ADAC: Prüfbericht zu Manipulationen
Hersteller wollen Preise zurückgeben

Der Prüfbericht für den ADAC fällt schlecht aus – bei der Wahl zum "Lieblingsauto der Deutschen" wurde auch die Reihenfolge manipuliert. Die großen deutschen Autohersteller wollen ihre "Gelben Engel" zurückgeben.
Bild: dpa
Die großen Autohersteller reagieren verschnupft auf die jahrelangen Manipulationen beim "Lieblingsauto der Deutschen" beim ADAC. BMW, Daimler und VW kündigten unisono an, alle vom ADAC vergebenen "Gelben Engel" zurückzugeben. Gefälschte Preise seien für sie wertlos. Laut einer externen Prüfung hatte der ADAC nicht nur die aktuelle Wahl zum "Lieblingsauto der Deutschen" im Jahr 2014, sondern auch die der Jahre zuvor manipuliert. Der Untersuchung der Wirtschaftsprüfer von Deloitte zufolge wurde die Teilnehmerzahl aufgeblasen und die Reihenfolge der Gewinner verändert. Als Gründe für die falschen Ergebnisse nannten die Wirtschaftsprüfer sowohl vorsätzliche Veränderungen als auch eine technisch fehlerhafte Verarbeitung der Daten.
Überblick: Die Vorwürfe gegen den ADAC
Laut dem Untersuchungsbericht hatte der ehemalige Kommunikationschef Michael Ramstetter, der für die Wahl zum "Lieblingsauto der Deutschen" verantwortlich war, die Daten für die Abstimmung umfassend manipuliert. Auf seinem Rechner fanden die Prüfer verschiedene simulierte Szenarien, bei denen Stimmenzahl wie Zuordnung der Stimmen zu den einzelnen Modellen willkürlich verändert worden waren. Diese Simulationen seien auf der Basis unvollständiger Zahlen erfolgt.
Nach Auswertung von Deloitte wurden für das angebliche "Lieblingsauto der Deutschen" insgesamt 45.202 Stimmen abgegeben. 3271 Stimmen fielen auf den VW Golf, 1703 Stimmen auf den BMW 3er, 1664 Stimmen auf den Audi A 3, 1320 Stimmen auf die Mercedes A-Klasse und 1184 Stimmen auf den Skoda Octavia. Für das Siegerauto VW Golf wurden in einem ADAC-Papier von Dezember 2013 als offizielles Ergebnis 34.299 Stimmen genannt, was eine Verzehnfachung der tatsächlich abgegebenen Stimmen bedeutet. Der BMW 3er kam im offiziellen Ergebnis dagegen gar nicht mehr vor; stattdessen rutschte der BMW 5er auf Platz 5.
Rechtliche Schritte gegen Ramstetter
Die Wirtschaftsprüfer sahen klare Anhaltspunkte dafür, dass ähnliche Veränderungen auch in den Vorjahren vorgenommen worden seien. Die Untersuchungen der Jahre 2005 bis 2013 seien aber noch nicht abgeschlossen. Je nach Ergebnis würden rechtliche Schritte gegen Ex-Kommunikationschef Ramstetter vorbereitet. Die Prüfer gehen bislang davon aus, dass dieser im Alleingang gehandelt hat. Hinweise, dass der ADAC vor der Preisverleihung Kontakt zu Autobauern hatte und in der Folge bestimmte Modelle bevorzugt haben könnte, gibt es offenbar nicht.

Die ADAC-Zentrale hatte die Suspendierung Meyers vorbereitet – der trat dann selbst zurück.
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