Winterreifen 2012: Test
— 24.09.2012Profilvergleich auf Schnee
Winterreifen im Winter – eine feine und sichere Sache. Aber gibt es Alternativen? Allwetter? Mischreifen? Geländereifen? Oder zu unsicher? Wir haben fünf verschiedene Reifentypen auf ihre Schneequalitäten getestet.
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Die zweite Frage ist schnell geklärt: Eine M+S-Kennzeichnung am Reifen reicht aus, obwohl diese von keiner unabhängigen Stelle geprüft wird und deshalb jeder Reifenhersteller dieses Symbol an jedem (!) Reifen anbringen darf. Vier der fünf getesteten Profilarten haben eine solche M+S-Kennzeichnung – alle mit Ausnahme des reinen Sommerreifens. Mit den tatsächlichen Unterschieden ist es dagegen schwieriger. Hier helfen keine Stammtischweisheiten, sondern allein Messungen. Und deshalb machten wir uns auf ins verschneite Schweden. Mit im Gepäck: ein VW Tiguan und fünf verschiedene Profilarten aus dem Hause Continental, alle in der Dimension 215/65 R 16. Wir wählen diese Dimension deshalb, weil es hier tatsächlich diese fünf Profilarten gibt – selbstverständlich ist das nämlich nicht.
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Gut, dass ein reiner Sommerstraßenreifen – noch dazu ohne M+S-Symbol – auf Schnee schlecht bremsen würde, war auch vor dem Test jedem klar. Aber die Frage war: Wie groß ist der Unterschied tatsächlich? Der Bremstest aus 50 km/h offenbart das komplette Ausmaß der Katastrophe. Wo der echte Winterreifen nur 33,9 Meter bis zum Stillstand benötigt, hat der mit Sommerreifen bestückte Tiguan an der gleichen Stelle noch 39 km/h drauf und kommt insgesamt erst nach endlosen 83,4 Metern zum Stehen, trotz der hervorragenden Tiguan-Bremsen und des exzellent arbeitenden ABS. Die drei Kompromissreifen liegen dazwischen, erfreulicherweise aber näher am Winterpneu als am Sommerpendant. Der Mischreifen für Straße und leichtes Gelände, der Offroadreifen und auch der Allwetterreifen benötigen in der gleichen Disziplin zwischen 41,5 und 45,7 Meter. Das ist nicht gut und eines echten Winterreifens nicht würdig, aber zumindest kein Katastrophenwert wie beim Sommerreifen. Trotzdem: gut, dass die drei Kompromissreifen kein Schneeflockensymbol an der Seitenwand tragen, das dem Verbraucher eine ordentliche Schneetauglichkeit signalisieren würde.
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Ganz ähnlich fallen die Messungen für Kurvenfahrt aus. Der reine Sommerreifen reagiert extrem verzögert auf Lenkradbewegungen, hat keinerlei Reserven beim Ausweichen. Der Winterreifen spurt dagegen sicher, die drei Kompromissreifen liegen dazwischen. Insgesamt zeigt sich damit, dass der getestete Offroadreifen, hier der General Grabber AT, auf Schneefahrbahnen zumindest nicht weniger sicher ist als ein straßenorientierter Allwetterreifen, hier in Gestalt des Continental CrossContact LX. Echte Wintertauglichkeit und Sicherheit erzielt man freilich nur mit dem echten Winterreifen, der auch das Schneeflockensymbol trägt.
Ein Artikel aus AUTO BILD ALLRAD
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