350Z vs. Z4 M Coupé vs. Cayman S
Bissige Biester

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Was macht einen waschechten Sportwagen aus? Maximale Leistung? Messerscharfe Handlingeigenschaften? Oder vielleicht beides? AUTO BILD SPORTSCARS wollte es wissen und schickte drei Coupés auf die Rennstrecke. Schlagabtausch der 300-PS-Klasse.
Stellt man sich die Frage, was einen echten Sportwagen ausmacht, so gehen die Meinungen weit auseinander. Auf der einen Seite gibt es die Leistungsfetischisten, für die es nicht genug Pferdestärken unter der Haube sein können. Auf der anderen Seite steht jene Fraktion, der ein messerscharfes Handling und Leichtfüßigkeit viel wichtiger ist. Dass auch beides miteinander kombinierbar ist, wollen unsere drei Testkandidaten unter Beweis stellen. Der facegeliftete und erstarkte Nissan 350Z fordert zwei etablierte Coupés von BMW und Porsche, das Z4 M Coupé und den Cayman S, heraus. Drei verschiedene Modelle, die außer dem für Sportwagen obligatorischen Hinterradantrieb und Leistungswerten um die 300 PS kaum Gemeinsamkeiten aufweisen.
Neu am Cayman S: der Power-Dome auf der Motorhaube

Bild: Lena Barhelmeß
Im M Coupé stört vor allem das wulstige Lenkrad

Bild: Lena Barthelmeß
Auch der Nissan wartet mit einem kleinen Schmankerl auf. Verändert man bei ihm die Lenkradposition, wandert das Instrumentengehäuse mit. So befinden sich alle Anzeigen immer perfekt im Sichtfeld des Fahrers. Anders als im M Coupé liegt das 350Z-Steuer angenehm in der Hand. Als wohltuend erweist sich auch das großzügige Platzangebot, welches bereits fast auf dem Niveau einer Mittelklasselimousine liegt – Kopf und Beinfreiheit sind geradezu fürstlich bemessen. Dafür können die Nissan-Sitze nicht mit denen im BMW und Porsche mithalten. Die Sitzfläche ist zu weich gepolstert, und die Wangen müssten für einen besseren Seitenhalt stärker ausgeformt sein. Einem richtigen Sportwagen werden diese nicht gerecht. Die Frage ist, ob der 350Z überhaupt ein kompromissloser Sportwagen sein will. Der Blick auf die Leistungsdaten des Japaners bestätigt dessen sportliche Ambitionen. Und die neue, gegenüber dem Vorgängermodell um 40 Prozent leichtere, mit Kohlefaser verstärkte Kardanwelle stammt direkt aus dem Rennsport. Prinzipiell also keine schlechten Voraussetzungen. Um zu klären, ob die Neuerungen auch reife Früchte getragen haben und ob das Coupé aus Japan Porsche und BMW Paroli bieten kann, fahren wir in die Motorsport Arena Oschersleben und erleben gleich bei der Ankunft eine herbe Enttäuschung.

Bild: Lena Barthelmeß
Der BMW verlangt nach einem Könner am Volant
Auf derartige Probleme stößt man im Z4 nicht. Und das ist gut so, denn sein Hochdrehzahlmotor fordert häufiger den Griff zum Schaltknauf. Vor allem verlangt der BMW nach einem Könner am Volant, denn die Wechsel zwischen über die Vorderräder schiebendem Untersteuern und übersteuernden Heckschwenks sind nahezu fließend und kommen sehr schnell. Auch an das sehr spitze Einlenkverhalten muss man sich erst einmal gewöhnen. Es braucht ein paar Runden, um mit dem M Coupé warm zu werden. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn die Klangkulisse des Reihensechsers entschädigt für die harte Arbeit hinterm Lenkrad. Der blecherne, heisere Klang erinnert an alte DTM-Zeiten, in denen Johnny Cecotto und Steve Soper auf Rundenjagd gingen. Wer schnell unterwegs ist, der möchte auch schnell wieder zum Stehen kommen. Hier vertraut BMW auf die Bremsanlage aus dem M3 CSL, was prinzipiell keine schlechte Wahl ist, doch wünschen wir uns einen exakter definierten Druckpunkt.

Bild: Lena Barthelmeß
Der Tag auf der Rennstrecke ist vorbei, der Sieger steht eindeutig fest. Auch wenn uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, so hat dieser Vergleich zumindest eines bewiesen: Gutes und vor allem leicht beherrschbares Handling kann durchaus mehr wert sein als ein Maximum an Leistung.
Fazit von AUTO BILD-SPORTSCARS Redakteur Sebastian Schneider
Platz 1 – Porsche Cayman S: Leistung allein ist eben doch nicht immer das allein selig Machende. Die bestechenden Handlingeigenschaften, die toll zusammenarbeitende Motor-Getriebe- Kombination und die fast überirdischen Bremsen verhelfen dem Cayman S zum Sieg. Platz 2 – BMW Z4 M Coupé: Gegenüber dem Porsche hat der BMW das Nachsehen. Sein Motor kann sich aber immer noch sehen lassen. Wegen seiner giftigen Reaktionen ist das M Coupé allerdings nur jemandem zu empfehlen, der über ausreichend Fahrzeugbeherrschung verfügt. Platz 3 – Nissan 350Z: Auch die kleinen optischen und technischen Retuschen machen aus dem 350Z keinen waschechten Sportler. Er ist mehr der Gran Turismo. Darüber hinaus erfreuen sein günstiger Einstiegspreis und die sehr kurze Aufpreisliste.
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