VW XL1: Fahrbericht
— 11.03.2013Eine Fahrt in die Zukunft
VW und das Ein-Liter-Auto XL1: Von Luzern nach Genf braucht es zwar 1,6 Liter, überzeugt aber trotzdem – als innovativer Vorreiter und Technik-Träger.
Überblick: Alle News und Tests zum VW XL1
In der Stadt fährt der 795 Kilo leichte VW bevorzugt elektrisch – lautlos, geschmeidig, als wäre er über ein unsichtbares Gummiband mit dem Horizont verbunden. Nach außen ist der XL1 flüsterleise, aber die fremdartigen Innengeräusche klingen ziemlich mechanisch: schabende Keramikbremsen, kaum gefiltertes Fahrwerk-Ploppen, vernehmliches Getriebe-Mahlen. Die Reichweite im Elektromodus beträgt 50 Kilometer, doch sobald es bergauf geht, sollte man in den Hybridmodus umschalten. Der Zweizylinder-TDI muss sich zwar erst laut räuspern, bevor er in die Gänge kommt, aber dafür dürfen die Akkus eine kurze Verschnaufpause einlegen. Das Ein- und Ausblenden des Diesel-Schnarrwerks funktioniert schon recht gut, der Übergang vom sanften Verzögern mit Rekuperation (Energierückgewinnung) zum ernsthaften hydraulischen Bremsen ist noch etwas holprig. Die wichtigste Anzeige gilt nicht dem Verbrauch, sondern dem Ladezustand der Akkus – und schon leichtes Bremsen lädt die Akkus im Zeitraffer nach.Überblick: Sparmobile und Hybride bei AUTO BILD GREENCARS
Der XL1 erzieht zur Sparsamkeit durch Voraussicht. Jede Steigung ist ein Feind, jedes Gefälle eine Chance. Am Ende des Tages stehen nach 271 Kilometern exakt 1,6 Liter pro 100 Kilometer auf der Skala, Restreichweite 204 Kilometer, Durchschnittstempo 37 km/h. Nein, schnell waren wir nicht. Aber hinterher um einiges schlauer. Wir haben die Faszination der Langsamkeit wiederentdeckt, den Reiz des Lenkens ganz ohne Servo, die Doppelfunktion der Bremse im ursprünglichen Sinn und als Energieversorger, den behutsamen Umgang mit dem Gaspedal, den Dynamik-Kick des Heckmotor-Konzepts. Wahre Öko-Jünger verzichten aufs Heizen und Kühlen, stellen Gebläse und Radio aus – und schalten das Licht nur im Tunnel ein. Die 12,7 Sekunden von null auf 100 km/h blieben daher ebenso graue Theorie wie die 160 km/h Spitze. Aber irgendwann war Schluss mit Grün: Der XL1 hat beim Kick-down mit zornig hochdrehendem TDI drei Autos am Stück überholt und ist wie ein geölter Blitz durch die nächste Links-Rechts gepfeilt – bis der erhobene digitale Zeigefinger mit sofortigem Entzug der Elektrounterstützung drohte.Verbrauch 1,8 Liter, Ladezustand 9,5 Prozent, EV-Betrieb derzeit nicht möglich! Das schlechte Gewissen saß uns bis kurz vor Genf im Nacken. Am Ziel tröstete sich der weiße Wagen erst an der Zapfsäule und dann an der Schnellladestation: neue Chance, neues Glück – und nichts für ungut.
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Kommentare zum Artikel (6)
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Die ganze Kiste ist Quatsch. Ist nur für´s Marketing.
Nie wird sowas verkauft werden.
Es wird im Endeffekt die Brennstoffzelle die Zukunft bringen.
Alles andere dient nur der Zeit-Überbrückung und des Verkaufes unausgereifter Technik ohne Zukunft.
Seit September wird bereits der Toyota Prius Plug-In ( mit Stromanschluss für rein elektrisches Fahren bis 25km ) als Großserie für 36000 € gefertigt !! Dieser XL1 wird diese nie erreichen, oder würden sie für so etwas 40000 € ausgeben ?? Da hab ich ja auf meinem Motorrad genauso viel Platz :-) Der Prius hat für 4000 € weniger nämlich 5 Sitzplätze. 460 Liter Kofferraum, Platz wie in einer Limousine vor allem hinten und kommt mit sage und schreibe 2,1 Liter " Benzin " aus ( real max. 2,5 - 3,0 Liter je nach Jahreszeit und AB Anteil und das bei 136 PS Systemleistung nicht wie der XL 1 mit max. 70 PS ! Das alles mit weniger Stickoxiden, Russ, Feinstaub und genagel wie beim XL1 Zusatz Diesel Motor.
Der Wagen ist gar nicht leise lese ich sonstwo!
bei keramikbremsen wird der preis aber bestimmt nicht niedrig ausfallen, da wird der golf twindrive wohl guenstiger sein :P
Nein, der XL1 ist weltführend, leicht und aerodynamisch auf Strecke. Interessant, wenn dieser Antrieb im strömungsoptimierten up kommt.