So kennen wir das Wetter in der Eifel: Eigentlich wollten wir heute den Nordschleifen-Asphalt unter die Räder nehmen, doch nun herrscht typisches Aprilwetter. Wegen Temperaturen um den Gefrierpunkt und ergiebigen Graupelschauern bleibt der Nürburgring geschlossen. Also findet unser Kennenlernen mit dem Mini John Cooper Works auf der Landstraße statt, auch wenn wir hier den Vierzylinder etwas zügeln müssen.
Der knallrote Mini startet in diesem Jahr bei der 50. Auflage des 24-Stunden-Rennens (26. bis 29. Mai) auf dem Nürburgring. Hier kämpfen nicht nur die großen GT3-Boliden von Audi, BMW & Co um den Gesamtsieg. Auch die kleineren Rennwagen, vom Dacia Logan bis zum Cup-Porsche, fahren um Bestzeiten und Klassensiege. Mehr als 100 Fahrzeuge sind beim Jubiläumsrennen dabei, darunter eben auch der Mini John Cooper Works.
Unser Chauffeur ist Friedhelm Thelen, Teamchef des Privatteams „Bulldog Racing“ aus Nürburg. Die Idee für den Mini John Cooper Works kam ihm im September des vergangenen Jahres. „Ich wollte etwas Besonderes machen und einen neuen Publikumsliebling schaffen“, sagt Thelen. „Der Dacia hat es im vergangenen Jahr auch geschafft, warum nicht auch der Mini?“ Dazu kommt: Das letzte Mal, dass ein Mini beim Langstreckenklassiker in der Eifel am Start war, liegt schon zehn Jahre zurück.
Zum 24h-Rennen erstrahlt der Mini in Anlehnung an die Rennsport-Tradition der Marke im rot-weißen Look.

Über den Winter setzte Thelen seine Idee in die Tat um. Der Mini John Cooper Works wird von einem Turbomotor mit 306 PS sowie einem maximalen Drehmoment von 450 Nm angetrieben. Das serienmäßige Achtgang-Steptronic-Getriebe sorgt in Verbindung mit der veränderten mechanischen Differenzialsperre (Sperrwirkung bis 70 Prozent) dafür, dass diese Leistung tatsächlich in Vortrieb mündet. Selbst heute, bei nasskalten Bedingungen auf der Landstraße, werden wir beim Beschleunigen tief in die Sitze gedrückt. Kein Zweifel: Dieser Mini ist ein echter Rennzwerg!
Das spiegelt auch die Optik wider. Zum 24h-Rennen erstrahlt der Mini in Anlehnung an die Rennsport-Tradition der Marke im rot-weißen Look. Hinzu kommen Anpassungen der Aerodynamik, unter anderem durch den gewaltigen Heckflügel, einen komplett verkleideten Unterboden sowie Heckdiffusor und Frontsplitter. Für die optimale Bodenhaftung sorgt ein einstellbares Rennsportfahrwerk von KW. Nur die Bremsanlage stammt aus der Serie.
Über die Straßen der Eifel geht es einmal rund um den Ring, vorbei an bekannten Streckenabschnitten und der GP-Strecke. Trotz der widrigen Bedingungen liegt der Mini satt auf dem Asphalt, lässt sich präzise um die engen Kehren zirkeln. Typisch Rennwagen: Es poltert und rappelt, von Komfort – mit Ausnahme der Klimaanlage – keine Spur. Die legendäre Nürburg verschwindet langsam im Nebel, während die ersten Schneeflocken fallen.
Der Mini John Cooper Works wird von einem Turbomotor mit 306 PS sowie einem maximalen Drehmoment von 450 Nm angetrieben.

Beim 24h-Rennen hofft das Team um Friedhelm Thelen auf die Zielankunft. Der Mini John Cooper Works startet in der Klasse SP3T für Rennwagen mit bis zu zwei Liter Hubraum und Turbomotor, wo er sich unter anderem gegen den VW Golf TCR des Teams von Fußballer Max Kruse behaupten muss. „Das wird schwer“, ist Thelen ehrlich. „Aber das Rennen ist lang, und man muss auch erst mal ins Ziel kommen! Wir haben Spaß am Motorsport – das ist das Wichtigste.“
Thelen freut sich jedenfalls „riesig“. Und er ist nicht der Einzige. Nach zwei Jahren dürfen die Zuschauer wieder an die Nordschleife, um das 24h-Rennen zum weltgrößten Motorsport-Fest zu machen. Hoffentlich sich das Wetter dann von seiner besseren Seite.

TV-Tipp

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Sendezeiten:
Freitag, 27.05., 18:00 – 20:15 Uhr: Top-Qualifying
Samstag, 28.05., 13:15 Uhr bis Sonntag, 29.05., 16:40 Uhr: Rennen live
Stream, Ticker & Timing:
24h-rennen.de/live
Livestream: youtube.com/24hNBR
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Von

Sönke Brederlow