Abarth wird elektrisch – doch die Umstellung geschieht nach und nach, denn erstmal bleiben die Verbrenner im Programm! Der neue 500e wird parallel zu den bekannten Modellen 595 und 695 angeboten. Trotzdem versprechen die Italiener, dass im neuen elektrischen 500e mehr Abarth-Gene stecken als jemals zuvor. Das will ich in Turin herausfinden!

Alle Fakten zum Abarth 500e auf einen Blick:

● der 500e ist der erste elektrische Abarth
● die Verbrenner-Versionen 595 und 695 bleiben im Programm
● Basis ist der Fiat 500 Elektro
● Leistung: 113 kW (154 PS) und 235 Nm
● 0-100 km/h in 7,0 Sek
● Topspeed 155 km/h
● Gewicht 1335 Kilo
● Soundgenerator für die Emotionen
● Sondermodell "Scorpionissima" auf 1949 Stück limitiert
● Basispreis ab 43.000 Euro
● Marktstart ab Juni 2023
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Der Abarth 500e wird zusätzlich zu 595 und 695 angeboten

Die Kulisse ist beeindruckend. Ganz oben auf dem Dach der ehemaligen Fiat-Fabrik befindet sich die Teststrecke mit zwei spektakulären Steilkurven und genau hier präsentiert Abarth sein erstes elektrisches Modell. Mutterkonzern Stellantis hat verkündet, ab 2030 nur noch Elektroautos produzieren zu wollen und das betrifft natürlich auch Abarth, den ehemaligen Haustuner, der sich in den letzten Jahren zu einer eigenen Marke mit hunderttausenden Fans auf der ganzen Welt gemausert hat.
Abarth 500e
Ein riesiger Abarth-Schriftzug plus Logo auf der Haube machen klar: Das hier ist kein gewöhnlicher Fiat 500.

Um die Performance- und vor allem Sound-verwöhnten Abarthisti langsam an die Zukunft zu gewöhnen, geschieht die Umstellung schrittweise. Der ab sofort bestellbare 500e wird zusätzlich zu den beliebten Knallbüchsen 595 und 695 angeboten, die voraussichtlich bis Ende 2023 im Programm bleiben.

Bildergalerie

Abarth 500e
Abarth 500e
Abarth 500e
Kamera
Abarth 500e

Sondermodell "Scorpionissima" zum Marktstart

Als Basis für den 500e dient der Fiat 500 Elektro und das sieht man auch. Trotz knalliger Farben wie "Acid Green" und "Poison Blue", neuem elektrifizierten Abarth-Logo und abgeänderten Schürzen ist der Cinquecento deutlich zu erkennen. Die Optik ist jedenfalls schon mal gelungen.
Abarth 500e
Das Heck ist vergleichsweise schlicht designt. Ein Abarth-Schriftzug und ein angedeuteter Diffusor müssen reichen.

Den Anfang macht das vollausgestattete Sondermodell "Scorpionissima", das in einer Auflage von 1949 Stück (das Gründungsjahr von Abarth) als Dreitürer (bei Fiat und Abarth Limousine genannt) und als Cabrio zu haben sein wird. Die Besonderheit: Im ersten Monat kann das Sondermodell ausschließlich von Mitgliedern der Abarth-Community geordert werden, die auch schon in den Design-Prozess miteinbezogen wurden. Die Preise für den 500e "Scorpionissima" starten bei 43.000 Euro für den Dreitürer und 46.000 Euro für das Cabrio. Vermutlich werden die später folgenden Basisversionen etwas günstiger.

Basispreis ab 43.000 Euro

Der Abarth 500e ist also alles andere als ein Schnäppchen. Zeit, einen Blick auf die technischen Daten zu werfen. Der Elektromotor leistet 113 kW (154 PS) und ein maximales Drehmoment von 235 Nm. Von 0-100 km/h soll es in glatten sieben Sekunden gehen. Damit ist der 500e glatte zwei Sekunden schneller als der elektrische Fiat 500. Bei diesen Werten werden die meisten Abarth-Fahrer aber nicht unbedingt jubeln, denn das können die Verbrenner ähnlich gut oder sogar besser.
Abarth 500e
Das Cockpit-Layout ist aus dem Fiat 500 BHEV bekannt, wurde für den Abarth aber deutlich aufgewertet.

Trotzdem sind die Italiener sich sicher, dass Elektrifizierung für eine emotionale Marke wie Abarth vor allem Fahrspaß und eine bessere Performance bedeutet. Auf der hauseigenen Rennstrecke in Balocco soll die Elektroversion über eine Sekunde schneller sein als ein 695 Competizione und auch bei Zwischensprints soll der 500e die Nase vorn haben.

Nur 155 km/h Topspeed

Zudem wurde die Gewichtsverteilung (57/43) optimiert und die Elektro-Plattform bietet 60 Millimeter mehr Spurweite und einen um 24 Millimeter verlängerten Radstand, was der Performance zugutekommen soll. Das werden wir dann spätestens im ersten Fahrbericht überprüfen. In einem Punkt hat der 500e allerdings klar das Nachsehen und das ist die Höchstgeschwindigkeit: Während 595 und 695 deutlich über 200 km/h gehen, ist im elektrischen Abarth schon bei 155 km/h Schluss – mau für ein Sportmodell!
Abarth 500e
Auffällige Lackierung, schicke 18-Zöller und neue Schürzen: Optisch ist der Abarth 500e extrem gelungen.

Maximal 250 Kilometer Reichweite

Der 42 kWh-Akku ist der gleiche, der auch im Fiat 500 Elektro verbaut wird. Während der Fiat 500 Elektro damit bis zu 320 Kilometer weit kommt, soll der 1335 Kilo schwere Abarth (plus 45 Kilo zum Fiat 500 BHEV) eine maximale Reichweite von 250 Kilometern bieten. Schnellladen soll mit bis zu 85 kW funktionieren.
Für Abarth-Fahrer vielleicht noch entscheidender als die reine Performance sind aber die Emotionen. Emotionen und Elektroautos gehen bisher allerdings noch nicht wirklich zusammen, was vor allem am fehlenden Sound liegt. Genau hier setzt Abarth an und rüstet den 500e mit einem Soundgenerator aus, der dem Klang des Verbrenners nachempfunden sein soll. Sicherlich Geschmackssache.

Sehr hochwertiger Innenraum

Alles andere als Geschmackssache ist der Innenraum. Das Cockpit des Fiat 500 Elektro wird mit reichlich Alcantara, Sportsitzen, zweifarbigen Nähten und einem Sportlenkrad inklusive 12-Uhr-Markierung deutlich aufgewertet. Alles fühlt sich hochwertig und besonders an – hier dürften sich alle Abarthisti auf Anhieb wohlfühlen.
Abarth 500e
Bequeme Sportsitze und reichlich Alcantara versprühen im hochwertigen Innenraum sofort das Abarth-Gefühl!

Noch haben Abarth- und Hothatch-Fans die Wahl, ob sie bereits heute einen elektrischen Abarth bestellen oder sich noch einen (vermutlich letzten) Verbrenner gönnen. Doch diese Frage könnte sich in Zukunft erübrigen. Bis dahin kann der Abarth 500e beweisen wie viel Abarth-Gene wirklich in ihm stecken. Und wer weiß, vielleicht tragen in Zukunft mehr als fünf Prozent aller weltweit verkauften Fiat 500 einen Skorpion auf der Haube!
Die Teilnahme an der Reise wurde unterstützt von Abarth. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit

Fazit

Optisch gefällt mir der neue Abarth 500e sehr gut. Auch der Innenraum überzeugt mich, was ich von den Leistungsdaten auf dem Papier allerdings nicht behaupten kann. 154 PS und 7,0 Sekunden von 0-100 km/h hauen mich nicht vom Hocker – nicht bei einem Elektroauto und erst recht nicht bei einem Abarth. In der Stadt macht der 500e sicherlich Spaß, doch spätestens auf der Autobahn wird ihm die Puste ausgehen. Da warte ich lieber auf den angekündigten großen Bruder: schneller, brutaler und lauter soll der sein!