Aiways U6 (2023): Elektroauto, SUV, Reichweite, Test
Der Aiways U6 bringt Farbe ins Spiel

Das chinesische E-SUV kommt mit Schrägheck, 218 PS und 63-Kilowattstunden großem Akku. AUTO BILD saß schon am Steuer!
Bild: Aiways Automobile Europe GmbH
Chinesisch für Anfänger: "Ai" bedeutet Liebe. Gut, das "ways" kommt dann aus dem Englischen – für Wege. Und beides zusammen ist der Name eines (noch) ziemlich kleinen, erst 2017 gegründeten chinesischen Start-ups. Erstes Modell von Aiways war der U5, ein klassisches SUV in gefälligem Design. Der U6 kommt jetzt mutiger um die Ecke.
Der U6 ist eine auffällige Erscheinung, und geräumig dazu
Die Front etwa wurde zackig gezeichnet, mit flach stehender Frontscheibe, das Heck läuft schräg aus. Das Ganze ist mit allerlei Luftleitelementen garniert, der cw-Wert liegt denn auch bei ordentlichen 0,248.

Schräg abfallendes Heck mit Abrisskante. Durchgehendes Leuchtenband, Flaps am Stoßfänger.
Bild: Aiways Automobile Europe GmbH
An Bord geht es luftig zu, der Fond ist betont geräumig, bietet besonders viel Platz für lange Beine. Nur die Kopffreiheit ist hier leicht eingeschränkt – wegen der abfallenden Dachlinie. Der Kofferraum schluckt 472 bis 1260 Liter, beim U5 sind es 432 bis 1555 Liter.

Die hinteren Sitze sind genau so farbenfroh gestaltet wie die Sitze vorne. Reichlich Platz vor allem für die Knie, für den Kopf wird's über 1,90 Meter etwas enger.
Bild: Aiways Automobile Europe GmbH
Die ganze Einrichtung zeigt einen erstaunlich sicheren Geschmack mit schöner Materialauswahl. Witzig zum Beispiel der im Bootsstil gehaltene Wählhebel fürs Getriebe auf der Mittelkonsole. Und es gibt jetzt auch, anders als beim U5, immerhin ein kleines Handschuhfach.

Der 14,6-Zoll-Infotainment stellt zum U5 eine klare Verbesserung dar, kann aber mit den Systemen etablierter Hersteller nicht mithalten. Kein Navi, aber immerhin CarPlay und Android Auto.
Bild: Aiways Automobile Europe GmbH
Vor dem Fahrer liegt ein geschickt integriertes 8,2 Zoll kleines Display mit den wichtigsten Anzeigen (Digital-Tacho, Reichweite, Batteriestand, Getriebe), in der Mitte thront der 14,6 Zoll große Touchscreen für die Steuerung vieler, also sehr vieler Funktionen.

Mittelkonsole mit Getriebe-Wählhebel ins Bootsoptik.
Bild: Aiways Automobile Europe GmbH
Ein Navi gehört – wie beim U5 – allerdings nicht dazu, Apple CarPlay und Android Auto sind aber dabei. Die Grafik des Bildschirms geht in Ordnung – links mit einem Teil für den Bordcomputer und die Sicherheits-Assis, rechts für Infos, sämtliche Einstellungen und Multimedia. Doch die Menüs sind sehr verschachtelt, dazu erschweren kleine Icons die Bedienung. Die gute Nachricht: Der Sound klingt im U6 gegenüber dem U5 deutlich besser, das System kommt von Magnat.
Der U6 beschleunigt flott, fährt aber nicht besonders schnell
Der U6 wird angetrieben von einem E-Motor mit 218 PS und 315 Nm Drehmoment. Der Akku ist 63 kWh groß (brutto), geladen werden kann mit 11 kW Wechselstrom und maximal 90 kW Gleichstrom. Die Reichweitenabgabe laut WLTP beziffert Aiways auf 405 Kilometer. Positiv: Der Stecker liegt jetzt im Kotflügel vorn links und nicht mehr so ungünstig am Scheinwerfer wie beim U5.
Technische Daten laut Hersteller
Technische Daten (Herstellerangaben) | Aiways U6 |
|---|---|
Motor/Antriebsachse | Elektromotor/vorne |
Leistung | 160 kW/218 PS |
Drehmoment | 315 Nm |
Leergewicht | 1790 kg |
Kofferraum | 476-1260 l |
0-100 km/h | 6,9 s |
Höchstgeschwindigkeit | 160 km/h |
Akkugröße | 63 kWh |
Ladeleistung AC/DC | 11 kW/90 kW |
Verbrauch | ab 15,9 kWh/100 km (WLTP) |
Reichweite | 405 km (WLTP) |
Preis | ab ca. 45.500 Euro |
Mit den 218 PS beschleunigt der U6 lebhaft und zügig, soll den Sprint von 0 auf 100 km/h in 6,9 Sekunden schaffen. Bei Tempo 160 ist dann allerdings Schluss. Das E-System funktioniert reibungslos, es gibt fünf Fahrprogramme, auch die Rekuperation lässt sich verstellen – zwischen niedrig, mittel und hoch –, allerdings nur kompliziert im Menü, wir sprachen darüber. Und auch im Fahrmodus "Einzelpedal" bremst der U6 nicht bis zum Stillstand.
Das Fahrwerk könnte noch Feinschliff vertragen
Mit 1,8 Tonnen bringt der U6 für ein E-Auto dieser Größe relativ wenig Gewicht auf die Waage, fährt sich unaufgeregt und mühelos. Er ist straff ausgelegt, die 20-Zoll-Räder des Testwagens nehmen Querfugen und Ähnliches polterig, und die Lenkung könnte gern mehr Rückmeldung bieten. Feinarbeit würden wir auch für die Bremsen empfehlen: teigiges Gefühl, schlecht dosierbar.
Das kostet der Aiways U6
Gekauft werden kann der U6 beim Elektronik-Händler Euronics, den Service übernimmt ATU. Los geht es bei uns im Sommer. Die Preise für den hier gefahrenen Prime – mit Zweizonen-Klima, Ledersitzen elektrisch, Sitzheizung vorn, Panoramadach, 360-Grad-Kamera, Magnat-Soundsystem und vielem mehr – beginnen bei 45.500 Euro plus Überführung (590 Euro), minus aktuelle Förderung. Das sieht dann eher nach Chinesisch für Fortgeschrittene aus.
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