Er ist zurück im Motorsport! Erst belegte Fabian Vettel (23) für W&S Motorsport in einem Porsche 718 Cayman Rang vier im Rennen der ADAC GT4 Germany auf dem Hockenheimring, dann testete er einen Hightech-Simulator in der neuen Racing Lounge von „Racing Unleashed“ in der Münchener Motorworld.
„Fliehkräfte kannst du nicht 1:1 nachbilden, aber das Lenkrad- und Pedalgefühl kommt ans echte Fahren nah ran“, lautete sein Fazit nach ein paar Runden in den mehr als 80 000 Euro teuren Hochleistungssimulatoren. Vettel: „Ich habe mich immer virtuell auf meine Rennen vorbereitet. Diese Simulatoren sind natürlich weitaus professioneller als meiner zu Hause. Die sind auf jeden Fall eine Erfahrung wert.“
Das Schweizer Unternehmen Racing Unleashed arbeitet mit Simulatoren, die in Maranello gebaut werden.
Das Schweizer Unternehmen Racing Unleashed arbeitet in seinen Lounges mit Simulatoren, die in Ferraris Heimatstadt Maranello gebaut werden. 46-Zoll Bildschirme mit panorama-ähnlichem Blick und originalgetreue F1-Kohlefasercockpits mit integriertem Bewegungs-System machen die Testfahrt zum fast realen Formel-1-Erlebnis. Die Basis des Computermodells: ein virtuelles F1-Auto aus 2020. Die Software: Assetto Corsa Pro.
„Die Simulatoren sind relativ realitätsnah und helfen einem, sich so zu fühlen, als würde man im echten Auto sitzen“, sagt der Bruder von Formel-1-Star Sebastian Vettel. „Außerdem haben sie ein Gurtstraffungssystem, was beim Bremsen aktiviert wird. Das fühlt sich ähnlich an wie in der Realität, wenn du nach vorn in die Gurte gedrückt wirst.“
Geschäftsführerin der Firma: Ex-Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn (50). „Simulatoren wie unsere machen den Motorsport nachhaltig, sicherer und kostengünstiger“, sagt die Österreicherin mit indischen Wurzeln, die die Simracer aus ihren Wohnzimmern in die High-End-Geräte von Racing Unleashed holen will.
Zum Beispiel auch Fabian Vettel, der wie DTM-Star Lucas Auer oder Ex-DTM-Pilot Martin Tomczyk bei der Eröffnung der Münchener Lounge nicht fehlen durfte. Traut er sich zu, in der Rennserie von Racing Unleashed mitzufahren? Vettel weiß, wie schwierig das ist: „Gegen die richtigen Profis brauchst du Zeit, Übung und Kilometer – im Simulator habe ich die noch nicht ganz, aber ich hole auf.“
Für Fabian Vettel war es das erste Rennen seit 2019.
Fabian Vettel ist mittlerweile von Heppenheim nach Augsburg gezogen, studiert in Bayern Immobilienwirtschaft. Einen Fuß hat er aber immer noch drin in der Motorsport-Tür. „Die GT4-Teilnahme war eine sehr spontane und kurzfristige Aktion“ verrät der Hesse. „Einen großen Dank an Schaeffler Paravan, die mir die Gelegenheit gegeben haben, das Space-Drive-System in der GT4 Germany zu testen. Für mich war das ein großer Erfolg und hat riesig Spaß gemacht – auch an einer Technologie mitzuarbeiten, die die Zukunft verbessern soll. Das war eine Ehre.“
Bei Space Drive fehlt die mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Lenkgetriebe. Stattdessen werden die Impulse elektronisch übertragen. Das ermöglicht ganz neue Innenraumkonzepte und Autofahren für behinderte Menschen.
Für Vettel war es das erste Rennen seit 2019. „Natürlich habe ich gemerkt, dass ich es vermisst habe. Deshalb habe mir für nächstes Jahr ein paar Schmankerl rausgesucht, die ich gerne machen würde – einfach weil ich Lust drauf habe. Das 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife hat mich gepackt – dahin würde ich gerne noch mal zurückkehren, weil das einzigartig ist.“
2019 belegte er in einem Mercedes-AMG GT3 bei seinem Nordschleifen-Debüt Platz sieben. Der erste soll nicht der letzte Auftritt am Nürburgring gewesen sein.

Von

Bianca Garloff