Martin Winterkorn

Winterkorns Pläne für Porsche

— 20.08.2009

Porsches Tiguan kommt

VW-Chef Martin Winterkorn will die Porsche-Produktpalette ausbauen. So wie der VW Touareg den Tiguan an seiner Seite hat, soll auch der Cayenne einen "kleinen Bruder" bekommen. Und das ist noch nicht alles.

(dpa/cj) Der Sportwagenbauer Porsche soll unter dem Dach von Volkswagen gleich drei neue Modelle an den Start bringen. Das sagte VW-Chef Martin Winterkorn, der das neue gemeinsame Autoimperium künftig führen soll, dem "manager magazin". Vorstellbar sei ein Fahrzeug unterhalb des bislang kleinsten Modells Boxster , außerdem ein "kleiner Bruder" für den Geländewagen Cayenne sowie ein zusätzliches Modell der Sportlimousine Panamera, die im September auf den Markt kommt. "Wichtig ist, dass Porsche wieder eine  Führungsposition in Sachen fortschrittlicher Technik und Innovation einnehmen wird", sagte Winterkorn. Eine Neuauflage des VW-Porsche aus den 70er Jahren schloss er zugleich aus. "So etwas werden wir nie wieder machen. Das verspreche ich. Ein Porsche muss ein Porsche bleiben."

Ziel: 150.000 verkaufte Einheiten

Ziel sei, bis 2012 oder 2013 auf 150.000 verkaufte Fahrzeuge zu kommen, bekräftigte Winterkorn. Im Ende Juli abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 hatte Porsche bei den Verkäufen noch einen Einbruch von 25 bis 30 Prozent verkraften müssen. Die genauen Zahlen sind noch nicht bekannt. Der neue Porsche-Chef Michael Macht hofft aber, die Durststrecke bis Weihnachten zu überwinden. Im Geschäftsjahr 2007/2008 hatten die Stuttgarter 98.652 Autos verkauft.

Zur Sonderseite "Machtkampf um Porsche"

Dem Aufsichtsratschef der Porsche AG, Wolfgang Porsche (66), schreibt Winterkorn im "manager magazin" eine "zentrale Rolle für die Einbindung von Porsche" in den VW-Konzern zu. "Er verkörpert die Marke sehr stark, während sein Cousin Ferdinand Piëch eher für Volkswagen steht", sagte er. Die erbitterte Übernahmeschlacht der beiden Autobauer solle man jetzt vergessen, mahnte Winterkorn. "Die Wunden werden schnell heilen, wenn wir nach vorne schauen in unserer Zusammenarbeit."

Joint Venture mit Suzuki?

Der VW-Chef bestätigte zugleich Spekulationen, dass Volkswagen eine Kooperation mit dem japanischen Autobauer Suzuki ins Auge fasse. "Suzuki wäre wegen seiner Kleinwagenkompetenz ein interessanter Partner", sagte er. Laut "manager magazin" sind ein Joint Venture oder eine Zehn-Prozent-Beteiligung an Suzuki angedacht. Suzuki baut vor allem Kleinwagen und Geländewagen. VW interessiere sich vor allem für kleine Modellplattformen, Suzuki könnte von den Dieselmotoren des VW-Konzerns profitieren, hieß es schon früher. Winterkorn kündigte ferner erstmals öffentlich sein Interesse an einer Verlängerung seines bis Ende 2011 laufenden Vertrages an: "Wenn ich gesund bleibe und man mich noch will, kann ich mir vorstellen, länger zu bleiben. Es gibt viel zu tun."

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