo die Fortschritte der Kleinstwagen-Klasse in den vergangenen Jahren liegen.
Vor allem der 40 Meter lange Bremsweg des Lupo ist nicht mehr akzeptabel. So schlägt der ausgewogene Up den Lupo in der Eigenschaftswertung mit 51 Punkten Vorsprung – doch er deklassiert ihn keineswegs. Wie gut der Lupo noch heute ist, zeigt der Vergleich mit Ford Ka und Peugeot 107. Der zehn Jahre alte VW sammelt 13 Punkte mehr als der Franzose. Und am Ende wird es sogar noch mal eng für den Up. Im Kostenkapitel holt der Lupo mit seinem Preis von 4380 Euro bis auf 32 Punkte auf – eine Sensation für ein zehn Jahre altes Auto. Der alte Lupo ist damit eine echte Konkurrenz für den neuen Up und eine Empfehlung für alle, die einen Kleinstwagen von VW kaufen wollen. Das Ergebnis werden sie bei Volkswagen nicht mögen.
Hintergrund: So testet AUTO BILD
| Fahrzeugdaten | VW Lupo | VW Up |
|---|---|---|
| Motor | Vierzylinder, vorn quer | Dreizylinder, vorn quer |
| Ventile/Nockenwellen | 2 pro Zylinder/1 | 4 pro Zylinder/2 |
| Nockenwellenantrieb | Zahnriemen | Zahnriemen |
| Hubraum | 1390 cm³ | 999 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 55 (75)/5000 | 55 (75)/6200 |
| Nm bei 1/min | 126/3800 | 95/3000 |
| Vmax | 172 km/h | 171 km/h |
| Getriebe | Fünfgang manuell | Fünfgang manuell |
| Antrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Trommel | Scheiben/Trommel |
| Abgas CO2 | 149 g/km | 108 g/km |
| Verbrauch* | 8,6/4,8/6,2 l | 5,9/4,0/4,7 l |
| Tankinhalt | 34 l/Super | 35 l/Super |
| Vorbeifahrgeräusch | 73 dB (A) | 71 dB (A) |
| Anhängelast gebr./ungebr. | 800/450 kg | keine |
| Kofferraumvolumen | 130–830 l | 251–951 l |
| Preis (wird bewertet) | 4380 Euro | 14.300 Euro |
| *innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km | ||
| Messwerte | VW Lupo | VW Up |
|---|---|---|
| Beschleunigung | ||
| 0–50 km/h | 3,6 s | 4,4 s |
| 0–100 km/h | 11,9 s | 13,8 s |
| 0–130 km/h | 22,2 s | 24,1 s |
| Elastizität | ||
| 60–100 km/h | 11,9 s (4. Gang) | 15,7 s (4. Gang) |
| 80–120 km/h | 21,1 s (5. Gang) | 25,6 s (5. Gang) |
| Leergewicht/Zuladung | 975/405 kg | 928/362 kg |
| Gewichtsverteilung v./h. | 62/38 % | 60/40 % |
| Wendekreis links/rechts | 10,1/10,2 m | 9,9/9,9 m |
| Bremsweg | ||
| aus 100 km/h kalt | 39,8 m | 35,0 m |
| aus 100 km/h warm | 40,1 m | 34,9 m |
| Innengeräusch | ||
| bei 50 km/h | 63 dB (A) | 60 dB (A) |
| bei 100 km/h | 69 dB (A) | 67 dB (A) |
| bei 130 km/h | 72 dB (A) | 74 dB (A) |
| Testverbrauch – CO2 | 6,8 l S – 161 g/km | 5,1 l S – 121 g/km |
| Reichweite | 500 km | 680 km |
Kommentar verfassen
Hinweis: Die mit einem Sternchen* versehenden Felder sind Pflichtfelder
Anzeige















Kommentare zum Artikel (114)
Erstellt
Inhalt
Funktion
Beide haben noch eine Steuerzahnriemen, der immer einen kostspieligen Austausch nach sich zieht.
Man nehme einen KIA Picanto Edition Seven, zahle 10.500€ und man bekommt ein wirklich schickes Auto mit fünf Türen, sechs Airbags und sieben Jahre Garantie!!!
Ganz ehrlich, dieser Vergleich überrascht mich nicht. Der Up, aber noch viel stärker der Skoda Citigo und der Seat Mi-Ableger erinnerten mich beim Design direkt an Lupo und Arosa - was ich absolut nicht negativ finde.
Aber auch was das Testresultat angeht wundert mich nichts. Die Autos werden markenübergreifend nicht mehr besser, sie werden nur noch überfüllter.
Zitat Fahrbericht VW up! ADACmotorwelt 11/2011:
"Karge Grundausstattung. Teils nacktes Blech an den Türen, wenig hochwertige Innenraummaterialien."
Und das ganze zum VW-Premiumpreis! Toller Fortschritt!
Der UP! erhält bei AMS 5Sterne und verliert fast einen Vergleich gegen ein 10 Jahre altes Auto. Und dass man von der HFahrerseite aus das Fenster auf der Beifahrerseite nicht öffnen kann ist echt ein schlechter Witz. Irgendwo hat das Sparen auch ein Ende.
achso, die Lautstärke (3db sind subjektiv doppelt so laut !) zeigt, dass der Up seine Drehorgel nicht verheimlichen kann, zumal er bei niedrigen Geschwindigkeiten immer leiser ist (besser gedämmt?). Der Lupo 1.4 ist auf der Autobahn wirklich leise für sone kleine Kugel, im Vergleich zum Polo aber doch lauter.Die 74db im Up sind dann wohl doch nicht so flüsterleise wie sonst in den Tests immer zu lesen. Irgendwas stimmt doch mit den ganzen Up-Tests nicht.