ADAC-Kindersitz-Test 2023: zwei Sitze mangelhaft
Mangelhaft: Vorsicht bei diesen Kindersitzen

Bis zu einem Alter von 12 Jahren oder einer Körpergröße von 150 Zentimetern sind Kindersitze Pflicht. Welche Modelle gut sind und von welchen man lieber die Finger lässt, zeigt der Kindersitz-Test 2023 des ADAC.
Bild: ADAC
Zweimal im Jahr fährt der ADAC Kindersitze gegen die Wand – in einem groß angelegten Test prüft der Automobilclub in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen die Verkehrssicherheit der Rückhaltesysteme. In der Herbstausgabe 2023 des Kindersitz-Tests mussten 29 Produkte auf den Prüfstand. Getestet wurde in den Kategorien Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und Schadstoffgehalt.
Die letztgenannte Kategorie brach zwei Exemplaren sprichwörtlich das Genick: Sie fielen mit dem Urteil "mangelhaft" durch. Konkret ist die Rede vom Maxi-Cosi Pebble 360 Pro sowie dem gleichen Modell mit Basis (FamilyFix 360 Pro). Die Tester ermittelten eine Belastung der Bezüge mit dem Schadstoff Naphtalin, der in Verdacht steht, Krebs auszulösen. Alle anderen Modelle bestanden die Schadstoff-Prüfung.
ADAC: Babyschalen schneiden im Kindersitz-Test am besten ab
Von den übrigen Sitzen schnitten im Kindersitz-Test 21 Exemplare mit der Note "gut" sowie sechs weitere mit "befriedigend" ab. Die Bestnote (1,7) sicherten sich der "Besafe iZi Go Modular X2 i-Size" in Kombination mit der "Basis iZi Modular i-Size Base" sowie der "Cybex Cloud T" auf der Station "Base T". Beide Sitze sind Babyschalen, die ab der Geburt genutzt werden können und in denen die Babys besonders sicher sitzen, denn in der Kategorie "Sicherheit" schnitten sie jeweils "sehr gut" ab. Mit einem Preis von rund 400 Euro ist der Sitz von Joie allerdings gut 100 Euro günstiger als das Cybex-Modell (500 Euro).

Die Babyschale von BeSafe gibt es auch ohne Basis. Dann kann sie mit dem Fahrzeuggurt befestigt werden.
Bild: ADAC
Die besten Sitze für kleine und größere Kinder
Für Kleinkinder ab ca. einem Jahr ist es ratsam, auf einen rückwärtsgerichteten Kindersitz, den sogenannten Reboarder, zurückzugreifen. Zwar dürfen sie ab 15 Monaten (neue i-Size-Norm) offiziell vorwärtsgerichetet fahren, empfehlenswert ist das jedoch nicht. Zu schwer ist der Kopf, zu unterentwickelt ist die Nackenmuskulatur, sodass es im Ernstfall zu schweren Verletzungen kommen kann. Daher bietet sich der "Joie i-Spin 360 E" (Note 2,0) an. Mit seinem Preis von 270 Euro ist der Reboarder im Vergleich zu den anderen getesteten Modellen der Kategorie sogar am günstigsten. Dazu gibt's die Bestnote in Sachen "Sicherheit" und lediglich ein paar Abstriche bei der Bedienung aufgrund des Gewichts und einem etwas erschwerten Einbau.
Kinder ab ca. vier Jahren sollten nicht auf eine Sitzerhöhung, sondern nach wie vor in einem "richtigen" Kindersitz Platz nehmen. Denn nur dieser bietet einen Seitenaufprallschutz und schützt das Kind rundum. Laut Test sitzen sie im "Cybex Solution T i-Fix" (Note 2,0) am sichersten. Kleine Mankos sind der laut ADAC erhöhte Platzbedarf im Auto und die vergleichsweise dünne Polsterung. Der Sitz kostet rund 220 Euro und ist damit im Vergleich zu anderen ähnlichen Modellen auf dem Markt eher in der oberen Preisklasse angesiedelt.
Kindersitzkauf: Hier gibt es einiges zu beachten
Eine gute Testnote macht noch lange nicht den perfekten Kindersitz. Denn damit die kleinen Mitfahrer möglichst sicher sind, muss der Sitz auch zu Auto und Kind passen. Deswegen sollten beim Kindersitzkauf sowohl der Einbau ausprobiert als auch ein Probesitzen des Kindes stattfinden. Der Kindersitz sollte für das Auto zugelassen sein und auch gut hineinpassen, gerade kleine Autos können da an ihre Grenzen stoßen. Bei Sitzen mit Gurteinbau kann es passieren, dass die Sicherheitsgurte hinten zu kurz sind. Beim Kind ist auf eine bequeme Sitzpostion zu achten, die meisten Sitze bieten dafür viele Verstellmöglichkeiten. Das Kind muss sich im Sitz wohlfühlen. Noch wichtiger: die Gurtführung. Die Gurte des Kindersitzen müssen straff anliegen und leicht bedienbar sein.
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